Nutzen und Risiko von Nahrungsergänzung

Bunte Mischung von Pillen

Noch existieren keine wissenschaftlichen Belege über einen generellen möglichen Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln.

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Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über Nutzen und Risiken der sogenannten Nahrungsergänzungsmittel informiert. Hier ist Aufklärung nötig. Denn falsch dosiert können die Pillen sogar schädlich sein.

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel meist in Tabletten- oder Pulverform. Inhaltsstoffe sind hauptsächlich Vitamine und Mineralstoffe. Sie sollen die normalen Nahrung ergänzen. Sie sind keine Arzneimittel, können also keine Krankheiten lindern.

Sicherheitsvorschriften wie für Lebensmittel

Für Nahrungsergänzungsmittel gelten grundsätzlich die gleichen strengen Sicherheitsvorschriften wie für Lebensmittel. Auch sie müssen beim BVL angemeldet und registriert werden. Es gibt jedoch kein behördliches Zulassungsverfahren. Für die Sicherheit der Präparate sind ausschließlich die Hersteller und Händler verantwortlich.

Eine EU-Richtlinie gibt die Höchstmenge an Vitaminen und Mineralstoffen vor, die ein Produkt enthalten darf. Der Zusatz von anderen Stoffen wie Aminosäuren, Pflanzen- und Kräuterextrakten ist jedoch nicht abschließend geregelt.

Ein Nahrungsergänzungsmittel muss als solches erkennbar gekennzeichnet sein. Hersteller müssen das Produkt zudem mit einem Warnhinweis über die empfohlene Tageshöchstmenge versehen.

Können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein?

Grundsätzlich sind Vitaminpräparate für einen gesunden Menschen überflüssig. Unser Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen ist durch eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ausreichend gedeckt.

In Ausnahmefällen kann es sinnvoll sein, ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. So können diese Produkte Schwangeren helfen, genügend Folsäure aufzunehmen. Bei einer Ernährung ohne Milch kann es hilfreich sein, zusätzlich Kalzium einzunehmen. Außerdem können Nahrungsergänzungsmittel älteren Menschen oder chronisch Kranken helfen, den Appetit anzuregen. Auch zeigt eine Studie der Charité, dass Obst- und Gemüsesaftkonzentrat die Anzahl der Tage einer Erkältung verringern kann.

Dass Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich nützlich sind, ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Überdosiert können Nahrungsergänzungsmittel sogar schaden. Besonders in Verbindung mit Alkohol und körperlicher Anstrengung sind etwa Energy-Drinks gefährlich, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung in vielen Studien beschrieben hat.

Wirkung nicht überall belegt

Bedenken gibt es auch bei so genannten "Gehirnproteinen" für Kinder. Omega-3-Fettsäuren aus Seefisch sollen die Leistungen in der Schule verbessern. Doch in der Realität sind die Ergebnisse ernüchternd. In vielen wissenschaftlichen Studien zeigten Omega-3-Fettsäuren keinerlei Wirkung. Die Stiftung Warentest rät daher davon ab, Kindern diese Präparate zu geben.

Wer Nahrungsergänzungsmittel über das Internet kauft, sollte besonders vorsichtig sein. Für diese Produkte gelten ebenfalls die gesetzlichen Vorschriften. Aber wer bei einem Händler im Ausland bestellt, geht ein Risiko ein. Es gibt dabei keine Garantie, dass die Produkte deutschen Standards entsprechen.

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