Weniger arbeitslose Jugendliche in Europa

Initiativen zeigen Erfolg Weniger arbeitslose Jugendliche in Europa

Die Europäische Jugendgarantie bietet Arbeitsplätze, Aus- und Fortbildung sowie Praktikumsmöglichkeiten. Rund neun Millionen junge Menschen unter 25 profitierten davon. Laut einer Bilanz der EU-Kommission ist die Zahl arbeitsloser Jugendlicher in den vergangenen drei Jahren um 1,4 Millionen zurückgegangen.

Auszubildender und Lehrmeister stehen an einer Maschine

Die Arbeits- und Ausbildungssituation junger Menschen in der EU entwickelte sich günstiger als erwartet

Foto: picture alliance /dpa/Tim Brakemeier

Die EU-Kommission hat erste Erfolge der Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen aufgelistet. Die Jugendgarantie unterstützt Reformen der Bildungssysteme und der Arbeitsverwaltungen in den Mitgliedstaaten. Sie fördert Partnerschaften, um jungen Menschen bessere Chancen im Berufsleben zu eröffnen. Seit 2013 profitierten rund neun Millionen junge Menschen unter 25 von den Weiterbildungsangeboten.

Leistungen für 1,4 Millionen junge Menschen

Die EU hat für die Beschäftigungsinitiative 6,4 Milliarden Euro bereitgestellt. 1,4 Millionen junge Menschen, die weder eine Beschäftigung noch einen Ausbildungsplatz haben, werden in 20 Mitgliedstaaten unterstützt. Deutschland gehört nicht zu den Ländern, die vorrangig unterstützt werden müssen. Hier liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 5,7 Prozent.

Die Jugendgarantie hat zum Ziel, allen jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, eine Arbeitsstelle, einen Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder eine Fortbildung anzubieten.

Das Angebot wird auf die persönliche Situation und die Bedürfnisse der jungen Leute abgestimmt. Es unterstützt insbesondere Regionen, in denen die Jugendarbeitslosigkeit über 25 Prozent liegt.

Ansprechpartner in Deutschland

Zentraler Ansprechpartner für die Umsetzung der Jugendgarantie in Deutschland ist das Bundesarbeitsministerium. Es wird unterstützt von der Bundesagentur für Arbeit. In einigen deutschen Städten gibt es Jugendberufsagenturen - lokale Anlaufstellen für Jugendliche, die Hilfe beim Übergang von der Schule in den Beruf benötigen.

Dem Bundesarbeitsministerium liegen Erfahrungen zum Programm MobiPro vor. Das Ministerium hatte es aufgelegt, um die berufliche Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus ganz Europa zu fördern. Ziel war es, einen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zu leisten und mit dem Abbau sprachlicher Barrieren Einstellungshemmnisse zu beseitigen.

Das Bundeskabinett hat am 23. März diesen Jahres beschlossen, keinen weiteren Jahrgang des Pilotprogramms zu fördern. Die Förderung aller bisher begonnenen Förderketten ist bis zum Abschluss der betrieblichen Berufsausbildung in den Jahren 2019 und 2020 ist jedoch gesichert.

Das Bundesarbeitsministerium und die BfA werden mit den Projektträgern die verbleibende Programmlaufzeit dazu nutzen, die Ergebnisse und Erfahrungen zu bewerten und weiterzuentwickeln.

Jugendarbeitslosigkeit in Europa zurückgegangen

Nach wie vor ist die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Mitgliedstaaten ein gravierendes Problem. Die Arbeitsmarktsituation junger Menschen in der EU entwickelte sich jedoch seit 2013 insgesamt günstiger als erwartet. Die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen ist seit 2013 um 1,4 Millionen zurückgegangen.

Die Fortschritte zeigen, dass die Programme erfolgreich sind. Daher stellt die Europäische Kommission zusätzlich eine Milliarde Euro bereit. Eine weitere Milliarde fließt aus dem Europäischen Sozialfonds ein. So könnte die Jugendarbeitslosigkeit in den betroffenen EU-Mitgliedstaaten weiter abgebaut werden.

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