10 Jahre Stiftung Berliner Mauer

Erinnerungsorte mit hoher Reichweite

Besucherrekord in der Stiftung Berliner Mauer: Mehr als eine Million Menschen haben sich allein 2018 den Erinnerungsort Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße angesehen, mehr als acht Millionen sind es insgesamt seit Gründung der Stiftung vor zehn Jahren. In dieser Zeit habe sie sich als "äußerst wichtiger Partner bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur" etabliert, würdigt Kulturstaatsministerin Grütters die Arbeit der Stiftung.

Besucher betrachten Portraits von Maueropfern.

Gedenkstätte Berliner Mauer: Fenster der Erinnerung geben den Opfern des DDR-Grenzregimes Namen und Gesicht.

Foto: Stiftung Berliner Mauer

Herzstück der Stiftung ist die Gedenkstätte an der Bernauer Straße mit Originalteilen der Mauer. Darüber hinaus gehören die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, die Gedenkstätte Günter Litfin in einem früheren Wachturm und seit November auch die Berliner East Side Gallery mit den bemalten Mauersegmenten zur Stiftung Berliner Mauer. Gefördert wird die Stiftung gemeinsam vom Bund und dem Land Berlin mit derzeit rund 3,6 Millionen Euro jährlich.

Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist zentraler Erinnerungsort an die deutsche Teilung. Das erhaltene Stück Mauer vermittelt, wie auch die Reste der Grenzsperren, einen Eindruck der DDR-Grenzanlagen. Die Gedenkstätte befindet sich an der ehemaligen Grenzlinie. Der Ort veranschaulicht die Geschichte der deutschen Teilung und dient dem Gedenken an ihre friedliche Überwindung.

Wissen für nachfolgende Generationen sichern

Mit dem Engagement für Orte der geschichtlichen Bildung, Erinnerung und Aufarbeitung stellt der Bund die historische Wissensvermittlung auch an nachfolgende Generationen als Bestandteil der gesamtstaatlichen Erinnerungskultur sicher. "Es ist wichtig, dass gerade junge Menschen die Chance wahrnehmen, sich ein Bild von den Hintergründen und Auswirkungen der Teilung Berlins, Deutschlands und Europas zu machen", erklärt Kulturstaatsministerin Grütters.

Und die Nachfrage ist groß: Mit rund 1.120.000 Besucherinnen und Besuchern kamen im letzten Jahr 164.000 Menschen mehr als im Vorjahr in die Gedenkstätte Berliner Mauer. Bei der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde liegen die Besucherzahlen bei rund 10.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr. Die Gedenkstätte Günter Litfin besuchten 2018 mehr als 7.000 Menschen.

Diese konstant hohen Besucherzahlen belegen nach Ansicht der Kulturstaatsministerin "das ungebrochene Interesse an den Themen Diktatur und Widerstand, Demokratie, Unfreiheit und Freiheit - auch im 30. Jahr des Mauerfalls.

Sensible Erinnerungs- und Bildungsarbeit

Mit ihren historischen und authentischen Gedenk- und Lernorten habe sich die Stiftung Berliner Mauer als "äußerst wichtiger Partner bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur etabliert", betont  Grütters. "Sie ist auf diesem Feld zu einer Institution mit internationaler Ausstrahlung geworden." In anschaulicher, nachdenklicher und sensibler Weise leiste die Stiftung wertvolle Erinnerungs- und Bildungsarbeit, so Grütters weiter. 

Anhand von Führungen, Zeitzeugenberichten, Seminaren, Projekttagen und Zeitzeugengespräche und einer Open-Air-Ausstellung auf einer Fläche von 3,5 Hektar wird an den beiden Standorten der Stiftung die Geschichte der Teilung Berlins und der Fluchtbewegungen aus der DDR nachgezeichnet. Allein an den insgesamt 3.302 Führungen an allen vier Standorten nahmen 2018 mehr als 67.000 Menschen teil.

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