Gedenkstätte erinnert an "Stille Helden"

Widerstand gegen die Judenverfolgung Gedenkstätte erinnert an "Stille Helden"

Die Gedenkstätte Stille Helden widmet sich in ihrer neuen Dauerausstellung den Jüdinnen und Juden in ganz Europa, die sich der Verfolgung durch die Nationalsozialisten widersetzten – und jenen Menschen, die ihnen dabei geholfen haben.

Die neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte Stille Helden

Die neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte Stille Helden

Foto: Gedenkstätte Stille Helden

Eugen Herman ist 16 Jahre alt als er Anfang 1943 nach öffentlichen Schikanen durch die Gestapo in Berlin untertaucht. Im August 1943 kommt er zu Familie Winkler nach Luckenwalde bei Berlin. Bis zu seiner Festnahme 1944 gelingt es ihm, unerkannt zu bleiben und sich sogar in einer Widerstandsgruppe zu engagieren. Kurz vor Kriegsende, am 23. April 1945, seinem 19. Geburtstag, wird Eugen Herman frei gelassen.

Individuelle Schicksale von Flucht, Verfolgung und Widerstand

Es sind Schicksale wie das von Eugen Herman, die im Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung der Gedenkstätte Stille Helden stehen. Anhand von sieben Beispielen erzählt sie von der Verfolgung der Jüdinnen und Juden in ganz Europa, die seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Ende Januar 1933 für Schritt entrechtet, ausgegrenzt und ihrer Existenzgrundlagen beraubt wurden.

Und sie schildert die Not derjenigen, die angesichts der drohenden Deportation und Ermordung zur Flucht in den Untergrund gezwungen wurden. Angewiesen waren sie dabei auf die Hilfe anderer, auf Menschen, die Unterschlupf gewährten, Lebensmittel oder Papiere besorgten und die weitere Flucht organisierten. Rettungsversuche, die manchmal gelangen - manchmal aber auch scheiterten.

Vorbilder für Mut und Zivilcourage

Diese Schicksale, die von Verfolgung, Widerstand und Flucht handeln, sind Gegenstand der neuen Dauerausstellung in der Gedenkstätte Stille Helden. Heute wurde sie im Rahmen eines Presserundgangs eröffnet, an dem auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters teilnahm. "Die mutigen Europäerinnen und Europäer, denen diese Ausstellung gewidmet ist, entschieden sich für die Freiheit des Gewissens in einer von Zwang und Gewalt geprägten Zeit", erklärte Grütters. Sie seien bis heute Vorbilder für Mut und Zivielcourage.

Die neue Dauerausstellung offenbare Menschlichkeit in einem menschenverachtenden System und schärfe damit den Blick für die Errungenschaften einer freiheitlichen demokratischen Rechtsordnung und eines vereinten, friedlichen Europas, so die Kulturstaatsministerin weiter.

Die Gedenkstätte Stille Helden ist aus dem Berliner Museum  Blindenwerkstatt Otto Weidt hervorgegangen. Seit Anfang 2018 ist sie im Bendlerblock untergebracht, wo auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand ihren Sitz hat. Die Gedenkstätte Stille Helden wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Weitere Informationen zur Ausstellung und zur Gedenkstätte Stille Helden finden Sie hier.

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