Entwicklungszusammenarbeit

Ohne Energie keine Entwicklung

Weltweit leben etwa zwei Milliarden Menschen ohne moderne Energieversorgung. Dadurch haben sie kaum Chancen, aus eigener Kraft ihre Armut zu überwinden. Eine neue Broschüre informiert, wie sich die deutsche Entwicklungspolitik für eine nachhaltige Energieversorgung in Entwicklungsländern einsetzt.

Einführung zum Thema Solarkraft in Faizabad Andrea Moeller

Solarenergie in Afghanistan: aus eigener Kraft die "Energiearmut" überwinden

Foto: BMZ / Moeller

Energie ist ein Kernelement von Entwicklung. Für fast alles, was Menschen tun, braucht es Energie. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Betriebe produzieren können und Arbeitsplätze entstehen.

Energie ist notwendig, um Lebensmittel anzubauen, Nahrung zuzubereiten, Wohnungen und Schulen zu heizen, Krankenhäuser zu betreiben und sauberes Trinkwasser bereit zu stellen. Ohne Energie wäre heute keine weltweite Kommunikation und Mobilität möglich.

Viele Millionen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern haben nach wie vor keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Energie. Diese "Energiearmut" beeinträchtigt Lebensqualität, Gesundheit und Chancen auf Bildung der dort lebenden Menschen. Fehlende Energie hemmt darüber hinaus die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern.

Herausforderung: globaler Energieverbrauch

Bislang haben die Industrieländer den größten Anteil am Verbrauch fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle und Gas. Doch die Entwicklungs- und Schwellenländer holen auf: Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) steigt der globale Energieverbrauch bis 2035 voraussichtlich um weitere 40 Prozent. Etwa 90 Prozent davon werden auf Entwicklungs- und Schwellenländer fallen.

Dieser steigende Energiebedarf kann nicht allein und dauerhaft von fossilen Energieträgern getragen werden. Denn es ist unbestritten, dass sich diese Naturvorräte erschöpfen und ihre Nutzung ökologische Lasten mit sich bringt.

Erneuerbarer Energien verstärkt im Einsatz

Mit regenerativen Energien aus Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme oder Biomasse können mehr Menschen Zugang zu Energie erhalten. Hierbei spielt auch die Energieeffizienz eine entscheidende Rolle: Wird Energie sparsamer genutzt, reichen die vorhandenen Ressourcen länger und mehr Menschen können die erzeugte Energie nutzen.

Darüber hinaus vermeidet eine verbesserte Energieeffizienz klimaschädliche Emissionen. Insbesondere in Entwicklungsländern, in denen die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren sind, können die Energieeinsparpotenziale enorm sein.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt und fördert Energievorhaben in mehr als 50 Partnerländern. Dafür wurden von 2004 bis 2011 insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro für bilaterale Energieprojekte und –programme zugesagt.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich

Energie ist der größte Förderbereich innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und soll künftig noch weiter wachsen.

So wird beispielsweise die Stromversorgung in der Region West Nile in Nord-Uganda (Afrika) mit einem Programm zur Elektrifizierung nach und nach verbessert. Diese Region ist nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen. Die Elektrifizierungsrate liegt nur bei einem Prozent. Bis 2011 erreichte das bestehende kleine Inselnetz nur wenige Orte in der Region und war zudem störanfällig. Es wurde mit einem Schwerölgenerator betrieben und erreichte nur wenige Abnehmer.

Im Auftrag vom BMZ fördert die KfW Entwicklungsbank den Anschluss der Bewohner an die lokale Stromversorgung mit rund 28 Millionen Euro, im Auftrag der EU mit drei Millionen Euro. Das geschieht durch den Ausbau von zwei kleinen Wasserkraftwerken und einer Erweiterung des Stromverteilungsnetzes.

Mit dem Bau von knapp 300 Kilometern Übertragungsleitungen können zahlreiche Dörfer mit Strom versorgt werden. Das erste Kraftwerk ist 2012 in Betrieb genommen worden; der Schwerölgenerator wurde überflüssig. Das zweite Kraftwerk folgt in einigen Jahren.