Gebäude und Verkehr beim Klimaschutz stärker in der Pflicht 

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Reform des EU-Emissionshandels Gebäude und Verkehr beim Klimaschutz stärker in der Pflicht 

Der Europäische Emissionshandel wird deutlich ausgeweitet. Bislang betraf er Energieunternehmen sowie energieintensive Industrie. Ab 2027 kommen der Gebäude- und der Verkehrssektor neu hinzu. Deutschland gilt mit seinem nationalen Emissionshandel in beiden Bereichen als Vorreiter. Dahinter steht ein wichtiges Ziel.

4 Min. Lesedauer

Stau in der Stadt

Autos stauen sich in der Stadt: Deutschland setzt seit 2021 mit einem nationalen Emissionshandel für Wärme und Verkehr Impulse zum Energiesparen.

Foto: Getty Images/deepblue4you

Mit der Einigung zum europäischen Emissionshandel ist nun der größte Teil des Fit-for-55-Programms ausverhandelt und kann in Kraft treten. Neben den EU-Gremien – dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Europäischen Kommission – stimmten auch die EU-Mitgliedstaaten der Reform des EU-Emissionshandel zu. 

Künftig werden damit für etwa 85 Prozent aller CO2-Emissionen Zertifikate benötigt. Gleichzeitig wird die Anzahl von Zertifikaten immer weiter reduziert, so dass immer weniger klimaschädliche Gase ausgestoßen werden dürfen. Die kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten an die Industrie soll bereits 2034 auslaufen. Ab 2024 wird erstmalig die Schifffahrt in den EU-Emissionshandel aufgenommen. Weitere Sektoren sollen folgen.

Der EU-Emissionshandel senkt bereits jetzt erfolgreich klimaschädliche Emissionen. Bis 2030 sollen die Emissionsrechte im Vergleich zu 2005 schrittweise um 62 Prozent (bisher 43 Prozent) gekürzt werden. Hier finden Sie mehr zum EU-Programm Fit-for-55 .

Ab 2027: Verkehr und Gebäude Teil des EU-Emissionshandels

Mit der Einigung im EU-Emissionshandel sollen künftig in ganz Europa auch die bislang schwierigen Sektoren Verkehr und Gebäude stärker in die Pflicht genommen werden. Ab 2027 soll ein neues Emissionshandelssystem für Gebäude, Straßenverkehr sowie für die Nutzung fossiler Brennstoffe in bestimmten Industriesektoren geschaffen werden.

Damit die Preise nicht zu stark ansteigen, werden sie im Gebäude- und Verkehrsbereich ab 45 Euro pro Zertifikat abgefedert. Gleichzeitig soll das EU-Emissionsminderungsziel erreicht werden. Bis 2030 will die EU die Treibhausgase im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent senken. Das ist das Hauptziel der EU und des Programms Fit-for-55

Wichtiger Fortschritt zur Klimaneutralität erreicht

„Die EU geht voran beim Klimaschutz und beweist nun auch effektive Tatkraft“, sagte der Bundesminister für Wirtschaft und Klima, Robert Habeck. Damit sei es gelungen, dass der Weg zur Klimaneutralität konsequent verfolgt werde, ohne dabei den sozialen Ausgleich aus dem Blick zu verlieren, so Habeck weiter. Zudem setze die EU damit wichtige Maßstäbe für die Umsetzung von Klimapolitik weltweit.

Neuer Klimasozialfonds federt soziale Härten ab

Um einkommensschwächere Haushalte von der CO2-Bepreisung zu entlasten, wird ein neuer Klimasozialfonds in Höhe von 65 Milliarden Euro eingerichtet. Für die Industrie sorgt der CO2-Grenzausgleich – eine Abgabe für Importe – und die Stärkung des Innovationsfonds für eine faire Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. 

Deutschland als Vorreiter beim CO2-Preis auf Heiz- und Kraftstoffe

In Deutschland gibt es bereits seit 2021 einen nationalen Emissionshandel für die Bereiche Wärme und Verkehr. Der Ausstoß von Treibhausgasen beim Heizen und Autofahren hat seitdem einen CO2-Preis. Dieser verteuerte den Verbrauch von fossilen Heiz- und Kraftstoffen. Mit einem wichtigen Ziel dahinter: Die Verbrennung von fossilen Brennstoffen und damit auch der CO2-Ausstoß sollen drastisch reduziert werden. Gleichzeit wird damit die Nutzung klimaschonender Technologien wie Wärmepumpen und Elektromobilität, das Sparen von Energie und die Nutzung Erneuerbarer Energie lohnender.

Bei der Reduzierung und Vermeidung von klimaschädlichen Emissionen geht es um Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid, Lachgas und perfluorierte Kohlenwasserstoffe. Sie werden insbesondere in der Energiewirtschaft und in der energieintensiven Industrie ausgestoßen und sind ursächlich für weltweite Erderwärmung verantwortlich.

Weitere Informationen auf unserer Themeseite Energie und Klimaschutz .