„Phase eines großen industriellen Aufbruchs“

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Energieträger der Zukunft: Wasserstoff „Phase eines großen industriellen Aufbruchs“

Kanzler Scholz hat den Industriepark Höchst besucht, um sich über verschiedene Wasserstoffprojekte zu informieren. Die Bundesregierung fördert den Einsatz von Wasserstoff, um die Energieversorgung in Deutschland unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen.

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Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer Besichtigung des Höchst-Werksgeländes neben Geschäftsführer Joachim Kreysing.

Bundeskanzler Olaf Scholz testet eine Wasserstofftankstelle für Brennstoffzellenzüge, die ihm Geschäftsführer Joachim Kreysing erläutert.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Wasserstoff soll künftig Erdgas, Öl und Kohle ersetzen, denn er ist ein flexibel einsetzbarer und leicht transportierbarer Energieträger. Wenn er mit erneuerbaren Energien hergestellt wird, ist er zudem klimafreundlich – man spricht dann von grünem Wasserstoff. Dessen Einsatz und Produktion sind CO2-frei.

Im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main – einem von Deutschlands größten Industrieparks – forschen und produzieren Unternehmen rund um diese Zukunftstechnologien. Die Firma Ineratec entwickelt an diesem Standort eine geplante Power-to-Liquid-Anlage, die Strom in flüssige Energieträger umwandelt.

Wasserstoff-Tankstelle für Züge

Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Dienstag vor Ort die erste Wasserstoff-Tankstelle für Passagierzüge in Hessen besichtigt. Ende 2022 soll sie die weltweit größte Brennstoffzellenzug-Flotte des Rhein-Main-Verkehrsverbunds mit Wasserstoff versorgen. Deutlich wurde dabei, dass Wasserstoff eine Schlüsselrolle für die zukünftige Energieversorgung in Deutschland spielen wird.

Der Bundeskanzler betonte: „Wir befinden uns in der Phase eines großen industriellen Aufbruchs. Die deutsche Volkswirtschaft wird auf ganz andere Weise Energie produzieren und Energie verwenden, als das in der Vergangenheit der Fall war. Das bedeutet, dass wir erneuerbare Energien benötigen, um viel Strom zu produzieren. Aber das bedeutet eben auch, dass wir Wasserstoff einsetzen.“

Unabhängige Energieversorgung sichern

Der Energieträger könne für die verschiedensten Formen von Mobilität eingesetzt werden, aber auch für die Produktion. „Gleichzeitig ist es so, dass wir bei dieser Gelegenheit lernen, dass das nicht nur gut für das Klima, die Umwelt und den Wohlstand unseres Landes als Industrienation ist, sondern dass das auch unsere Unabhängigkeit bei der Energieversorgung verbessert. Gerade jetzt, wo wir sehen, wie abhängig wir von Energieimporten aus aller Welt und in diesem Falle auch ganz besonders von Russland sind, ist es doch wichtig zu wissen, dass wir eine realistische, ökonomisch funktionierende, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland schaffende technologische Fähigkeit besitzen, uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien und unsere eigene Souveränität zu verteidigen“, so der Bundeskanzler.

Neben den Vorteilen für das Klima und die Versorgungssicherheit haben Wasserstofftechnologien auch das Potenzial für viele zukunftsfähige Arbeitsplätze und einen globalen Milliardenmarkt.

Import von grünem Wasserstoff

Derzeit ist Deutschland auf den Import von grünem Wasserstoff angewiesen und ist mit potenziellen Lieferländern im Austausch. Die Bundesregierung pflegt strategische Partnerschaften unter anderem mit Süd- und Westafrika sowie mit Australien. Bis 2030 soll eine Herstellungskapazität von mindestens zehn Gigawatt auch in Deutschland aufgebaut sein.

Energiewende: Neue Technologien fördern 

Der Bund unterstützt daher auch durch seine Nationale Wasserstoffstrategie Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die neue Technologien und Lösungen für die Energiewende erarbeiten und unter realen Bedingungen im industriellen Maßstab erproben. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert hierzu sogenannte Reallabore. 

Auch das Bundesforschungsministerium und das Bundesministerium für Digitales und Verkehr unterstützen Initiativen, die den grundlegenden Fragen der Wasserstoffwirtschaft nachgehen und Vorhaben, die Wasserstoff für den Verkehr nutzbar machen.

Die Bundesregierung hat im Juni 2020 die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen. Das Ziel ist, auf Basis der Wasserstofftechnologie den CO2-Ausstoß in den Bereichen Industrie, Verkehr und Energie zu senken. Das fördert gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und erschließt neue Märkte.