Berliner Erklärung: Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Lehrpläne integrieren

Abschluss der UNESCO-Konferenz Berliner Erklärung: Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Lehrpläne integrieren

Bildung für nachhaltge Entwicklung (BNE) stärker in die Lehrpläne, in außerschulische Bildungsaktivitäten und in die Lehrerausbildung integrieren; das fordert die Berliner Erklärung, die zum Abschluss der UNESCO-Konferenz verabschiedet wurde. In der Berliner Erklärung verpflichten sich alle UNESCO Mitgliedsstaaten zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihren Bildungssystemen bis 2030. 

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Video Grußwort der Bundeskanzlerin

Mit mehr Bildung für eine nachhaltigere Welt. Das ist das Ziel, das sich die rund 2.500 Teilnehmenden der UNESCO-Konferenz vorgenommen haben. Die Konferenz ging am 19. Mai 2021 zu Ende. Mehr Bildung zu Themen wie Klimawandel, Artenvielfalt, soziale Gerechtigkeit und eine menschliche wirtschaftliche Entwicklung sind die Bausteine für mehr Nachhaltigkeit. Die Berliner Erklärung knüppft daran an und fordert eine stärkere Einbindung von BNE in den Schullalltag. 

„Es geht darum, Wissen zu vermitteln, wie wir alle unseren Planeten als lebenswerten Ort erhalten und Herausforderungen wie den Klimawandel bewältigen können“, erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek zum Abschluss der Konferenz. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Auftaktkonferenz des UNESCO-Programms für Bildung für nachhaltige Entwicklung "BNE 2030" eröffnet. Diese fand vom 17. bis 19. Mai 2021 virtuell statt und wurde vom Bundesbildungsministerium und der UNESCO veranstaltet. An der Konferenz nahmen rund 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 130 Ländern virtuell teil. 

Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist kein Privileg

„Bildung für nachhaltige Entwicklung darf kein Privileg sein, sondern muss allen Menschen überall auf der Welt zugänglich sein“, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Auftaktkonferenz. „Bildung befähigt Menschen, Verantwortung zu übenehmen und sich für eine bessere und nachhaltige Zukunft einzusezten“, so die Kanzlerin. „Das gilt insbesonder für das Erreichen der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030.“

Bildung für nachhaltige Entwicklung – kurz BNE – soll die Menschen befähigen, nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit zu handeln. Dazu gehört es die Natur zu schützen, sich mit notleidenden Menschen solidarisch zu zeigen und zukünftige Generationen mit heutigen Entscheidungen nicht zu belasten.

UNESCO und BMBF vergeben Nachhaltigkeitspreis

Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, kündigte an, zusammen mit dem Bundesbildungsministerium, einen Preis für BNE-Projekte auszuloben. Der Preis soll erstmals 2022 vergeben werden und ist mit 100.000 Euro dotiert. 

Ziele der Konferenz

Die Konferenz bot Gelegenheit, Perspektiven und konkrete Aktionen zur Umsetzung des neuen Programms zu planen. Zentrales Ziel der Konferenz war, die vom Generalsekretär der Vereinten Nationen ausgerufene Dekade des Handelns (2020 – 2030) im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung einzuläuten. Die Konferenz, die bereits 2020 in Berlin hätte stattfinden sollen, musste pandemiebedingt verschoben werden.

Rolle Deutschlands bei BNE

Deutschland ist weltweiter Vorreiter wenn es um Bildung für nachhaltige Entwicklung geht. Mit der Nationalen Plattform BNE ist ein Gremium geschaffen worden, in dem sich Bund, Länder, Kommunen und gesellschaftliche Gruppen regelmäßig dazu austauschen. Junge Menschen sind in einem eigenen Jugendforum, dem „youpaN“, eingebunden. Sie bringen sich sehr aktiv ein und finden Gehör. Diese engagierte Jugend setzt sich aktiv für die Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele ein. Ein gutes Beispiel ist „Fridays for Future“, der Jugendbewegung, die sich weltweit für mehr Klimaschutz einsetzt. 

250 internationale UNESCO-Projektschulen – auch viele Schulen in Deutschland – haben sich bereits an dem von der UNESCO initiierten „Climate Action Project“ beteiligt. Dabei haben die Projektschulen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzthemen in ihren Schulalltag integriert.

Kurz vor der UNESCO-Konferenz hat die Bundesregierung den siebten Bericht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kabinett beschlossen. Dieser dient dazu, mit Bildungsmaßnahmen das Prinzip der Nachhaltigkeit stärker in der Bevölkerung zu verankern.