Umsetzung auf allen Ebenen

Fortschrittsbericht zur Energiewende Umsetzung auf allen Ebenen

Die Energiewende ist auf Kurs: Der Ausbau der erneuerbaren Energien liegt im Plan, der Strommarkt passt sich dem wachsenden Anteil der Erneuerbaren an, ohne dass die Versorgungssicherheit gefährdet wäre. Auch volkswirtschaftlich betrachtet ist die Energiewende ein Gewinn.

Strommast

Die deutsche Netzqualität und Stromversorgung zählt zu den sichersten weltweit.

Foto: BilderBox

Der erste Fortschrittsbericht zur Energiewende, den das Bundeskabinett verabschiedet hat, bietet einen breiten Überblick. Auf Grundlage einer mehrjährigen Datenbasis und vertiefter Analysen beschreibt der Bericht den Stand der Energiewende. Er untersucht die voraussichtlichen Entwicklungen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr, überprüft inwieweit die im Energiekonzept genannten Ziele erreicht werden und nennt verschiedene Maßnahmen zur weiteren Umsetzung der Energiewende. 

Motor "Energiewende" 

Die Energiewende trägt wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum Deutschlands bei. Sie ist eine der wichtigsten Investitionen im Land. 16,1 Milliarden Euro wurden 2013 für neue Anlagen zur Energieerzeugung eingesetzt. Damit sind rund 370.000 Arbeitsplätze verbunden.

Allerdings: Die Energiepreise sind in den letzten Jahren angestiegen. Die steigenden Preise auf den internationalen Energiemärkten sind eine wichtige Ursache hierfür. Durch die EEG-Reform konnte die Dynamik bei den staatlich bedingten Anteilen des Strompreises durchbrochen werden. Ansonsten bleiben die Preiseffekte der Energiewende in gesamtwirtschaftlicher Sicht gering. 

Besondere Effekte der Energiewende 

Die Energiewende hat viele positive Effekte:

  • Mehr erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz tragen dazu bei, dass weniger fossile Rohstoffe importiert werden müssen. Die 2013 allein durch erneuerbare Energien eingesparten Brennstoffkosten in Höhe von rund 9 Milliarden Euro können anderweitig genutzt werden.

  • Forschung und Innovationen haben dazu beigetragen, dass Deutschland seit den 1990er Jahren einer der größten Exporteure von Technologiegütern zur Nutzung erneuerbarer Energien ist.

  • Der Ausbau der erneuerbarer Energien sorgte im Jahr 2013 dafür, dass insgesamt rund 370.00 Personen beschäftigt sind (Bruttobetrachtung). Rund 261.000 Arbeitsplätze können auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz zurückgeführt werden. 

Die Stromversorgung in Deutschland zählt zu den sichersten weltweit. In Deutschland stehen derzeit ausreichend Kraftwerke zur Verfügung. Die Netzqualität ist sehr hoch, so dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Allerdings ist ein zügiger Ausbau der Stromnetze die Voraussetzung dafür, dass die Versorgungssicherheit auch in Zukunft kostengünstig gewährleistet werden kann. Im Strommarkt werden erneuerbare Energien künftig mehr Verantwortung in der Stromversorgung übernehmen.

Ausbau der erneuerbaren Energien 

Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht voran, Deutschland liegt auf Zielkurs. Im Jahr 2013 ist der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch gegenüber 2012 um 1,7 Prozentpunkte auf 25,3 Prozent angestiegen. Jetzt sind die erneuerbaren Energien erstmals wichtigster Stromerzeuger Deutschlands. Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch lag der Anteil 2013 bei 12,0 Prozent. 

Überdies konnte der Kostenanstieg gebremst werden: Die mit dem EEG verbundenen Förderkosten sinken 2015 erstmalig auf 21,8 Milliarden Euro. Sie betrugen 2014 23,6 Milliarden Euro. Damit sinkt zum ersten Mal die EEG-Umlage. Sie wird 2015 6,17 ct/kWh betragen. Zuvor stand die EEG-Umlage im Jahre 2013 bei 5,28 ct/kWh und im Jahre 2014 bei 6,24 ct/kWh.

Energieverbrauch und Energieeffizienz 

Es ist gelungen, den Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. Nach einer ersten Abschätzung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen könnte 2014 der Primärenergieverbrauch gegenüber 2013 sinken. Selbst wenn der extrem milde Winter 2014 berücksichtigt ist, kann der Primärenergieverbrauch um 2 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen. Gegenüber dem Zielbezugsjahr 2008 ist der Primärenergieverbrauch um 3,8 Prozent zurückgegangen. 

