Vereint gegen Antibiotika-Resistenzen

Weltgesundheit Vereint gegen Antibiotika-Resistenzen

In ihrer "Berliner Erklärung" hatten sich die G20-Gesundheitsminister im Mai verpflichtet, die Bemühungen gegen Antibiotika-Resistenzen voranzutreiben. Bundesgesundheitsminister Gröhe teilte jetzt mit, dass mehr als 56 Millionen Euro für wichtige Forschungsarbeiten bereit stehen.

Test eines Antibiotikums im Labor

Mehr als 56 Millionen Euro stehen bereit für die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika.

Foto: mauritius images / Science Photos Library

90 Jahre ist es her, dass mit der Entdeckung von Penicillin ein Durchbruch in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten gelang. Heutzutage sind Antibiotika aus der Medizin nicht mehr wegzudenken.

Umso gefährlicher ist die "unsichtbare, aber massive" Gefahr durch zunehmende Antibiotika-Resistenzen, erklärte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin. Dort trafen sich Vertreter der Bundesregierung und internationale Partner, die gemeinsam Mittel für die Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika zur Verfügung stellen.

Gefahr für Weltgesundheit

Schätzungen zufolge sterben jährlich rund 700.000 Menschen weltweit an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen. Besonders tragisch: Allein geschätzte 214.000 Säuglinge verstarben aufgrund einer arzneimittelresistenten Infektion an Neugeborenen-Sepsis. Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt die Antibiotika-Resistenz eine der größten Gefahren für die Weltgesundheit, für die Ernährungssicherheit und Entwicklung dar.

Obwohl die Gefahren durch global zunehmende Antibiotika-Resistenzen bekannt sind, kommen derzeit kaum neue Wirkstoffe auf den Markt. In der Vergangenheit wurden viele Antibiotika-Entwicklungsprogramme eingestellt. Unter deutscher Präsidentschaft haben sich die G20-Staaten deshalb dazu verpflichtet, die Entwicklung neuer Wirkstoffe, alternativer Therapiemethoden und Impfstoffe zu verstärken. Ein wichtiger Baustein dafür ist die "Globale Partnerschaft für Antibiotika-Forschung und Entwicklung" (GARDP).

Die GARDP ist eine gemeinnützige internationale Initiative im Bereich der Antibiotika-Forschung- und Entwicklung. Sie wurde 2016 auf Betreiben der WHO und der "Drugs for Neglected Diseases initiative" (DNDi) ins Leben gerufen. Sie widmet sich der Entwicklung und Bereitstellung neuer oder verbesserter Antibiotika und stellt einen nachhaltigen Zugang zu diesen Medikamenten für alle sicher.

"Wir können auf wirksame Antibiotika nicht verzichten", betonte Gröhe angesichts der bedenklichen Entwicklung. Deshalb sei es "ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen die globale Gesundheitsgefahr Antibiotika-Resistenzen", dass der GARDP nun mehr als 56 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden kann.

Vier neue Therapien bis 2023

Neben der Bundesregierung leisten auch weitere Partnerländer wie die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz oder Südafrika finanzielle Unterstützung für die GARDP. Manica Balasegaram, Direktor der GARDP, gab als Ziel an, bis 2023 vier neue Therapien bereitstellen zu wollen – "zur Verbesserung der Lebensqualität aller Patienten, die bezahlbare und wirksame neue Antibiotika benötigen". Eine der vier Therapien widmet sich speziell der Bekämpfung der Neugeborenen-Sepsis.

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