Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Verdienste der Kurt Wolff Stiftung um die verlegerische und literarische Vielfalt gewürdigt: „Wir haben in Deutschland eine der lebendigsten und facettenreichsten Verlagslandschaften der Welt. Dafür leistet die Kurt Wolff Stiftung einen wichtigen Beitrag, indem sie seit 20 Jahren unabhängige Verlage unterstützt und ihnen ein Netzwerk bietet.“

Zugleich verwies Monika Grütters in ihrer Rede aber auch auf die schwierige Marktsituation der kleinen und unabhängigen Verlage. Durch die Marktmacht großer Monopolisten, die Rückzahlungen an die VG Wort, die Insolvenz des Zwischenhändlers KNV und die zahlreichen Auslistungen bei Libri sei der Wettbewerb zunehmend härter geworden. „Damit drohen Verluste an verlegerischer Vielfalt, Verluste an Stimmen im öffentlichen Diskurs, Verluste also für Debattenkultur und Demokratie. Deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, kleine und unabhängige Verlage zu unterstützen. Aus diesem Grund plane ich, eine Marktstudie zur Situation dieser Verlage in Auftrag zu geben, denn eine solche Studie kann uns aufzeigen, wo wir zukünftig noch mehr Unterstützung leisten müssen – auf dass die verlegerische und literarische Vielfalt in Deutschland erhalten bleibt.“

Die Bundesregierung unterstützt die Verlagsbranche aktuell auf vielfältige Weise, unter anderem durch Gestaltung günstiger Rahmenbedingungen. Dazu zählen die Buchpreisbindung und die zügige Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie in nationales Recht.

Zudem verleiht die Kulturstaatsministerin verschiedene Auszeichnungen wie den Deutschen Buchhandlungspreis und den Deutschen Verlagspreis. Die Förderung für die Kurt Wolff Stiftung wird der Bund bereits von diesem Jahr an von bislang 85.000 Euro auf 105.000 Euro aufstocken. So wird ermöglicht, das Preisgeld des Kurt Wolff Preises von 26.000 auf 35.000 Euro zu erhöhen, der Förderpreis ist zukünftig mit 15.000 Euro anstelle von bisher 5.000 Euro dotiert. Beide Auszeichnungen werden jährlich auf der Leipziger Buchmesse verliehen.
Die Kurt Wolff Stiftung wurde im Jahr 2000 vom damaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann gegründet. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, kleine unabhängige Verlage zu fördern und die Vielfalt der deutschen Verlags- und Literaturszene zu pflegen. Ihren Namen trägt die Stiftung in Erinnerung an einen der bedeutendsten Verleger des deutschen Expressionismus. Die Stiftung mit Sitz in Leipzig erhält Fördermittel von der Kulturstaatsministerin, dem Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig.