Kulturstaatsministerin will Deutschen Verlagspreis schaffen - Grütters: Ein Zeichen für literarische Vielfalt setzen!

  • Pressemitteilung 344

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse hat die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, die Einführung eines „Deutschen Verlagspreises“ angekündigt. „Angesichts der angespannten Situation gerade kleinerer und anspruchsvoller Verlage wollen wir ein Zeichen für literarische Vielfalt setzen“, sagte Grütters. „Der Deutsche Verlagspreis wird die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der unabhängigen Verlage überall in Deutschland stärken und sichtbarer machen. Der Preis soll vor allem in der Fläche wirken und so einen Beitrag zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur in ganz Deutschland leisten.“

Der Deutsche Verlagspreis soll aus Spitzenpreisen sowie einer mittleren zweistelligen Zahl von Förderpreisen bestehen. Sein Gesamtbudget sollte mindestens so hoch liegen wie bei seinem Vorbild, dem erfolgreichen Deutschen Buchhandlungspreis. Dieser wird mit einer Million Euro pro Jahr gefördert. Wichtige inhaltliche Kriterien für eine Preisvergabe sind ein erkennbares eigenes verlegerisches Profil, Engagement im Bereich Lese- und Kulturförderung sowie überzeugende innovative und digitale Projekte. Zur Ausgestaltung des Preises finden derzeit auch zahlreiche Gespräche mit den Ländern statt.

Monika Grütters erklärte weiter: „Ich werde mich weiter mit aller Kraft für den Erhalt einer lebendigen Buch- und Verlagslandschaft in Deutschland einsetzen. Verlage sowie Autorinnen und Autoren brauchen gezielte Unterstützung, aber auch gute rechtliche Rahmenbedingungen. Der Erhalt der Buchpreisbindung ist unabdingbar. Nun ist es höchste Zeit für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Umsätze mit elektronischen Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, für den die EU-Finanzminister endlich den Weg frei gemacht haben.“ Zuletzt hatten das EuGH-Urteil zu Verwertungserlösen, ungeklärte Fragen des Urheberrechts und veränderte Nutzungsbedingungen angesichts der Digitalisierung vielen kleinen und mittleren Verlagen das Leben schwer gemacht.

Kulturstaatsministerin Grütters wird am heutigen Mittwoch die 70. Frankfurter Buchmesse besuchen. Nach ihrem Rundgang wird sie im neuen „Pavilion“ der Buchmesse unter dem Motto „Literatur trifft Politik“ ein Gespräch mit der Gewinnerin des Deutschen Buchpreises Inger-Maria Mahlke und dem Direktor der Buchmesse Juergen Boos führen. „Die Frankfurter Buchmesse ist nicht nur ein Leuchtturm der Kulturwirtschaft in Deutschland, sondern auch ein herausragender Ort der literarischen und kulturellen Begegnung“, sagte Grütters. „Der unmittelbare Austausch zwischen Autorinnen und Autoren, Publikum und Verlagsbranche macht hautnah erlebbar, wie sehr literarische Vielfalt und das Lesen zu uns Menschen und in unsere Gesellschaft gehören. Bücher lassen uns die eigene Kultur stärker wahrnehmen und weiten den Blick für fremde Kulturen. Sie überwinden Denkbarrieren und Grenzen.“

Die Frankfurter Buchmesse findet vom 10. bis zum 14. Oktober statt. Erwartet werden rund 7.000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern. Ehrengast ist in diesem Jahr Georgien.

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