Staatsministerin für Kultur und Medien

Tag des offenen Denkmals

Der Reiz des Verborgenen

Einen Blick hinter die Fassade von historischen Stätten oder Gebäuden werfen: Am "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag ist das an mehr als 7.500 Orten in ganz Deutschland möglich. Und das nicht nur hierzulande – bei den "European Heritage Days" findet in ganz Europa ein Denkmaltag statt. 

Blick in den Reichenauer Hof, ein Patrizierwohnhaus in Ulm.

Im Reichenauer Hof in Ulm logierte zwischen 1543 und 1552 mehrmals der deutsche Kaiser Karl V. In der Stadt fällt dieses Jahr der Startschuss zum "Tag des offenen Denkmals"

Foto: Felix Pilz, Landesamt für Denkmalpflege

Der "Tag des offenen Denkmals" bietet die Gelegenheit, Orte zu entdecken, die sonst oft verschlossen bleiben. Große und prominente sind dabei, aber auch kleine und weniger bekannte. Ziel des Aktionstages ist, das Interesse für das kulturelle Erbe und die Denkmalpflege zu wecken.

"Ein Denkmal an jeder Ecke"

Zu besichtigen sind beispielsweise die ältesten Glasmalereien Norddeutschlands im Zisterzienserinnenkloster St. Maria im Sonnenkamp in Mecklenburg-Vorpommern. Oder der Jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee, ein eindrucksvoller Ort deutscher Kulturgeschichte. In Schloss Sondershausen in Thüringen können Besucherinnen und Besuchern den Kerker erkunden. Im baden-württembergischen Endingen öffnet die ehemalige Lederfabrik Loesch, eine stillgelegte Fabrikhalle, ihre Türen.

"Diese Bandbreite, auch das etwas Unauffälligere zu entdecken und zu präsentieren, macht den Tag des offenen Denkmals aus. Ein Denkmal sozusagen an jeder Ecke", sagt Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die den Aktionstag in Deutschland koordiniert.

Auf der Webseite zum "Tag des offenen Denkmals" können Interessierte sich Denkmäler in ihrer Region anzeigen lassen. Außerdem lässt sich eine individuelle Denkmal-Route zusammenstellen. Für unterwegs gibt es zudem eine kostenfreie App.

Größte Kulturveranstaltung Deutschlands

Der "Tag des offenen Denkmals" ist Deutschlands größte Kulturveranstaltung: mit mehr als 7.500 Denkmalen in 2.700 Kommunen. Im vergangenen Jahr zählten die Veranstalter rund 3,5 Millionen Besucher. Die Aktion findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. Der Eintritt ist frei.

Den diesjährigen Startschuss gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Ulm. Das Motto lautet: "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur". Zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses soll deutlich werden, welche Umbrüche neue Kunst- und Baustile herbeigeführt haben.

70.000 Veranstaltungen europaweit

Der "Tag des offenen Denkmals" ist der deutsche Beitrag zu den "European Heritage Days", den Europäischen Tagen des kulturellen Erbes. Diese  finden in allen 50 Ländern Europas statt. Von August bis Oktober können Interessierte an 70.000 Veranstaltungen in ganz Europa teilnehmen: an Festivals, Konzerten, Theaterstücken, Ausstellungen, Handwerker-Workshops, Konferenzen und Führungen.

Seit 1999 sind die "European Heritage Days" eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und des Europarates. Die Aktion will auf die Vielfalt des europäischen Kulturguts aufmerksam machen und die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes und die Belange der Denkmalpflege sensibilisieren. 

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