"Deutschland ist wieder ein Stück sicherer geworden"

Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 "Deutschland ist wieder ein Stück sicherer geworden"

In Deutschland ist die Zahl der Straftaten bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum erneut rückläufig. Dieser Trend setzte sich zum dritten Mal in Folge auch 2019 fort. "Die Zahlen zeigen, dass unsere Maßnahmen wirken", betonte Bundesinnenminister Seehofer.

Die Grafik zeigt: Die Kriminalität in Deutschland geht weiter zurück.

Niedrigster Wert seit 1987: Die Diebstahlskriminalität ging erneut deutlich zurück.

Foto: Bundesregierung

Das Bundeskriminalamt hat heute zusammen mit dem Bundesinnenministerium die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2019 veröffentlicht. Im vergangenen Jahr konnte die Polizei ingesamt 5.436.401 Straftaten feststellen. Ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße wurden 5.270.782 Straftaten erfasst. Dies entspricht einem Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Präventive Maßnahmen greifen

Die Diebstahlskriminalität ging demnach auch 2019 weiter zurück. Der niedrigste Wert seit 1987 kann vor allem auf den deutlichen Rückgang beim Wohnungseinbruchsdiebstahl um 10,6 Prozent zurückgeführt werden. Aber auch beim Taschendiebstahl (minus 9,7 Prozent) und beim Diebstahl aus beziehungsweise an Kraftfahrzeugen (minus 10,2 Prozent) ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. 

Bundesinnenminister Seehofer verwies in seinem Statement darauf, dass in diesem Bereich die präventiven Maßnahmen noch einmal deutlich intensiviert wurden und sich dies auch auf die Rückläufigkeit ausgewirkt habe. Zu solchen Maßnahmen zählen Aufklärungskampagnen und staatliche Unterstützungsleistungen, wie das Förderprogramm für den Einbau von Einbruchschutzmaßnahmen.

Schutz von Kinder und Jugendlichen

Durch verstärkte Aktivitäten der Sicherheitsbehörden im Bereich der Verbreitung pornografischer, insbesondere kinderpornografischer Schriften konnten mehr Straftaten vom Dunkelfeld ins Hellfeld gerückt werden. "Inzwischen gehen deutlich mehr Hinweise ein, die wir konsequent verfolgen. All das hat auch steigende Fallzahlen zur Folge", so Seehofer. Bei der Verbreitung kinderpornografischer Schriften wurde ein starker Ansteig um 64,6 Prozent festgestellt. Zur besseren Verhinderung dieser Taten müssten Kinder und Jugendliche noch besser geschützt und über mögliche Gefahren aufgeklärt werden, unterstrich Bundesinnenminister Seehofer.

Verrohung der Gesellschaft

Auch wenn die Verrohung der Gesellschaft nicht Teil der Polizeilichen Kriminalstatistik sei, müsse dies bei der Vorstellung der Kriminalitätslage berücksichtigt werden, erklärte der Bundesinnenminister. Wichtig sei, die politischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte weiter zu bündeln, um den Extremismus bereits im Vorfeld zu entgegnen. Repressive und präventive Maßnahmen der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden, aber auch Maßnahmen der Demokratieförderung spielten hierbei eine wichtige Rolle.

Konsequentes Vorgehen der Sicherheitsbehörden

Gegen Rechtsextremismus und organisierte Ansätze sowie Strukturen von Rechtsterrorismus gehen die Nachrichtendienste, die Polizei- und Strafverfolgungsbehörden schon jetzt entschlossen vor, betonte Seehofer weiter. Er appellierte daran, sich nicht zurückzulehnen, denn "Sicherheit ist eine Daueraufgabe".