Staatsministerin Grütters fördert Spielfilmvorhaben mit 4 Mio. Euro

Am 13. und 14. November 2019 fand die Sitzung der Jury für Spielfilmförderung der Staatsministerin für Kultur und Medien statt.

  • Pressemitteilung 390
  • Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Aus insgesamt 32 eingereichten Anträgen auf Produktionsförderung wurden acht Filmvorhaben und aus 45 Anträgen auf Drehbuchförderung neun Stoffe durch die Jury zur kulturellen Filmförderung vorgeschlagen. Den Empfehlungen der unabhängigen Jury folgend, fördert Staatsministerin Monika Grütters die nachfolgend genannten programmfüllenden Spielfilmvorhaben mit insgesamt vier Millionen Euro.

Es waren vor allem starke Projekte und interessante Perspektiven weiblicher Filmschaffender, die die Jury in der letzten Sitzung des Jahres überzeugen konnten. So lenkt bspw. Aelrun Goette in ihrem sehr persönlichen Projekt „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ den Blick auf die Modewelt der DDR. Auch das Regie-Debüt von Schauspielerin Katharina Marie Schubert („Das Mädchen mit den goldenen Händen“) und der zweite Spielfilm von Sabrina Sarabi („Niemand ist bei den Kälbern“, nach dem gleichnamigen Roman von Alina Herbing) erzählen vom Leben im Osten der Republik - in der späten Nachwendezeit und Heute. In Nana Neuls neuem Kinofilm „Töchter“ (ebenfalls eine Romanvorlage, hier von Lucy Fricke) werden zwei sehr unterschiedliche Vater-Tochter-Beziehungen in einem Roadtrip über die Schweiz bis nach Griechenland immer wieder neu ausgelotet. Auf leichte, humorvolle Art widmet sich Laura Lehmus den Problemen einer alleinerziehenden Mutter in ihrem ersten Spielfilm mit dem Titel „Sweet Disaster“ nach ihrem vielfach ausgezeichneten Kurzfilm „Alienation“ (u.a. Deutscher Kurzfilmpreis 2015). Unter den geförderten Projekten befinden sich zudem die neuen Filmvorhaben von Mareike Wegener, Timm Kröger und Kuba Czekaj.

Im Rahmen der BKM-Drehbuchförderung werden u.a. das neue Projekt von Julia von Heinz und John Quester über den Sänger Rio Reiser („Halt Dich an Deiner Liebe fest“) unterstützt sowie „Man lebt, weil man geboren ist“ von Maria Speth und Reinhold Vorschneider, nach den Tonbandprotokollen des Journalisten André Müller.

Die Förderungen im Einzelnen:

Produktion

„In einem Land, das es nicht mehr gibt“, Produktionsfirma: Ziegler Film GmbH & Co.KG, Berlin, Autorin und Regisseurin: Aelrun Goette, Fördersumme: 600.000 Euro.
Inhalt: Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt der Film von der Schönheit und Eleganz im Osten, taucht ein in die Welt des legendären Modemagazins „Sibylle“ sowie des VEB Exquisit und landet im kreativen Untergrund als Gegenentwurf zum grauen DDR-Alltag.

„Niemand ist bei den Kälbern“, Produktionsfirma: Weydemann Bros. GmbH, Hamburg, Autorin und Regisseurin: Sabrina Sarabi, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Hochsommer in Schattin, im Norden Mecklenburg-Vorpommerns. Christin lebt mit ihrem Freund Jan auf dem Milchviehhof seines Vaters, doch sie will nur weg aus der Enge des Dorfes.

„Sweet Disaster“, Produktionsfirma: about:film e.K., Berlin, Autorin: Ruth Toma, Regisseurin: Laura Lehmus, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Eine späte Schwangerschaft und das abrupte Ende einer Beziehung sind jedes für sich genommen noch keine Katastrophe. Aber beides zusammen wirkt auf Maltherapeutin Frida wie Brandbeschleuniger auf Grillkohle.

„Die Theorie von Allem“, Produktionsfirma: Ma.ja.de Film-produktions GmbH, Leipzig, Autoren: Roderick Warich, Timm Kröger, Regisseur: Timm Kröger, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: 1962. Ein physikalischer Kongress in der Schweiz. Ein iranischer Gast. Eine geheimnisvolle Pianistin. Eine bizarre Wolkenformation am Himmel und ein dröhnendes Geheimnis unter dem Berg. - Ein quantenmechanischer Thriller in schwarz-weiß.

„Töchter“, Produktionsfirma: Heimatfilm GmbH + CO KG, Köln,
Autorinnen: Nana Neul, Lucy Fricke, Regisseurin: Nana Neul, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: Zwei Frauen brechen auf zu einer Reise in die Schweiz, mit einem todkranken Vater auf der Rückbank. Eine letzte, finale Fahrt soll es werden. Doch nichts endet, wie man es sich vorgestellt hat - schon gar nicht das Leben.

„Echo“, Produktionsfirma: Petrolio Film GmbH, Köln, Autorin und Regisseurin: Mareike Wegener, Fördersumme: 450.000 Euro.
Inhalt: Der Fund einer Mädchenleiche im Moor von Friedland ist Hauptkommissarin Harders erster Einsatz nach der Rückkehr von einer traumatischen Auslandsmission. Doch statt den Fall zu lösen, befördert die Konfrontation mit der brutalen Geschichte Friedlands eine schwere Schuld aus Harders eigener Vergangenheit zurück an die Oberfläche und zwingt sie, sich dessen Echo zu stellen.

