Bundeskanzleramt

Migrationsbericht 2016/2017

Mehr Fachkräfte kommen nach Deutschland

Die Bundesregierung hat den Migrationsbericht 2016/2017 beschlossen. Die Zahl der Zuzüge nach Deutschland hat abgenommen und erfolgte zu zwei Dritteln aus europäischen Staaten. Während die Erwerbsmigration stieg, gingen die Asylantragszahlen deutlich zurück.

Ein IT-Experte aus Indien zeigt seine "Blaue Karte EU"

Wichtiges Instrument der Fachkräftegewinnung: Die Blaue Karte ermöglicht Hochqualifizierten die Arbeitsaufnahme in Deutschland.

Foto: Daniel Karmann/picture alliance/dpa

Die Migration nach Deutschland ist in den Jahren 2016 und 2017 deutlich zurückgegangen - das ist eines der Kernergebnisse des heute vom Kabinett beschlossenen Migrationsberichtes. Hauptursache ist die stark gesunkene Fluchtmigration. Während 2015 noch fast 900.000 Personen Schutz in Deutschland suchten, waren es 2017 noch knapp 190.000. 

Europa steht im Zentrum

Die Zuwanderung nach Deutschland erfolgt seit Jahren vor allem aus anderen europäischen Staaten. Im vergangenen Jahr kamen 67 Prozent aller zugewanderten Personen aus einem europäischen Land, davon 53,4 Prozent aus einem Mitgliedstaat der EU. Ähnliches gilt für die Abwanderung: 64,8 Prozent der Menschen, die Deutschland verließen, um in einem anderen Land zu leben, entschieden sich für ein europäisches Land. Davon zogen 51,8 Prozent in einen EU-Mitgliedstaat.

Gute Wirtschaftslage zieht Fachkräfte an

Immer mehr Menschen kommen gezielt zur Arbeitsaufnahme aus Drittstaaten nach Deutschland. Die Zuzüge zum Zweck der Beschäftigung sind von etwa 26.000 im Jahr 2009 auf rund 61.000 im Jahr 2017 gestiegen. 

Auch die Zahl der zugezogenen Fachkräfte und Hochqualifizierten aus Drittstaaten stieg in den vergangenen Jahren. Kamen 2009 noch etwa 16.000 Fachkräfte und Hochqualifizierte nach Deutschland, waren es 2017 rund 38.000. Das entspricht einem Anstieg von etwa 136 Prozent. Hier hat insbesondere die Blaue Karte EU als Aufenthaltstitel für Hochqualifizierte, die nicht aus der EU kommen, stark an Bedeutung gewonnen. Bezogen auf die gesamte Erwerbsmigration besitzt mittlerweile fast jeder Fünfte eine solche Karte. Somit hat sich die Blaue Karte in Deutschland als wichtiges Instrument für Fachkräftegewinnung etabliert.

Weniger Asylanträge

Die Zahl der Asylanträge ist deutlich zurückgegangen: 2017 wurden 72,5 Prozent weniger Erstanträge auf Asyl entgegengenommen als noch im Vorjahr.

Die mit der Fluchtmigration verbundenen Herausforderungen wurden durch eine Reihe von Maßnahmen bewältigt: weitere Optimierung der Asylverfahren, Steuerung der Asylzuwanderung und der Beseitigung von möglichen Fehlanreizen, sowohl national als auch in Zusammenarbeit mit der EU und mit Drittstaaten. Hinzu kamen die Entlastung von Ländern und Kommunen, der Ausbau von Integrationsmaßnahmen und die Bekämpfung von Fluchtursachen.

Der Migrationsbericht enthält umfassende statistische Daten zum Migrationsgeschehen in Deutschland. Er gibt unter anderem Auskunft über die Entwicklung der Zu- und Abwanderung, über die verschiedenen Migrationsarten sowie über die Struktur der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Der Bericht wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erstellt. Nach der Beschlussfassung im Kabinett wird er dem Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt.