Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ künftig eigenständig

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Außenaufnahme mit Aufschrift des Museums und Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Das Museum und Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurde im Juni 2021 im ehemaligen Deutschlandhaus am Anhalter-Bahnhof in Berlin eröffnet. 

Foto: IMAGO/IPON

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung beschlossen, um der bislang unselbstständigen Stiftung ihre Eigenständigkeit zu geben. Durch die künftige Eigenständigkeit wird die Stiftung gestärkt, kann mit einer eigenen verlässlichen finanziellen Basis planen und dadurch deutlich besser ihre wichtige Bedeutung dokumentieren.

Um dies zu erreichen, wird die Stiftung aus dem Gesetz zur Errichtung der Stiftung Deutsches Historisches Museum im Zuständigkeitsbereich des Beauftragten für Kultur und Medien herausgelöst. 

Gedenken an Flucht und Vertreibung

Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung widmet sich seit mehreren Jahren im Geiste der Versöhnung der Erinnerung und dem Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert in Europa und darüber hinaus und hat sich zunehmend etabliert. Ein Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung dient seit 2021 als als Lern- und Erinnerungsort zu Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration sowohl in der Geschichte als auch in der Gegenwart.

Denn über Jahrhunderte hinweg haben zahlreiche Menschen unter dem Unrecht von Vertreibung und Verfolgung gelitten. Viele Millionen Menschen verloren schlagartig ihre Heimat. Mit nur wenig Gepäck ausgestattet, mussten sie Haus und Hof verlassen und wurden in eine ungewisse Zukunft getrieben. Eine Rückkehr war in vielen Fällen nicht möglich. Diesen Schicksalen widmen sich die Stiftung und das Dokumentationszentrum.

Hintergrund: Der Deutsche Bundestag beschloss im Dezember 2008 das Gesetz zur Errichtung einer Stiftung „Deutsches Historisches Museum“ (DHMG). Im Abschnitt 2 regelt das Gesetz die Errichtung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung als unselbständige Stiftung innerhalb der Stiftung Deutsches Historisches Museum. Am 13. Mai 2009 fand die konstituierende Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung statt. 2011 wurde das „Deutschlandhaus“ am Anhalter Bahnhof in Berlin als künftiger Standort des Dokumentationszentrums der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung bestimmt. Am 17. Oktober 2016 wurde das Richtfest für das zukünftige Dokumentationszentrum der Stiftung gefeiert. Eröffnet wurde es am 21. Juni 2021.