„Lipstick on the Glass“, Produktionsfirma: Indi Film GmbH, Stuttgart, Autor und Regisseur: Kuba Czekaj, Fördersumme: 380.000 Euro.
Inhalt: Durch die Intrige einer geheimnisvollen Figur namens „Das Etwas“ verliert Emerica die Kontrolle über ihr Leben und wird zu einer abenteuerlichen Flucht zu einer weiblichen Sekte verleitet, für welche sie ihre Tochter zurücklassen muss.

„Das Mädchen mit den goldenen Händen“, Produktionsfirma: if... Productions Film GmbH, München, Autorin und Regisseurin: Katharina Marie Schubert, Fördersumme: 300.000 Euro.
Inhalt: Als Lara ihre Mutter zu deren 60. Geburtstag besucht, ahnt sie nicht, dass sich die allseits beliebte, engagierte Bewohnerin eines ostdeutschen Städtchens auf eine emotionale Tour de Force begibt, die ungewollt die Vergangenheit ans Licht befördern wird.

Drehbuch

„Echos“, Autor: Kai Gero Lenke, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Ein depressiver Mann kommt nicht über den Tod seiner Partnerin hinweg und entschließt sich, sie zurück ins Leben zu rufen – auch wenn er sich dazu einer Technologie bedienen muss, die nie für den Einsatz auf der Erde bestimmt war.

Das Herz keine Mördergrube“, Autorin: Petra Lüschow, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Margit Maslow, 49, hält für ihre Familie und ihren Mann Friedrich, einen notorischen Kriminellen, die bürgerliche Fassade aufrecht. Als sie endlich zusammen frei sein können und er sie betrügt, kochen bei Margit die tapfer kontrollierten Aggressionen hoch und die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Die Fähe“, Autorinnen: Ziska Riemann und Daniela Baumgärtl, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Nach dem leidenschaftlichen Honeymoon dreht die Ehefrau des Psychoanalytikers Carl einer notleidenden Fähe den Hals um und nichts ist mehr so wie es war. Carl muss seine durchdrehenden Hunde erschießen und bald auch das Personal entlassen. Ist seine Frau hysterisch geworden? Doch nicht erst nach einem Massaker im Hühnerhaus stellt sich die Frage, wer hier wirklich verrückt ist.

„Die Odalisken“, Autorinnen: Nataly E. Savina und Ann-Kristin Reyels, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Die lettische Gynäkologin Tamara und ihre Tochter Katinka stranden in einer deutschen Kleinstadt. Dort vermietet Tamara Zimmer an Hafenprostituierte aus der Heimat. Katinka sucht heimlich die Nähe der Halbweltmädchen und fährt schließlich mit ihnen nach Paris, um dort steinreiche Männer zu treffen.

Halt Dich an Deiner Liebe fest“, Autoren: Julia von Heinz und John Quester, Herrsching. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: In den Unruhen der Kreuzberger Hausbesetzungen lernt Rio Reiser den Treberjungen Andi kennen und verfällt ihm. Rio folgt ihm in die tiefsten Abgründe seiner Heroinsucht. Hier sucht er Erlösung aus seiner Zerrissenheit, den Ansprüchen der linken Szene und seinem eigenen künstlerischen Streben.

Man lebt, weil man geboren ist“, Autoren: Maria Speth und Reinhold Vorschneider, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: André Müller, ein bekannter Journalist, reist 1989 nach Wien, um mit seiner Mutter ein Interview zu führen, das veröffentlicht werden soll. Es wird eine Reise in die Vergangenheit. In einem verzweifelten Kampf versucht er der Mutter die tabuisierten Geheimnisse ihres und seines Lebens zu entreißen.

„Die Homestory“, Autoren: Matthias Luthardt und Constantin Lieb, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Der junge jüdische Journalist Linus Altenberg gerät während der Arbeit an einer Homestory über das Glamourpaar der Weimarer Republik, Fritz Lang und Thea von Harbou, in einen persönlichen Zweifrontenkrieg der beiden Filmstars, in dem sich im Privaten der politische Zeitgeist widerspiegelt.

Star“, Autorin: Carolina Hellsgård, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Die 20-jährige Mila kommt aus dem Gefängnis frei und plant einen neuen Überfall.

Die Gäste“, Autoren: Cristina Diz und Stefan Butzmühlen, Artelshofen. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Ein junges Paar. Iria, eine spanische Gastarbeiterin. Hajo, ein deutscher Student. Sie müssen Irias sterbende Mutter aus Rüsselsheim nach Galizien bringen. Eine Autofahrt quer durch die Systeme im Jahr 1973.

Der Jury Spielfilm gehörten in dieser Sitzung an:
Natja Brunckhorst (Autorin, Schauspielerin, Hamburg/München),
Martin Hagemann (Produzent, Berlin),
Peter Henning (Autor, Regisseur, Berlin),
Michael Meyns (Filmkritiker und -journalist, Berlin),
Linda Söffker (Berlinale, Leitung Perspektive Deutsches Kino, Berlin).

Der nächste Einreichtermin für Drehbuch- und Produktions-förderung Spielfilm ist der 9. Januar 2020.

Die aktuellen Filmförderungsrichtlinien, Antragsformulare und Merkblätter sind im Internet unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/medien/filmfoerderung abrufbar.

Kontakt/Information:

Pressestelle BKM, Telefon: 49 30 18 681-43333, Fax: - 55366,
E-Mail: presse@bkm-info.bund.de

Filmreferat der BKM, Telefon: 030/18 681- 43110, Fax: -543110, E-Mail: K35@bkm.bund.de