Beirat zum Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft nimmt Arbeit auf - Grütters: „Mahnmal soll zu einem Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand werden“

67 Jahre nach dem Volksaufstand des 17. Juni 1953 in Ost-Berlin und der DDR hat der Beirat zum Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft seine Arbeit aufgenommen. Er wird die Erstellung eines Konzeptes begleiten, das die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gemeinsam mit der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) im Auftrag der Kulturstaatsministerin erarbeiten wird.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärt dazu: „Wir haben herausragende Persönlichkeiten dafür gewonnen, ein Konzept für diesen wichtigen Gedenkort zu entwickeln. Das Mahnmal soll an die unzähligen Frauen, Männer, Jugendlichen und Kinder erinnern, die Opfer des Kommunismus, von Diktatur, von Willkür und Gewalt geworden sind. Es schließt jene mit ein, die wegen ihrer sozialen Herkunft, wegen ihres unangepassten Verhaltens oder auf Grund ihres Wunsches, anders zu leben oder die DDR zu verlassen, verhaftet, diskriminiert und ihrer Lebenschancen beraubt wurden. Noch heute leiden sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern viele Menschen unter den Folgen kommunistischer Gewaltherrschaft.

Mit Blick auf den Jahrestag des Arbeiteraufstandes in der DDR sagte Grütters: „Das Mahnmal soll zu einem Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand werden und auf nachdrückliche Weise den Wert von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten bewusst machen. Selbstverständlich sollen auch all jene Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden, die den Mut hatten, sich gegen die kommunistische Diktatur zu erheben und Widerstand zu leisten.“

Dem sich nun konstituierenden Beirat gehören Zeitzeugen sowie Vertreter von Wissenschaft und Politik an.

Mitglieder des Beirates sind:

  • Marianne Birthler, ehem. Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staats­sicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)
  • Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Professor für Europäischen Diktaturenvergleich an der Universität Jena und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg
  • Prof. Dr. Ines Geipel, ehem. Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins, Schriftstellerin, Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin
  • Stephan Hilsberg, Gründungsmitglied der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP), ehem. Parl. StS. BMBau
  • Christine Lieberknecht, ehem. Ministerpräsidentin Thüringen
  • Gesine Oltmanns, Bürgerrechtlerin, Aktivistin bei den Montagdemonstrationen in Leipzig
  • Prof. Dr. Leo Schmidt, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Lehrstuhl Denkmalpflege
  • Prof. Dr. Claudia Weber, Professorin für europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/O.
  • Dr. Olaf Weißbach, Geschäftsführer der Robert-Havemann- Gesellschaft, Berlin

Im Dezember 2019 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, einen Gedenk- und Erinnerungsort zu schaffen, an dem der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft gedacht werden kann und durch den die Erinnerung an das von der SED-Diktatur begangene Unrecht wachgehalten wird. Das Mahnmal soll zukünftigen Generationen die Gefahren und Folgen totalitärer und diktatorischer Systeme bewusstmachen, den friedlichen Widerstand würdigen und die Wertschätzung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit weiter schärfen.

In den nächsten Wochen soll der Beirat erste Eckpunkte erarbeiten, die dem Deutschen Bundestag zugeleitet werden. Sie werden die Grundlage für ein inhaltliches Konzept sein, das im Spätherbst 2020 vorliegen soll. Über die Kosten und den Standort für das Mahnmal wird dann erneut der Deutsche Bundestag beschließen. Anschließend wird der Gestaltungswettbewerb ausgelobt.