Umweltbericht 2015

Umweltpolitik ist Zukunftspolitik

Umweltschäden vermeiden; die Lebensgrundlagen für heutige und künftige Generationen erhalten: Das ist Ziel der deutschen Umweltpolitik. Diese stehe weltweit für eine beispiellose Erfolgsgeschichte, sagt Umweltministerin Hendricks.

Wattwanderung von Dagebüll nach Oland. Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Seit 2014 ist das gesamt Wattenmeer mit rund 11.500 Quadratkilometern als Unesco-Weltnaturerbe anerkannt.

Foto: Ulf Dieter

Der Zustand der Umwelt in Deutschland hat sich wesentlich verbessert. Seit der Wiedervereinigung hat sich dies auch im Osten Deutschlands fortgesetzt: Die Schadstoffbelastung von Luft und Gewässern hat sich in den vergangenen Jahren stark vermindert, so der Umweltbericht 2015. Dennoch gibt die Situation der Umwelt in Deutschland vielerorts Anlass zur Besorgnis. Der Klimawandel, der Rückgang der biologischen Vielfalt, Stickstoff in der Luft, der Eintrag von Müll in die Meere belasten die Umwelt. 

Luftverschmutzung schadet Gesundheit

Seit Beginn der 70er Jahre wurden die Belastungen mit Schwefeldioxid um mehr als 98 Prozent reduziert. Mittelfristig wird die Belastung der Luft in Deutschland und auch in der EU jedoch eine Hauptursache umweltbedingter Gesundheits- und Umweltschäden bleiben.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist Feinstaub die größte umweltbedingte Gesundheitsgefahr. 2012 sind ihrer Schätzung nach rund sieben Millionen Menschen weltweit an Erkrankungen gestorben, die mit verschmutzter Luft zusammenhängen. Im Jahr 2011 wurden allein in der EU 430.000 vorzeitige Todesfälle auf Feinstaub zurückgeführt.

Weniger Staub und Schwefeldioxid

Umweltministerin Barbara Hendricks sieht Fortschritte bei der Luftreinhaltung. Bei Staub seien die Emissionen um 85 Prozent gegenüber 1990 zurückgegangen, bei Schwefeldioxid sogar um mehr als 90 Prozent. Auch bei der Verringerung der Feinstaubbelastung seien in den vergangenen Jahren erkennbare Fortschritte gemacht worden.

"Anhaltende Probleme bestehen bei der Einhaltung der Luftqualitätswerte für Stickoxid", erklärt Hendricks. Stickoxid reizt kurzfristig die Atemwege und kann langfristig die Lungenfunktion beeinträchtigen und zu chronischen Herz-Kreislauferkrankungen führen. Insbesondere Diesel-Fahrzeuge verursachen die immer noch zu hohen Stickoxidwerte.

Erfolge im Gewässerschutz

Seit 2014 ist das gesamte Wattenmeer mit rund 11.500 Quadratkilometern als Unesco-Weltnaturerbe anerkannt. Die Flüsse in Deutschland sind überwiegend so sauber, dass die Zahl der in ihnen lebenden Fischarten wieder deutlich angestiegen ist. Vereinzelt haben sich sogar Wanderfische wie Lachs oder Aal wieder eingefunden. 

Giftige oder schwer abbaubare Stoffe und Schwermetalle sind allerdings nach wie vor eine Belastung für Mensch und Tier. Gewässerrandstreifen und eine verbesserte Abwasserbehandlung könnten für Abhilfe sorgen.

Altlastensanierung geht voran

Dass in den letzten Jahren weniger Schadstoffe in die Umwelt gelangt sind, zeigt sich auch am Zustand der Böden. Viele Böden speichern jedoch langfristig Schadstoffe. Die vollständige Sanierung aller Altlasten ist eine Jahrhundert-Aufgabe, die nur Schritt für Schritt durch geführt werden kann. In den vergangenen Jahren wurden jährlich rund 1.000 Flächen saniert, mittlerweile ist ihre Zahl auf 30.000 gewachsen. Bis 2013 wurden mehr als ein Viertel aller Verdachtsflächen im Hinblick auf ihre Gefährdung bewertet.

Seit 2002 haben sich die Bundesregierungen das Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch für neue Siedlungs- und Verkehrszwecke bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. 2010 bis 2013 wurden noch 73 Hektar pro Tag verbaut, eine wesentliche Reduktion gegenüber der Jahrtausendwende mit 120 Hektar pro Tag.

Umweltschutz schafft Arbeitsplätze

In der Green-Tech-Industrie Deutschlands arbeiten inzwischen mehr als zwei Millionen Menschen. Und das Marktvolumen wird sich weiter stark erhöhen. Weltweit nimmt Deutschland im Hinblick auf innovative und umweltschonende Technologien eine führende Rolle ein. 2011 hatten die Umwelt- und Effizienztechnologien "made in Germany" ein Marktvolumen von 300 Milliarden Euro erreicht. Das entspricht einem Anteil von 15 Prozent am Weltmarkt.

Umweltpolitik ist sozial

Umweltschutz macht unser Land gerechter. "Es sind vor allem die sozial Benachteiligten, die unter negativen Umwelteinflüssen wie etwa Lärm oder Feinstaub leiden", sagte Hendricks.

"Eine soziale Umweltpolitik, die auf öffentlichen Nahverkehr, mehr Grün in der Stadt, eine lebenswerte Gestaltung unserer Siedlungen und auf Energieeffizienz setzt, ist gut für die Umwelt und gut für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen."