Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Europa – Kulturstaatsministerin Grütters: „Wir kennen die Lehren aus unserer schwierigen Geschichte“

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Wegen der Corona-Pandemie kann der 75. Jahrestag des Kriegsendes in fast allen Ländern der Welt nur weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit begangen werden.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärt dazu: „Es ist bitter, dass der zentrale Staatsakt zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai in Berlin wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Nie werden wir Deutschen vergessen, welches Leid und Elend wir mit dem Zweiten Weltkrieg über andere Völker gebracht haben. Wir kennen die Lehren aus unserer schwierigen Geschichte. Aus dem Hass entstand die Diktatur, und die Diktatur führte zum Krieg. Am Tag der Kapitulation lagen weite Teile Europas in Trümmern. Der 8. Mai 1945 markierte aber auch keine Stunde Null. Gewalt, Unterdrückung und Leiden endeten nicht an diesem Tag. Wir bekennen uns zu unserer aus diesem Elend erwachsenen Verantwortung für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde in Deutschland, Europa und weltweit.“
Grütters erinnerte an die historischen Worte des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985. „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung“, hatte er in seiner großen Rede vor dem Deutschen Bundestag gesagt. Dieser Tag habe „uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“ Auch ein anderer Satz aus Weizsäckers damaliger Rede habe eine beklemmend aktuelle Bedeutung: „Für uns kommt es auf ein Mahnmal des Denkens und Fühlens in unserem eigenen Inneren an.“

Am 8. Mai 1945 unterzeichneten Vertreter der deutschen Wehrmacht in Berlin die bedingungslose Kapitulation Deutschlands und besiegelten damit das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Heute befindet sich am authentischen Ort das mit den Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Museum Berlin-Karlshorst, das als einzige Einrichtung in Deutschland mit einer Dauerausstellung an den Vernichtungskrieg im Osten Europas erinnert.
Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes entstand die Sonderausstellung „Von Casablanca nach Karlshorst“, die den Fokus auf die NS-Verbrechen in den letzten beiden Kriegsjahren richtet. Geplant war eine Ausstellungseröffnung unter Beteiligung sämtlicher heute für die vier alliierten Siegermächte stehenden Botschaften. Auch dieses Ereignis fiel der Coronavirus-Pandemie zum Opfer. Allerdings kann die Sonderausstellung des Museums Berlin-Karlshorst in vollem Umfang virtuell besucht werden.

„Es ist sehr erfreulich, dass so viele Museen und Gedenkstätten in kürzester Zeit eindrucksvolle digitale Präsentationen realisiert haben, die ein breites Publikum erreichen“, so Kulturstaatsministerin Grütters. „Das gilt auch für die aufschlußreiche Sonderausstellung des Museums Berlin-Karlshorst zum 75. Jahrestag des Kriegsendes. Mittlerweile bereiten viele Einrichtungen bereits ihre schrittweise Wiedereröffnung verantwortungsvoll vor. Dabei unterstützen wir sie nach Kräften.“