Ernährung und Gesundheit

Vegane Ernährung kann Risiken haben

Eine ausgewogene Ernährung fördert die Gesundheit. Viele Menschen essen daher weniger Fleisch, Vegetarier verzichten sogar ganz darauf. Veganer gehen noch einen Schritt weiter: Sie setzen ausschließlich auf pflanzliche Lebensmittel - doch dabei gilt es einiges zu beachten.

Ernährung ist Privatsache. Was auf den eigenen Teller kommt, entscheidet jeder selbst. Ausnahmen sind zum Beispiel Kinder, denen meist die Eltern den Speiseplan vorgeben. Die Gründe, auf bestimmte Lebensmittel freiwillig zu verzichten, sind vielfältig. Sie reichen von Gesundheitsbewusstsein über religiöse Gebote bis hin zu ethischen Überzeugungen. Streng ernähren sich Veganer: Sie verzichten auf alle tierischen Lebensmittel bis hin zu Honig. Kritiker diskutieren, ob dieser Verzicht noch gesund ist. Antworten darauf veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Veganer verzichten auf alle tierischen Lebensmittel sowie auf Produkte, für deren Herstellung tierische Bestandteile verwendet werden. Viele Veganer meiden zudem Materialen, die – wie Wolle, Fell oder Leder – tierischen Ursprungs sind. In Deutschland ernähren sich Schätzungen zufolge 0,1 bis 1 Prozent der Bevölkerung vegan.

Risiko Nährstoffdefizit

Eine rein pflanzliche Ernährung erschwert die ausreichende Versorgung des Körpers mit einigen wichtigen Nährstoffen. Dies gilt vor allem für das Vitamin B12, das fast nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Nach heutigem Kenntnisstand können Veganer eine ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin nur durch die Einnahme spezieller Präparate sicherstellen. Wer sich über einen längeren Zeitraum hinweg Vitamin B12-arm ernährt, riskiert daher gesundheitliche Beeinträchtigungen. So können negativen Folgen für die Zellfunktion oder neurologische Störungen auftreten. Auch die ausreichende Versorgung mit anderen Nährstoffen ist durch eine strikt vegane Ernährung gefährdet.

Eine vegane Ernährung kann zu Mangelerscheinungen unter anderem bei Vitamin B12, langkettigen n-3 Fettsäuren, Protein, Vitamin D, Riboflavin, Calcium, Eisen, Jod, Zink und Selen führen. Um einem Mangel vorzubeugen, können eine besonders bewusste Lebensmittelauswahl, angereicherte Produkte sowie Nährstoffpräparate helfen.

Keine Empfehlung für Kinder, Schwangere und Stillende

Aufgrund des erhöhten Risikos für Nährstoffdefizite empfiehlt die DGE weder schwangeren oder stillenden Frauen noch Kindern und Jugendlichen eine vegane Ernährung.

Erkenntnisse liegen hier beispielsweise für ausschließlich gestillte Säuglinge vor: Ernährt sich die Mutter vegan und verzichtet auf zusätzliche Nährstoffpräparate, traten beim betroffenen Kind schon in den ersten Lebensmonaten Nährstoffdefizite mit entsprechenden Gesundheitsfolgen auf.

Veganer leben oft gesünder

Wie sich eine vegane Ernährung auf die Gesundheit auswirkt, hängt in erster Linie von der Lebensmittelauswahl ab. So kann eine abwechslungsreiche Ernährung aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst oder Getreideprodukten durchaus gesundheitsfördernd sein. Experten zufolge ist eine vegane Lebensführung überdurchschnittlich häufig auch mit weiteren positiven Faktoren verbunden: Wie Vegetarier würden auch Veganer seltener rauchen, weniger Alkohol konsumieren und eine höhere körperliche Aktivität zeigen.

Expertenrat einholen

Die DGE empfiehlt allen Personen, die sich vegan ernähren möchten, einige Hinweise zu beachten. Dazu gehört, die Versorgung mit Nährstoffen ärztlich überprüfen zu lassen und gegebenenfalls auf zusätzliche Präparate oder speziell angereicherte Lebensmittel zurückzugreifen. Zudem empfiehlt die DGE die Beratung durch eine qualifizierte Ernährungsfachkraft.

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