Digitalisierungs-Index 2019

So digital ist Deutschland

Wie steht es um die Digitalisierung in Deutschland? Eine Antwort darauf versucht der Deutschland-Index des Fraunhofer Instituts im Auftrag des Bundesinnenministeriums zu geben. Anhand von Zahlen, Daten und Karten macht er die digitale Transformation auf Ebene der Bundesländer greifbar.


Nahaufnahme eines Tablets in den Händen einer Person. Auf dem Tablet aufgerufen ist die Kfz-Zulassungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises, der die Online-Beantragung anbietet.

Neuzulassung, Umschreibung, Kennzeichenmitnahme: Alle Standardverfahren bei der Kfz-Zulassung sollen noch 2019 online möglich werden.

Foto: Sebastian Bolesch

Die Digitalisierung in Deutschland kommt voran: Mit 67,6 Punkten liegt der Gesamt-Indexwert für Deutschland 2019 rund fünf Punkte über dem von 2017. Beachtliche Fortschritte hat es demnach vor allem beim digitalen Angebot der kommunalen Verwaltungen und im Bereich Wirtschaft und Forschung gegeben. Doch nicht in allen Bundesländern schreitet die Digitalisierung im gleichen Tempo voran. Das Ziel gleichwertiger (digitaler) Lebensverhältnisse bleibt eine Herausforderung.

Ziel des Deutschland-Indexes der Digitalisierung ist es, die Digitalisierung begreifbar zu machen. Dazu analysiert er die Infrastruktur, das digitale Leben, Wirtschaft und Forschung, Bürgerservices und die digitale Kommune im Hinblick auf die digitale Transformation. Dabei werden auch der Stand des Breitbandausbaus, die Zahl der Informatikstudenten und der unbesetzten IT-Stellen sowie die Verbreitung von öffentlichem W-LAN in den Kommunen betrachtet.

Stadtstaaten führend bei Digitalisierung

Alle Bundesländer konnten ihren Indexwert steigern. Besonders groß sind die Fortschritte bei der Digitalisierung in Berlin und Sachsen: Beide Länder konnten ihre Werte mit jeweils über 20 Punkten im Vergleich zu 2017 erhöhen. Damit ist Berlin neuer digitaler Spitzenreiter in Deutschland. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Hamburg und Bremen. Die Stadtstaaten können mit ihrer vergleichsweise guten digitalen Infrastruktur, der verbreiteten Nutzung digitaler Anwendungen und dem Online-Angebot der Kommunalverwaltungen punkten. Bundesweites Schlusslicht im Ranking ist Thüringen. 

Unterschiede beim E-Government

Im Vergleich zu 2017 gibt es bundesweite Angleichungen insbesondere im Bereich digitale Infrastruktur und private Internetnutzung. Deutliche Unterschiede bestehen dagegen im Ausbau des E-Governments auf Kommunalebene: So bietet mittlerweile zwar jede dritte Kommune die elektronische Gewerbeanmeldung an - damit ist sie wie 2016 schon die am häufigsten angebotene elektronische Verwaltungsleistung. Dagegen ist die Online-Beantragung einer Baugenehmigung erst in zehn Prozent der Kommunen möglich - Tendenz steigend. 

Zuwachs bei Forschung und Wirtschaft

Im Bereich Forschung und Wirtschaft konnten die Autoren des Deutschland-Indexes einen großen Zuwachs beobachten, so zum Beispiel bei den Studierendenzahlen, IT-Stellen und der Bezahlung. Gleichzeitig hat sich die öffentliche Forschungsförderung im Digitalbereich im Vergleich zu 2017 mehr als verdreifacht. Größte Zuwendungsempfänger sind dabei Berlin und Sachsen.

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