Beethovens Neunte im Original

Ausstellung in der Staatsbibliothek zu Berlin Beethovens Neunte im Original

Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wird auf der ganzen Welt gefeiert. In Berlin präsentiert die Staatsbibliothek jetzt ihre einmalige Sammlung an Beethoven-Handschriften, unter ihnen die originalen Noten seiner 9. Sinfonie. Kulturstaatsministerin Monika Grütters eröffnete die Ausstellung unter dem Motto "Diesen Kuss der ganzen Welt!“

Kulturstaatsministerin Grütters, der Präident der SPK, Hermann Parzinger, die Direktorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, und Sammlungsleiterin Martina Rebmann beugen sich über eine Vitrine mit Beethoven-Autographen.

Staunen vor der Originalhandschrift über Beethovens 9. Sinfonie

Foto: Staatsbibliothek zu Berlin

Die Staatsbibliothek Unter den Linden zeigt in der Ausstellung zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung Teile ihrer einzigartigen Beethoven-Sammlung. Zu ihr gehört mehr als die Hälfte aller überlieferten Beethovenhandschriften, insgesamt rund 220 Autographe. Die weltweit größte Sammlung ist sowohl in ihrer Fülle als auch Qualität einzigartig.

Die Ausstellung beleuchtet Ludwig van Beethovens (1770-1827) Leben und Werk aus einer neuen Perspektive und stellt damit einen beeindruckenden Beitrag zum Beethoven-Jubiläum dar. 2020 feiern Deutschland und die Welt den 250. Geburtstag des großen deutschen Komponisten und Klaviervirtuosen. Unter der Dachmarke BTHVN 2020 des bundesweiten Programms finden mehr als 1.000 Ausstellungen, Konzerte und Projekte statt. Die Beethoven-Sammlung der Staatsbibliothek Unter den Linden ist in diesem Jahr auch Kooperationspartner des Beethoven-Hauses und der Bundeskunsthalle Bonn.

Faszinierende Nähe zu diesem Ausnahme-Künstler

Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte während ihres Rundgangs zur Eröffnung der Ausstellung den beeindruckenden Beitrag der Staatsbibliothek zum Beethoven-Jubiläumsjahr und regte zur Beschäftigung mit den Handschriften und Originaldokumenten an. "Die einzigartigen Quellen schaffen eine faszinierende Nähe zu diesem Ausnahmekünstler, der die Musik revolutionierte – fast so, als könnten wir dem großen Komponisten beim Verfertigen seiner Werke über die Schulter schauen“, so Grütters.

"Eindrücke einer persönlichen Ansprache, des ganz persönlichen Erlebens" werden laut Monika Grütters durch die Originaldokumente ermöglicht. "Die Zeitdokumente erlauben den unmittelbaren, ungefilterten Blick auf den Komponisten", sagte sie.

Die Beethoven-Ausstellung der Staatsbibliothek wird von der Kulturstaatsministerin aus Projektmitteln für das Beethoven-Jubiläum mit rund 250.000 Euro gefördert. Die Bundesregierung stellt für Ausstellungen, Konzerte und Projekte im Beethoven-Jubiläumsjahr insgesamt 27 Millionen Euro zur Verfügung.

Einzigartige Beethoven-Autographen werden gezeigt

Die konzeptionelle Idee der Ausstellung basiert auf der Entwicklung der Berliner Beethoven-Sammlung. Illustriert wird sie durch Autographen, die zu ihrem Schutz nur sehr selten im Original gezeigt werden dürfen.

Zu den Ausstellungsobjekten gehören neben der Originalpartitur der 9. Sinfonie auch die Partituren der Sinfonien Nr. 4, 5, 7 und 8, sowie der Klavierkonzerte 1-3 und 5, das Manuskript der Oper Fidelio op. 72 und der Missa solemnis wie auch originale Lebensdokumente.

Etwa 300 Briefe, darunter der Brief an die Unsterbliche Geliebte, und 200 weitere Dokumente gehören ebenfalls zu der Sammlung. Auch 137 der 139 überlieferten Konversationshefte Beethovens, die verschriftlichten Gespräche des ertaubten Komponisten, können betrachtet werden.

Im Begleitprogramm ermöglichen Videos und Hörstationen einen erweiterten Zugang zu Beethovens Welt. Ein Höhepunkt ist die Graphic Novel von Mikael Ross, die einen Kindertag Beethovens zeigt.

Das populärste Werk der klassischen Musik, die 9. Sinfonie, wurde 2001 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen und begeistert bis heute mit seiner „Ode an die Freude“ unter anderem als Europahymne weltweit die Menschen. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung haben die Gelegenheit, sich das Autograph mit eigenen Augen anzusehen.

Staatsbibliothek ist ein modernes Zentrum des Wissens

Da die wertvollen Autographen nur noch selten im Original gezeigt werden dürfen, spielt neben ihrer guten konservatorischen Betreuung auch die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Die Staatsbibliothek hat mit Unterstützung der Staatsministerin für Kultur und Medien bereits 90 Prozent ihrer Bestände digitalisiert, darunter 19.300 Seiten Musikautographe.

Monika Grütters betonte, dass es für die Bibliotheken im 21. Jahrhundert eine der größten Aufgaben sei, die Bestände digital zu erfassen. "Kultur für alle und an jedem Ort zugänglich zu machen, ist zweifellos ein enormer Gewinn im Zeitalter der Digitalisierung“, so Grütters.

Die Beethoven-Sammlung steht via Internet kostenfrei allen Menschen zur Verfügung. Das frisch sanierte Gebäude der Staatsbibliothek wird voraussichtlich im Juni 2020 wieder für das breite Publikum zugänglich sein. Die Sanierung des Gebäudes wurde aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin finanziert.


Schlagwörter