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Studie zum Umweltbewusstsein 2014

Umweltschutz gehört zum guten Leben

Immer mehr Menschen in Deutschland unterstützen eine engagierte Umweltpolitik. Das geht aus einer Studie zum Umweltbewusstsein 2014 hervor. "Gutes Leben und Umweltschutz gehören aus Sicht der Befragten zusammen", stellt Bundesumweltministerin Hendricks fest.

Ein Fahrzeug der Car-Sharing-Fahrzeugflotte „Flinkster“ der Deutschen Bahn.

Vor allem immer mehr junge Menschen interessieren sich für Carsharing.

Foto: Judith Affolter

Das Umweltbewusstsein der Deutschen wandelt sich. Das zeigt die Umweltbewusstseinsstudie 2014. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, haben sie in Berlin vorgestellt.

30 Prozent der Befragten halten eine intakte Umwelt und Natur für einen Teil des "guten Lebens". Vor allem junge Befragte nennen immer wieder den Klimaschutz als Thema von großer Bedeutung. 19 Prozent der Befragten sehen den Umweltschutz 2014 als eines der aktuell wichtigsten Probleme an. Das liegt etwa auf dem Niveau früherer Befragungen, aber deutlich unter dem Wert von 2012.

Seit 1996 werden alle zwei Jahre Bürgerinnen und Bürger in einer repräsentativen Umfrage nach ihrer Einschätzung der Umweltqualität sowie zu aktuellen Themen der Umweltpolitik befragt. 2014 wurde zum ersten Mal die Altersgruppe zwischen 14 und 17 Jahren in die Erhebung einbezogen. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur gesellschaftlichen Verankerung des Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutzes in Deutschland.

Katastrophe in Fukushima beeinflusst Studie 2012

2012 haben 35 Prozent der Befragten den Umweltschutz als Problem wahrgenommen - deutlich mehr als 2014. Der Grund: Die Studie 2012 stand noch stärker unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima und vieler ungeklärter Fragen mit Blick auf die Energiewende.

Das heißt nicht, dass den Befragten Umweltschutz heute weniger wichtig ist. Sie sehen ihn vielmehr weniger als ein ungeklärtes Problem.

Umweltschutz hilft, andere Probleme zu lösen

Nur noch ein geringer Teil der Befragten (19 Prozent) hält den Umweltschutz für ein Thema, das andere Vorhaben behindert. Für die Mehrheit (63 Prozent) ist er jetzt eine Bedingung für die Lösung anderer Probleme.

So sei Umweltschutz eine grundlegende Voraussetzung, um Zukunftsaufgaben - wie zum Beispiel die Globalisierung - zu meistern. 56 Prozent finden sogar, dass Umwelt- und Klimaschutz Voraussetzungen dafür sind, den Wohlstand zu sichern.

Neue Mobilität für Städte

Die große Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Abkehr von einer auf das Auto zugeschnittenen Städteplanung. In Städten und Gemeinden soll nicht mehr der Autoverkehr bei der Planung Vorrang haben. Vielmehr soll auf kurze Fußwege und gut funktionierende Fahrradwege sowie den öffentlichen Nahverkehr geachtet werden (Zustimmung 82 Prozent).

Von den 14- bis 17-Jährigen sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. Die Auto-zentrierte Stadt wird von vielen Menschen offensichtlich mehr als Belastung denn als Erleichterung des Alltagslebens erlebt. Vor allem der Straßenverkehrslärm stört. 54 Prozent der Befragten fühlen sich dadurch belästigt.

Interesse an Carsharing steigt

Bislang haben nur vier Prozent der Befragten Carsharing (Teilen von Autos) tatsächlich genutzt, und das vor allem in den großen Städten. Allerdings können sich 21 Prozent vorstellen, künftig solche Angebote in Anspruch zu nehmen. Auch hier denkt die Jugend zukunftsweisend: Sharing (Teilen) von Autos oder Fahrrädern ist vor allem bei Jüngeren beliebt.