Rumänische Satire gewinnt Goldenen Bären

71. Internationale Filmfestspiele Berlin Rumänische Satire gewinnt Goldenen Bären

Das Rennen um die Bären ist entschieden: Mit dem Goldenen Bären wurde der Film „Bad Luck Banging or Loony Porn“ des rumänischen Regisseurs Radu Jude ausgezeichnet. Damit endet der erste Teil der Berlinale 2021. Im Sommer wird sie als Publikumsfestival fortgesetzt.

Logo der Berlinale 2021

Der Goldene Bär geht in diesem Jahr nach Rumänien.

Foto: Internationale Filmfestspiele Berlin / Claudia Schramke, Berlin

Als eine der ersten gratulierte Kulturstaatsministerin Monika Grütters dem Team um Radu Jude und Produzentin Ada Solomon sowie den weiteren Preisträgerinnen und Preisträgern. Zugleich dankte sie den Festivalleitern Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian für das „Wagnis“, das sie mit der diesjährigen Sonderausgabe der Berlinale eingegangen seien. Gerade angesichts der erzwungenen Distanz und des fehlenden Publikums sei es sehr erfreulich, dass die Berlinale „Flagge für den Kinofilm“ zeige, sagte Grütters.

Zwei Bären für den deutschen Film

15 Filme aus 16 Ländern waren zum diesjährigen Berlinale-Wettbewerb eingeladen. Neben dem Gewinner des Goldenen Bären verkündete die internationale Jury heute auch die Preisträger der sieben Silbernen Bären. 

Mit dem Großen Preis der Jury wurde der Film "Wheel of Fortune and Fantasy" des japanischen Regisseurs Ryusuke Hamaguchi ausgezeichnet. Die deutsche Regisseurin Maria Speth erhielt den Preis der Jury für ihren Dokumentarfilm „Herr Bachmann und seine Klasse“. Maren Eggert überzeugte die internationale Jury mit ihrer schauspielerischen Leistung in Maria Schraders „Ich bin dein Mensch“. 

Auch die Jurys der Sektionen Berlinale Shorts, Encounters und Generation gaben zum Abschluss des ersten Teils der Berlinale die jeweiligen Preisträger bekannt.

Eine besondere Festivaledition

Die Berlinale findet in diesem Jahr pandemiebedingt als Sonderausgabe in zwei Abschnitten statt. 

Den Auftakt bildete ein digitales Branchenevent für das Fachpublikum in der ersten Märzwoche. Neben dem Wettbewerb galt die besondere Aufmerksamkeit der Filmbranche dabei dem European Film Market (EFM). Er zählt zu den wichtigsten Filmmessen weltweit und ist als erster Branchentreff des Jahres richtungsweisend für das beginnende Filmjahr. Parallel dazu konnten die internationale Jury und Filmkritiker die Wettbewerbsbeiträge sichten. 

Vom 9. bis zum 20. Juni können schließlich alle Filmbegeisterten das Berlinale-Programm beim Publikumsfestival in Berliner Kinos und Freiluftkinos für sich entdecken. Viele der Filmemacherinnen und –macher sollen dann vor Ort sein. Auch die Preise werden erst im Sommer verliehen.

Ausblick auf den Sommer

Auch wenn die Anzahl der Filme 2021 gegenüber den Vorjahren reduziert wurde, sind beim Sommerfestival im Juni alle Sektionen – von Encounters über Panorama bis zur Retrospektive – vertreten. Insgesamt 166 Produktionen aus 59 Nationen präsentiert die Berlinale dann auf der großen Kinoleinwand und zeigt damit die Vielfalt des internationalen Filmschaffens. 

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt und das größte Publikumsfestival im Filmbereich. Der Bund übernimmt mit 10,3 Millionen Euro rund ein Drittel der Festivalkosten. 2021 fängt er zudem die erheblichen Mehrkosten, die durch die Sonderausgabe entstehen, mit einem zweistelligen Millionenbetrag aus dem NEUSTART KULTUR-Programm auf.