Ausstellung "Mantegna und Bellini" 

Meister im Dialog

Zwei Maler der Renaissance halten Hof in der Gemäldegalerie am Kulturforum in Berlin. Rund 100 Gemälde, Zeichnungen und Skultpuren zeigen erstmals, wie eng die Verbindungen zwischen den beiden oberitalienischen Künstlern Andrea Mantegna und Giovanni Bellini tatsächlich waren.

Blick in die Ausstellungsräume der Gemäldegalerie.

Foto: Staatliche Museen zu Berlin/David von Becker

Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher haben sie bereits in London gesehen, nun wird die große Renaissanceschau auch in Berlin präsentiert. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit der Staatlichen Museen zu Berlin mit der National Gallery London und dem British Museum.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Werke von Andrea Mantegna (um 1431–1506) und Giovanni Bellini (um 1435–1516), die als bedeutendste oberitalienische Maler der italienischen Frührenaissance gelten.

Einzigartige Zeugnisse der Renaissance

Dabei handelt es sich um eine Art Familienzusammenführung, denn beide Künstler waren miteinander verschwägert, lebten und wirkten zehn Jahre in Venedig und blieben im regen Austausch miteinander  - auch nachdem Mantegna Hofmaler der Gonzaga in Mantua geworden war. Die Ausstellung stellt nun erstmals Werke der beiden Malerfürsten in dieser Form einander gegenüber.

Der Vergleich der rund 100 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen macht Gemeinsamkeiten wie Gegensätze augenfällig. Während Bellini mit kräftigen, leuchtenden Farben arbeitete, war Mantegnas Kunst geprägt von monumentalen Motiven, die oft wie mit einem Weichzeichner bearbeitet wirken.

Verhältnis von Kopie und Original

Besonders deutlich wird dies am Herzstück der Ausstellung, dem Gemälde "Die Darbringung Christi im Tempel". Mantegna hatte es bereits um 1453 angefertigt. Etwa 20 Jahre später nahm sich Bellini dasselbe Motiv vor und verlieh ihm einen eigenen Ausdruck.

 "Die Darbringung Christi im Tempel" von Andrea Mantegna.

"Die Darbringung Christi im Tempel" von Andrea Mantegna. Der Künstler hat sich und seine Gemahlin mit in das Geschehen gemalt - das gab es in dieser Form vorher nicht.

Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie/Christoph Schmidt

"Die Darbringung Christi im Tempel" in der Version von Bellini.

1472 nimmt Bellini dieses Bildmotiv auf: Er übernimmt Mantegnas Figuren, erweitert die figürliche Darstellung und bringt nun auch sich selbst in die Szenerie des Gemäldes ein.

Foto: Fondazione Querini Stampalia, Venedig/cameraphoto arte snc

In der Gesamtbetrachtung macht die Ausstellung deutlich, wie eng der Austausch der beiden Künstler war und wie sie sich gegenseitig beeinflussten - obwohl oder vielleicht gerade weil sie stets darauf bedacht waren, sich künstlerisch voneinander abzugrenzen. Und sie stellt die Frage nach dem Verhältnis von Nachahmung, Kopie und Original, wie es Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen, beschreibt.

Ergebnis staatlicher Kulturförderung

Träger der Staatlichen Museen mit ihren 15 Sammlungen und vier Instituten, der Staatsbibliothek, dem Geheimen Staatsarchiv, dem Ibero-Amerikanischen Institut sowie dem Staatlichen Institut für Musikforschung, ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Sie wird vom Bund als eine der größten Kultureinrichtungen Deutschlands mit rund 265 Millionen Euro aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin gefördert. Schirmherr der Mantegna-Bellini-Ausstellung ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

"Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance" ist bis zum 30. Juni dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 11 bis 18 Uhr in der Gemäldegalerie zu sehen. Der Eintritt kostet 14 Euro, ermäßigt sieben und ist unter 18 Jahren frei.

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