Zuwanderern die Integration erleichtern

Fragen und Antworten zum Nationalen Aktionsplan Zuwanderern die Integration erleichtern

Sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden, die deutsche Sprache lernen, zur Schule gehen oder einen Arbeitsplatz finden: Mit dem Nationalen Aktionsplan Integration arbeiten Bund, Länder, Kommunen und weitere Partner daran, dass sich alle Menschen in Deutschland in die Gesellschaft einbringen können. 

Grafik zum Nationalen Aktionsplan Integration (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Die Zeit unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland ist entscheidend für die Integration von Einwanderinnen und Einwanderern.

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Foto: Bundesregierung

Was ist der Nationale Aktionsplan Integration?

Mit dem Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) bündelt die Bundesregierung die vielfältigen Integrationsmaßnahmen in einer bundesweiten Strategie. Er orientiert sich an fünf Phasen der Zuwanderung und des Zusammenlebens. Diese sind:

  • Phase I - Vor der Zuwanderung: "Erwartungen steuern - Orientierung geben"
  • Phase II - Erstintegration: "Ankommen erleichtern - Werte vermitteln"
  • Phase III - Eingliederung: "Teilhabe ermöglichen - Leistung fordern und fördern"
  • Phase IV - Zusammenwachsen: "Vielfalt gestalten - Einheit sichern"
  • Phase V - Zusammenhalt: "Zusammenhalt stärken- Zukunft gestalten"

Noch nie hat sich die Bundesregierung so umfassend und systematisch dem gesamten Integrationsprozess gewidmet wie aktuell.

Was hat die Bundesregierung jetzt beschlossen?

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine "Erklärung des Bundes" zu den Phasen II (Erstintegration) und III (Eingliederung) beschlossen. Darin enthalten sind Ergebnisse und konkrete Maßnahmen innerhalb der beiden Phasen. Sie sollen am 19. Oktober 2020 beim 12. Integrationsgipfel im Kanzleramt von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgestellt werden.

Entsprechende Erklärungen wird das Kabinett zu allen fünf Phasen des Nationalen Aktionsplans Integration verabschieden. Die Erklärung zu Phase I (Vor der Zuwanderung) wurde bereits am 22. Januar 2020 beschlossen.

Was ist Phase I des Aktionsplans Integration?

In der ersten Phase geht es darum, die Erwartungen der Menschen, die den Entschluss fassen, nach Deutschland zu kommen, bereits vor der Zuwanderung zu steuern und ihnen Orientierung zu geben. Dabei wird bereits im Herkunftsland systematisch damit begonnen, Einwanderinnen und Einwanderer auf Deutschland vorzubereiten, zum Beispiel durch Sprachkurse oder Informations- und Aufklärungsangebote. Mehr  Informationen zu Phase I "Erwartungen steuern - Orientierung geben" finden Sie hier.

Wofür steht Phase II "Ankommen erleichtern - Werte vermitteln"?

Phase II setzt bei der Erstintegration an. Die Zeit unmittelbar nach der Ankunft in Deutschland ist von entscheidender Bedeutung für die Integration aller neu ankommenden Einwanderinnen und Einwanderer. Sie müssen sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden, die deutsche Sprache lernen, brauchen Orientierung und Unterstützung beim Ankommen. Die Vorhaben der Phase II sehen Sprachförderung, die Beratung über die Anerkennung von Berufs- und Bildungsabschlüssen und die Förderung von Bildung und Ausbildung vor.

Was ist Phase III "Teilhabe ermöglichen - Leistung fordern und fördern"?

Die Phase III zur Eingliederung zeigt, wie bedeutend und zugleich voraussetzungsvoll gesellschaftliche Teilhabe ist. Um Leistungen für eine gelingende Integration erbringen zu können, braucht es geeignete Grundlagen. Neben offenen Zugängen zu Arbeitsmarkt, frühkindlicher Bildung und zivilgesellschaftlichem Engagement sind ebenso geeignete Unterstützungsangebote vor Ort erforderlich, um Kompetenzen für eine gesellschaftliche Teilhabe aufzubauen. Das sichert die Voraussetzung für eine erfolgreiche Eingliederung und Teilhabe von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland.

Warum gibt es überhaupt verschiedene Phasen im Aktionsplan Integration?

Integration heißt Zusammenwachsen - und das geht nicht von heute auf morgen. Der Nationale Aktionsplan Integration ist deshalb in verschiedene Phasen unterteilt. Denn in jeder Phase der Integration haben die Menschen unterschiedliche Bedürfnisse.

Wer ist beteiligt?

Am NAP-I arbeitet die Bundesregierung gemeinsam mit 300 Partnern zusammen, darunter die Länder, Kommunen, die Wirtschaft, die Zivilgesellschaft und 75 Migrantenorganisationen.

Wie läuft der Prozess ab?

Alle Phasen beinhalten vier bis fünf Themenforen unter Federführung der zuständigen Bundesministerien. Sie erarbeiten gemeinsam mit weiteren Ressorts, Ländern, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Partnern bis zu 24 Kernvorhaben pro Phase. Insgesamt entwickeln die Beteiligten somit rund 120 konkrete Maßnahmen für eine gute Integration. Die Ergebnisse des NAP-I-Prozesses werden bei den Integrationsgipfeln der Bundeskanzlerin in den Jahren 2020 und 2021 präsentiert.

Was sind die Ziele des Nationalen Aktionsplans Integration?

Die Bundesregierung setzt mit dem NAP-I den Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um, die vielfältigen Integrationsmaßnahmen in einer bundesweiten Strategie nach dem Grundsatz "Fordern und Fördern" zu bündeln. Es geht darum, die Lebenssituation der Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu verbessern, ihre gleichberechtigte Teilhabe zu verwirklichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Mit diesem Ziel werden in insgesamt 24 Themenforen unter Federführung der zuständigen Bundesressorts gemeinsam mit den Ländern, Kommunen, nicht staatlichen Akteuren und vor allem Migrantenorganisationen so genannte Kernvorhaben erarbeitet.