Tag des inhaftierten Schriftstellers

Für die Freiheit des Wortes

Jedes Jahr am 15. November erinnert der internationale Autorenverband PEN mit dem "Tag des inhaftierten Schriftstellers" an Journalistinnen und Journalisten, die wegen kritischer Berichterstattung verhaftet werden. Verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftstellern finden in Deutschland auf verschiedenen Wegen Unterstützung.

Das Wort Pressefreiheit ist in einem Ausschnitt des Artikels 5 des Grundgesetzes auf einer Glasscheiben am Außenhof des Jakob-Kaiser-Hauses in Berlin zu sehen.

Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert in Deutschland die Meinungs- und Pressefreiheit.

Foto: picture-alliance/dpa

Weltweit werden Journalistinnen und Journalisten, Bloggerinnen und Blogger, Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Verlegerinnen und Verleger in ihrer freien Meinungsäußerung gehindert, dafür verfolgt und inhaftiert, viele sogar ermordet. Anhand ausgewählter Schicksale macht die internationale Schriftstellervereinigung PEN jedes Jahr am "Tag des inhaftierten Schriftstellers" auf bestürzende Fälle aufmerksam, die beispielhaft stehen für viele ihrer Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt.

Das PEN-Zentrum Deutschland nimmt am "Tag des inhaftierten Schriftstellers" in diesem Jahr die Schicksale der Autorinnen und Autoren Lydia Cacho (Mexiko), Stella Nyanzi (Uganda), Nedim Türfent (Türkei), Galal El-Behairy (Ägypten) und Shakthika Sathkumara (Sri Lanka) in den Blick.

Bund fördert Exilprogramme

Das Zentrum ist Träger des Stipendienprogramms "Writers in Exile", in dem verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftsteller bis zu drei Jahre lang einen Aufenthalt in Deutschland sowie finanzielle Unterstützung, Orientierungshilfe im Alltag und Kontakte zu anderen Autorinnen und Autoren erhalten. Insgesamt 57 Stipendiatinnen und Stipendiaten haben seit 1999 an dem Programm teilgenommen. Finanziert wird es seit Anbeginn mit Bundesmitteln aus dem Etat der Kulturstaatsministerin, 2019 mit rund 585.000 Euro.

Neben "Writers in Exile" unterstützt die Staatsministerin seit diesem Jahr auch das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (EZPMF) mit insgesamt 100.000 Euro. Das Leipziger Zentrum versteht sich als eine offene Plattform zum Thema Medienfreiheit. Für Journalistinnen und Journalisten, die in ihrem Heimatland verfolgt werden, bietet das "Journalists in Residence"-Programm ebenfalls Zuflucht in Deutschland. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten bis zu sechs Monate lang eine Unterkunft in Leipzig sowie eine monatliche Vergütung und Krankenversicherung. Das Programm ermöglicht ihnen zudem die Teilnahme an Journalistikkursen.

Studie gibt erstmals Gesamtüberblick

Insgesamt richten sich in Deutschland rund 65 Kulturprojekte speziell an Exilkünstlerinnen und -künstler. Dies geht aus der von Kulturstaatsministerin Grütters initiierten Studie "Exil in der Bundesrepublik Deutschland" der Universität Osnabrück hervor, die sie im Oktober zum 20-jährigen Bestehen des "Writers in Exile"-Programms im Bundeskanzleramt vorgestellt hat.

Die Studie gibt erstmals einen Gesamtüberblick zur Lebenssituation und zu den Fördermöglichkeiten für verfolgte Künstlerinnen und Künstler im deutschen Exil.

Zusätzliche Mittel für die Deutsche Welle

Für die Freiheit des Wortes steht auch die Deutsche Welle, die der Bund im kommenden Jahr mit 365 Millionen Euro aus dem Haushalt für Kultur und Medien fördert. Der deutsche Auslandssender erreicht über Hörfunk, Fernsehen, Internet und die sozialen Medien pro Woche rund 197 Millionen Menschen weltweit. Gerade dort, wo Presse- und Meinungsfreiheit eingeschränkt sind, bietet er verlässliche und unabhängige Informationen.

Mit ihrer Online-Plattform "DW Freedom" betreibt die Deutsche Welle zudem ein international zugängliches Portal, das es Journalistinnen und Journalisten auf der ganzen Welt ermöglicht, Verstöße gegen Freiheitsrechte öffentlich zu machen und sich zusammenzuschließen.