Digitales Lernen

Schulen digital fit machen

Digitale Bildung in der gesamten Bildungskette verankern – schon in der Schule. Dafür macht sich Bundeskanzlerin Merkel stark. Beim 10. Nationalen IT-Gipfel zeigten Schüler der ersten digitalen Schule Deutschlands, wie ihr Unterricht funktioniert und welche Hilfsmittel sie beim Lernen nutzen.

Eine Gruppe von drei Schulkindern und einer Lehrerin bedienen Tablet-PCs in einem Klassenzimmer.

Der technologische Fortschritt hält zunehmend Einzug in die Klassenzimmer deutscher Schulen.

Foto: Colourbox

Es sei wichtig, dass die digitalen Basics von Anfang an gelernt werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim IT-Gipfel. Kinder können heute spielerisch Programmieren lernen. Dazu müssen die Schulen besser ausgestattet werden. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat angeboten, die Länder bei der digitalen Ausstattung der Schulen ab 2017 mit fünf Milliarden Euro zu unterstützen.

Erste Smart School eröffnet

Beim diesjährigen IT-Gipfel eröffneten die Bundesbildungsministerin und die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die erste "Smart School" Deutschlands. Die Gesamtschule Bellevue in Saarbrücken wird in den nächsten fünf Jahren mit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur und mit passenden pädagogischen Konzepten und Weiterbildungsangeboten für Lehrer zu einer "digitalen Schule" entwickelt.

Schülerinnen und Schüler erzählten Bundeskanzlerin Merkel, wie sie bereits jetzt mit Tablets und neuen Medien lernen. Jeder habe seinen eigenen Lehrplan, die Lehrer könnten individuell auf die Schüler eingehen. Digitale Anwendungen können in allen Fächern genutzt werden.

Mini-Computer "Calliope" für Grundschüler

Das Bundeswirtschaftsministerium präsentierte auf dem IT-Gipfel den Mini-Computer "Calliope". Er ermöglicht Schulkindern einen spielerischen Zugang zur digitalen Welt.

Kinder können mit "Calliope mini" lernen, einen Computer zu steuern und sich nicht von dem Computer steuern zu lassen. Auf der handflächengroßen, sternförmigen Platine sind verschiedene Funktionen, wie beispielsweise ein Kompass, ein Mikrofon, ein Prozessor und zwei Motoren angebracht.

Der Computer soll kostenlos an Drittklässler verteilt werden. Ab Februar 2017 wird das Saarland als erstes Bundesland jedem Schulkind der dritten Klasse einen "Calliope" zur Verfügung stellen.

Einfach lernen in der Schul-Cloud

Ebenfalls auf dem IT-Gipfel stellte Bundesbildungsministerin Wanka eine so genannte Schul-Cloud vor: Schüler und Lehrer können in der Cloud digitale Lehr- und Lernangebote nutzen – in allen Fächern, für den Unterricht und für zu Hause. Das Bundesbildungsministerium fördert die Schul-Cloud, die vom Hasso-Plattner-Institut konzipiert wurde. 2017 soll die Cloud in einem Pilotprojekt von einigen naturwissenschaftlich-mathematischen Gymnasien erprobt werden.

Die Schul-Cloud bietet viele Vorteile: Die Schulen müssen keine eigenen Rechner anschaffen und Netzwerke installieren, konfigurieren und administrieren - Experten kümmern sich darum. Auf den Geräten der Nutzer muss keine Software installiert werden. Lehrer und Schüler benötigen lediglich einen Internetzugang, webfähige Anzeige- und ein Eingabegeräte sowie die entsprechenden Berechtigung. Sie können die digitalen Lern- und Lehrangebote zudem direkt bewerten. Und jeder kann eigene Lernangebote bereitstellen – etwa zur Nachhilfe.

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