Gesunde Ernährung

Zucker - weniger ist mehr

Die Deutschen verbrauchen zu viel Zucker – im Schnitt 90 Gramm pro Tag und Person. Über Softdrinks, Fertiggerichte oder direkt als Honig oder Tafelzucker. Empfohlen wird allenfalls ein Drittel davon. Die Bundesregierung will ein nationales Konzept entwickeln, um Zucker, Salz und Fette in Fertignahrungsmitteln zu reduzieren.

Gemüse in einem Supermarkt

Ausgewogen ernähren mit Obst und Gemüse

Foto: Bundesregierung/Tybussek

Ärzte sehen übermäßigen Zuckerkonsum als wichtigen Grund für Karies und Übergewicht bei Kindern und Erwachsenen. Und mit dem Gewicht steigt das Risiko für Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes.

Ausgewogen ernähren

Zucker steckt in fertig zubereiteten Lebensmitteln und Getränken. Auch Früchte wie süße Erdbeeren, aromatische Birnen, frisch gepresster Orangensaft oder Honig enthalten einiges an Zucker. Und neben Schokolade und Keksen trinken wir die ein oder andere Limonade oder Cola am Tag. Das alles erschwert es, den Überblick zu behalten und die empfohlenen Höchstmengen an Zucker in der täglichen Lebensmittelzufuhr zu kontrollieren.

Deshalb: Bewusst essen und versuchen, Zucker nur maßvoll zu verzehren. Besser öfter bei Obst und Gemüse zugreifen, denn sie enthalten viele wertvolle Stoffe. Ebenso bei stärkehaltigen Lebensmitteln (Stärke ist im Gegensatz zum Haushaltszucker ein sogenannter Mehrfachzucker) wie etwa Kartoffeln und Getreide. Sie machen länger satt, denn sie enthalten Ballaststoffe und versorgen den Körper zusätzlich mit wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralien.

Schokolade, Kekse - überhaupt Süßigkeiten - sollte man hingegen nicht täglich in größeren Mengen essen. Besser ist, sie in Maßen bewusst zu genießen, denn sie liefern nur kurzfristig Energie. Schnell meldet sich der Hunger zurück.

Und anstelle von Softdrinks ruhig auch mal leckere Schorlen, die man etwa aus ungesüßten Obstsäften und Mineralwasser selbst mischt, trinken.

Sich leicht an "weniger süß" gewöhnen

Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen: Wird einem Nahrungsmittel – etwa einem Milchshake – Zucker zugesetzt, kommt es nicht nur zu einem raschen Blutzuckeranstieg. Auch die Hirnregion, in der das Belohnungssystem zu Hause ist, wird aktiviert. Umgekehrt heißt das aber auch: Unser Gehirn kann sich gut auf "weniger süß" umstellen. Es dauert nur wenige Wochen, dann ist man mit weniger Süßem zufrieden.

Gerade bei Kindern ist es deshalb wichtig, dass sie von klein auf eine Fülle von Geschmackseindrücken erhalten. Zum Beispiel frische, in Stücke geschnittene Äpfel, Möhren, Paprika oder Gurken abwechselnd zusätzlich in die Butterbrotdose legen. Vielleicht auch mal eine Handvoll Mandeln oder Nüsse, statt einen Schokoriegel. Das ist gesund und hält die Geschmacksnerven der Kinder "flexibel". Eltern sollten bedenken, dass die bei ihren Kindern so beliebten Fruchtjoghurts und Frühstücksflocken sowie Ketchup oder auch eine Fertigpizza häufig besonders viel Zucker enthalten.

Bundesregierung erarbeitet nationale Reduktionsstrategie

Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr ein nationales Konzept entwickeln, wie Zucker, Salz und Fette in Fertignahrungsmitteln reduziert werden können. Eine Orientierung geben bereits die auf EU-Ebene erarbeiteten Empfehlungen. Danach soll der Zuckeranteil bei einzelnen Produkten innerhalb von fünf Jahren um mindestens 10 Prozent gesenkt werden. Dabei setzt die Bundesregierung auf Aufklärung und Information. Etwa mit der Kampagne "Macht Dampf! - Für gutes Essen in Kita und Schule". Ab dem 13. Dezember 2016 muss zudem auf verpackten Lebensmitteln eine Nährwerttabelle angegeben sein, die auch den Zuckeranteil ausweist.

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