Zusammenhalt in Vielfalt: Jüdischer Alltag in Deutschland

Fotowettbewerb zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt: Jüdischer Alltag in Deutschland

"Antisemitismus ist ein Angriff auf uns alle. Wir können ihn nur gemeinsam bekämpfen", erklärt Staatsministerin Grütters. Ein Aktionstag am 9. Oktober soll künftig ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit mit jüdischen Bürgerinnen und Bürgern setzen. In diesem Jahr ist er Anlass für einen Fotowettbewerb zum Thema "Zusammenhalt in Vielfalt: Jüdischer Alltag in Deutschland".

Key Visual des Fotowettbewerbs zum "Zusammenhalt in Vielfalt: Jüdischer Alltag in Deutschland"

Einladung zum Fotowettbewerb "Zusammenhalt in Vielfalt: Jüdischer Alltag in Deutschland"

Foto: Initiative Kulturelle Integration

Vor einem Jahr am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, fand in Halle der antisemitisch motivierte Anschlag auf die Mitglieder der Synagoge in Halle statt. Zwei unbeteiligte Menschen wurden dabei getötet.

Antisemitische Vorfälle sind in Deutschland immer wieder zu beklagen, zuletzt vor wenigen Tagen der Angriff auf einen jüdischen Studenten vor der Synagoge in Hamburg. 

Aktionstag am 9. Oktober

Ein Aktionstag am 9. Oktober soll künftig ein sichtbares Zeichen des Miteinanders und der Solidarität mit jüdischen Bürgerinnen und Bürgern setzen. Das erklärte heute Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und dem Sprecher der Initiative Kulturelle Integration und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, in Berlin.

Sie nehmen den diesjährigen Aktionstag zum Anlass, einen Fotowettbewerb zum Thema "Zusammenhalt in Vielfalt: Jüdischer Alltag in Deutschland" auszuloben.

Die Teilnahme am Fotowettbewerb zum Thema "Zusammenhalt in Vielfalt: Jüdischer Alltag in Deutschland" ist bis zum 20. Dezember 2020 möglich. Maximal können drei Fotos eingereicht werden. Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von 15.000 Euro zur Verfügung, der erste Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Unter den eingereichten Fotos wird eine Jury zehn Bilder auswählen. Der Jury gehören an: Iris Berben, Stephan Erfurt, Dalia Grinfeld, Monika Grütters, Felix Klein, Shelly Kupferberg, Patricia Schlesinger, Josef Schuster und Olaf Zimmermann. Geplant ist, die Fotos anschließend in einer Wanderausstellung an vielen öffentlichen Orten in Deutschland zu präsentieren. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Angriff auf unsere Gesellschaft

Jeder Angriff auf Jüdinnen und Juden in unserem Land sei immer auch ein Angriff auf unsere Gesellschaft und unsere Werte, erklärte Grütters. "Es ist bitter, ja es ist unerträglich, dass es mehr als 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz jährlich 1.800 antisemitische Straftaten gibt; dass Juden sich nicht trauen, überall und jederzeit eine Kippa zu tragen und dass jüdische Kindergärten, Schulen und Synagogen von Polizei und Mauern bewacht werden müssen", sagte die Staatsministerin.

Jüdisches Leben ist Teil unserer Kultur

Jüdisches Leben sei Teil unserer Kultur und Geschichte und müsse sich frei entfalten können. Bei Taten mit antisemitischem Hintergrund sei deshalb der demokratische Rechtsstaat mit der maximalen Härte aller polizeilichen, verfassungsschutzrechtlichen und strafrechtlichen Mittel gefordert.

"Hier braucht es aber auch eine eindeutige Haltung, öffentliche und auch sichtbare Zeichen der Mehrheitsgesellschaft, dass diese antisemitische, rechtsextreme und radikale Minderheit nicht für das heutige Deutschland steht und man ihnen diesen Anspruch auch nicht zugesteht", so Grütters weiter.

Verstärkt aufklären

Um sich noch mehr als bisher demokratiefeindlichen Entwicklungen entgegenzustellen, fördert die Beauftrage für Kultur und Medien (BKM) verstärkt Angebote politischer, historischer und kultureller Bildung in Kultur- und Gedenkeinrichtungen.

Besuche junger Menschen in Gedenkstätten sollten während ihrer Ausbildungszeiten fest und verbindlich eingeplant werden, mahnt die Kulturstaatsministerin. "Im besten Fall führen Gedenkstättenbesuche zu unmittelbar persönlichem und berührendem Verständnis, wohin Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung in einer Gesellschaft führen, und dass jeder einzelne aufgefordert ist, für Menschenrechte und ein friedliches Miteinander einzutreten."

Unterstützt werden Gedenkstätten dabei unter anderem durch das BKM-Programm "Jugend erinnert". Es ermöglicht NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren, innovative nachhaltig wirkende Bildungsformate zu entwickeln und Kooperationen mit unterschiedlichen Trägern der Jugendbildung zu etablieren.

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