Das Ziel, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 2008 zu verringern, würde jedoch ohne zusätzliche Maßnahmen verfehlt werden. Was genau zu tun ist, enthält der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz. Ein Schwerpunkt wird dabei sein, die Potenziale für Energieeinsparungen in Gebäuden zu nutzen. 

Mehr Energieeffizienz im Verkehr 

Im Personen- und Güterverkehr lag der Endenergieverbrauch im Jahr 2013 mit rund einem Prozent höher als im Zielbezugsjahr 2005. Das ist zurückzuführen auf einen Anstieg der Personen- bzw. Güterverkehrsleistung seit 2005 um rund 5 beziehungsweise 11 Prozent. Berücksichtigt man diesen Anstieg der Verkehrsleistung im Personen- und Güterverkehr, so ist der Energieverbrauchs zwischen 2005 und 2013 um knapp 8 Prozent zurückgegangen. Der Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor betrug 2013 5,5 Prozent. Bis 2020 soll ein Anteil von 10 Prozent erreicht werden. 

Auch der Verkehr muss seinen Beitrag zur Umsetzung der Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung leisten. Deswegen will die Bundesregierung zum Beispiel folgende Maßnahmen umsetzen:

  • die Ausweitung der Lkw-Maut im Güterverkehr,

  • eine klimafreundlichen Gestaltung des Personenverkehrs, wie die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs und des Rad- und Fußverkehrs,

  • den verstärkten Einsatz elektrischer Antriebe bei Kraftfahrzeugen,

  • sowie Maßnahmen im Luftverkehr und im internationalen Seeverkehr. 

Außerdem wird die vom Bundeskabinett im Juni 2013 beschlossene Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie als ein wichtiges Umsetzungsinstrument für die Energiewende im Verkehr im Sinne der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie fortgesetzt. 

Strommarkt unterliegt Veränderungen

Am Strommarkt vollziehen sich Veränderungen: Erneuerbare Energien werden mehr Verantwortung in der Stromversorgung übernehmen, die Nutzung der Kernenergie in Deutschland endet 2022 und die europäischen Märkte für Strom wachsen weiter zusammen. 

Die Aufgabe des Strommarkts ist es, bei steigenden Anteilen von Wind- und Sonnenenergie zu jedem Zeitpunkt Erzeugung und Verbrauch auszugleichen. Das zukünftige Marktdesign und der Ordnungsrahmen für den Stromsektor sind so zu gestalten, dass die Stromversorgung sicher, kosteneffizient und umweltverträglich ist. Vorschläge für ein neues Strommarktdesign werden im Grünbuch unterbreitet und diskutiert. 

Netzausbau vorantreiben

Die Netzqualität ist in Deutschland nach wie vor sehr hoch und die Stromversorgung zählt zu den sichersten weltweit. Um diese Versorgungssicherheit auch mit der Energiewende zu erhalten, ist es wichtig, das Stromnetz weiter auszubauen. Deshalb hat die Bundesregierung Rahmenbedingungen für einen beschleunigten Netzausbau geschaffen. Netzentwicklungspläne, das Energieleitungsausbaugesetz, das Netzausbaubeschleunigungsgesetz, und das Bundesbedarfsplangesetz schaffen die Voraussetzungen für den koordinierten, beschleunigten und transparenten Ausbau der Stromnetze. 

In allen Phasen des Netzausbaus ist eine besondere Beteiligung und Einbindung der Öffentlichkeit vorgesehen. Das geschieht beispielsweise durch öffentliche Antragskonferenzen oder Veröffentlichung der Pläne. Deutschlandweit fanden bereits sowohl von den Übertragungsnetzbetreibern als auch von der Bundesnetzagentur organisierte Informationsveranstaltungen statt, in denen über das neue Verfahren und die einzelnen Prozessschritte informiert und diskutiert wurde. Regelmäßig berichtet die Bundesnetzagentur über den Stand des Netzausbaus.

Monitoring-Prozess
Der Monitoring-Prozess "Energiewende" hat im Kern drei Aufgaben: Überblick, Evaluation und Ausblick. Der Prozess wird wissenschaftlich begleitet. Eine unabhängige Kommission aus vier renommierten Energieexperten steht der Bundesregierung beratend zur Seite. Der Kommission gehören Prof. Dr. Andreas Löschel (Vorsitzender), Prof. Dr. Georg Erdmann, Prof. Dr. Frithjof Staiß und Dr. Hans-Joachim Ziesing an.
Die Bundesregierung setzt den Monitoring-Prozess fort. Den nächsten jährlichen Monitoring-Bericht wird sie Ende 2015 vorgelegen.