Wälder vor Dürre und Bränden schützen

Fragen und Antworten zu Waldklimafonds-Projekten Wälder vor Dürre und Bränden schützen

Die Waldbrandgefahr ist vielerorts bedrohlich - trotz des Regens in diesem Sommer. 22 Projekte arbeiten daran, Wälder künftig klimaresistenter aufzuforsten. Zum Beispiel sollen bessere Kartierung und satellitengestützte Branderfassung Feuerwehren und Forsten unterstützen. Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium fördern die Vorhaben aus dem Waldklimafonds.

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Video Die Waldbrandgefahr steigt

Warum steigt die Waldbrandgefahr jedes Jahr?

Die deutschen Wälder sind dauerhaft gestresst, denn mit dem Klimawandel gehen längere trockene Wetterperioden einher. Und sie sind nicht nur begrenzt auf die Sommermonate. Bereits im Frühjahr blieben vielerorts die dringend benötigten Niederschläge aus. Nach den beiden Dürresommern 2018 und 2019 konnten die Niederschlagsmengen zu Jahresbeginn den Wassermangel in den Böden nicht ausgleichen. Starkregen im Sommer hilft ebenfalls wenig, denn die großen Regenmengen können auf den trockenen Böden nicht versickern. Zudem sind Mono-Waldkulturen und kampfmittelbelastete Waldflächen extrem brandgefährdet. Setzt sich die trockene Wetterlage fort, stehen die Wälder auch in diesem Jahr vor enormen Herausforderungen. 

Wie viel Wald ist in den vergangenen zwei Jahren verbrannt?       

2019 gingen rund 2.700 Hektar Wald bei mehr als 1.500 Bränden bundesweit verloren - eine Fläche so groß wie fast 3.800 Fußballfelder. Das sei die zweitschlimmste Waldbrandbilanz seit 1977, so die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Bereits im Jahr 2018 wurden mehr als 2.300 Hektar Wald durch Feuer vernichtet.

Wie will die Bundesregierung die Wälder besser vor Dürre und Bränden schützen?

Die Bundesregierung fördert neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um die erhöhte Waldbrandgefahr effektiv einzudämmen. Waldgebiete sollen klimaresistent aufgeforstet und umgebaut werden. So können sich etwa Misch- und Laubwälder meist besser an Extremwetter anpassen als reine Nadelholzwälder.

22 neue Projekte sind Anfang Mai an den Start gegangen. Allein acht Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam daran, resistente und klimaanpassungsfähige Wälder auf ehemaligen Waldbrandflächen zu entwickeln. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen dabei sämtliche Veränderungen auf Waldökologie, Synthese, Bodeneigenschaften, -vegetation und -fauna sowie die Struktur der Wälder. 11,3 Millionen Euro Fördergeld dafür stammen aus dem Waldklimafonds, mit dem die Bundesregierung seit 2013 die Anpassung der Wälder an den Klimawandel unterstützt.

Was kann Feuerwehren und Forsten bei der Waldbrandprävention und -bekämpfung unterstützen?

Die Feuerwehren und Forstbetriebe haben in den vergangenen zwei Jahren enorm viel geleistet. Eine umfassende Kartierung von Waldstrukturen und Trockenheit soll helfen, Brandgefahren frühzeitig zu erkennen. Für Simulationsmodelle werden historische und aktuelle Waldbrände satellitengestützt erfasst und charakterisiert. Eine vernetzte Datenplattform soll Feuerwehren und Forsten mehr Wissen vermitteln, etwa zu Branddynamik, Veränderungen des Waldbodens oder zur Verjüngung durch Feuer geschädigter Bestände. Auch müssen das Wald- und Feuermanagement und die Feuerwehrausbildung auf die neuen Anforderungen vorbereitet werden. Dazu werden zum Beispiel Demonstrationsflächen geschaffen.

Was tut die Bundesregierung noch für den Schutz der Wälder?

Neben der extremen Trockenheit und den vermehrten Waldbränden machen Stürme und Borkenkäferbefall den Wäldern zu schaffen. Experten gehen derzeit davon aus, dass 245.000 Hektar wiederbewaldet werden müssen. Die Bundesregierung fördert Waldbauern und Forstbetriebe, damit sie beispielsweise trockenheitstolerantere Baumarten pflanzen und Schädlinge schneller bekämpfen können. Der Bund unterstützt die Länder mit hunderten Millionen Euro, um die Wälder besser zu schützen, für Wiederaufforstung und nachhaltige Waldbewirtschaftung.