Unterwegs für Europa

Regierungssprecher besucht Berliner Schule Unterwegs für Europa

Mit Schülerinnen und Schülern über Europa sprechen: Dazu bietet jedes Jahr der EU-Schulprojekttag eine gute Gelegenheit. Bundeskanzlerin Merkel und viele Bundesministerinnen und -minister besuchen daher rund um den 14. Juni Schulen. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert diskutierte mit Schülerinnen und Schülern der Berliner Schule am Königstor.

Regierungssprecher Steffen Seibert im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der Berliner Schule am Königstor.

Kein Land ist in der EU wichtiger als ein anderes – das macht Kompromisse notwendig, erklärt Steffen Seibert im Gespräch mit den Schülern.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Deutschland sei in Europa Teil eines großen Ganzen, so Steffen Seibert im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Berliner Schule am Königstor, nachdem er zuvor einen kurzen Rundgang durch das Schulgebäude machen konnte. Die Neuntklässler der integrierten Sekundarschule haben sich gut vorbereitet und stellen viele Fragen: Warum wollen nicht alle europäischen Länder der EU beitreten? Wollte Deutschland schon einmal aus der EU austreten? Hilft die EU auch Ländern, die nicht zur Staatengemeinschaft gehören? Was tut die EU gegen den Klimawandel? 

Europa bringt seinen Bürgerinnen und Bürgern Vorteile

Seibert berichtet davon, wie die Bürgerinnen und Bürger davon profitieren, wenn ihr Heimatland Mitglied in der Europäischen Union ist. Die EU sei so beispielsweise gut für die Wirtschaft: Durch sie gibt es einen Binnenmarkt mit etwa 450 Millionen Menschen. Auch hebt Seibert hervor: „Ihr alle könnt Euch in Europa ohne Grenzkontrollen frei bewegen.“ Zudem profitiere jeder Einzelne davon, dass Europa eine Wertegemeinschaft ist, in der „keine politischen Gefangenen gefoltert und Demonstrationen willkürlich verboten werden“. 

Zur Wahrheit gehöre jedoch auch: „Wenn man in der EU ist, muss man einen Teil seiner Souveränität abgeben. Es müssen sich immer 27 Staaten einigen.“ Dabei sei kein Land der EU wichtiger als ein anderes. Dies zwinge dazu bei jeder Entscheidung einen Kompromiss zu finden. 

Die Schule am Königstor im Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg ist eine integrierte Sekundarschule. Sie umfasst die Jahrgangsstufen 7 bis 10. Die Schule mit rund 360 Schülerinnen und Schülern hat einen inklusiven Schwerpunkt.

Gemeinsam mehr erreichen

Viele Schülerinnen und Schüler interessiert die Bekämpung des Klimawandels. „Im vergangenen Jahr haben wir uns auf ein neues EU-Klimaziel geeinigt. Es sieht vor, den Treibhausgasausstoß in Europa um mindestens 55 Prozent zu reduzieren. Bis 2050 soll die EU klimaneutral sein“, so Seibert. Derzeit wird über Maßnahmen beraten, mit denen das Ziel erreicht werden soll. „Der Klimawandel ist eines der größten globalen Probleme der Zeit. Wir müssen neue Wege finden, ihn zu bekämpfen.“ Das gemeinsame europäische Vorgehen sei daher besonders wichtig.

Regierungssprecher Steffen Seibert im Gespräch mit zwei Schülern der Berliner Schule am Königstor.

Im direkten Austausch – Regierungssprecher Seibert in der Berliner Schule am Königstor.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Abschließend appelliert der Regierungssprecher noch einmal direkt an die Schülerinnen und Schüler, sich für den Zusammenhalt in Deutschland einzusetzen. Denn dies sei – jenseits des Klimawandels – aus seiner Sicht derzeit das drängendste Problem in Deutschland. „Engagiert Euch in Parteien, gemeinnützigen Organisationen oder Vereinen. In Berlin gibt es viele Möglichkeiten. Jeder muss bereit sein, ein bisschen von sich zu geben.“ 

Alle drei Regierungssprecher unterwegs am EU-Projekttag

Auch die stellvertretenden Regierungssprecherinnen waren an Berliner Schulen, um über die Europäische Union zu diskutieren. Ulrike Demmer hat das Oberstufenzentrum für Kommunikations-, Informations- und Medientechnik (OSZ KIM) in Berlin-Gesundbrunnen besucht. Martina Fietz war virtuell zu Gast bei Schülerinnen und Schülern des Französischen Gymnasium Berlin.

Der EU-Projekttag an Schulen geht auf eine Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück. Seit 2007 bietet er Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland die Gelegenheit, sich intensiv mit der europäischen Einigung zu beschäftigen. Deutschlandweit besuchen Politikerinnen und Politiker Schulen und diskutieren über Europa – und auch ihren Alltag im politischen Betrieb.

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