Nutri-Score® - Mehr Transparenz beim Einkauf

Fragen und Antworten Nutri-Score® - Mehr Transparenz beim Einkauf

Auf einen Blick erkennen, welche Lebensmittel eine gute Nährwertzusammensetzung haben – das ist der Wunsch vieler Verbraucherinnen und Verbraucher, die auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Lebensmittelhersteller in Deutschland können nun das Kennzeichen Nutri-Score® verwenden. Die entsprechende Verordnung ist nun in Kraft.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner präsentiert zum Start der Einführung des neuen Lebensmittel-Logos Nutri-Score in Deutschland die Einstufung von Lebensmitteln.

Foto: picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa

"Eines der großen ernährungspolitischen Vorhaben für Deutschland ist erfolgreich umgesetzt", mit diesen Worten würdigte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner das Inkrafttreten der Nutri-Score®-Kennzeichnung in Deutschland. Sie habe die klare Erwartung an die Lebensmittelwirtschaft, dass sie die Kennzeichnung nutzt.

Was ist der Nutri-Score®?

Der Nutri-Score® ermöglicht es Verbrauchern, auf einen Blick die Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels zu erfassen. Dadurch können sie beim Einkauf verschiedene Produkte innerhalb einer Produktgruppe zügig miteinander vergleichen. Da das Kennzeichen auf der Vorderseite der verpackten Lebensmittel aufgebracht wird, ist es gut sichtbar.

Was bedeutet die Farb-Buchstabenkombination beim Nutri-Score®?

Innerhalb einer Produktgruppe trägt ein Lebensmittel mit grüner A-Bewertung eher zu einer gesunden Ernährung bei als ein Produkt mit rotem E.

Der Nutri-Score® gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie die tägliche Lebensmittelauswahl zusammengesetzt sein sollte: Je besser der Score, desto mehr kann das Lebensmittel zur täglichen Ernährung beitragen – während Lebensmittel mit einem ungünstigeren Nutri-Score® nur in Maßen verzehrt werden sollten. Das Kennzeichen sagt jedoch nichts darüber aus, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist, da nur gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel in Verkehr gebracht werden dürfen.

Der Nutri-Score® gibt einen Gesamtüberblick über den Nährstoffgehalt – stellt aber keine Nährstoffe einzeln da. Wenn Verbraucher sich dafür interessieren, müssen sie weiterhin die Nährwert-Tabelle und das Zutatenverzeichnis – oftmals auf der Rückseite der Verpackungen – studieren.

Wie wird der Nutri-Score® berechnet?

Zur Ermittlung des Nutri-Score® werden die Mengen verschiedener Nähr- und Inhaltsstoffe miteinander verrechnet. Hierbei werden berücksichtigt:

  • Nährstoffe, deren übermäßiger Verzehr sich negativ auf die Gesundheit auswirken könnte (zum Beispiel Energie, Fett und Salz),
  • als auch Inhaltsstoffe, die eher einen positiven gesundheitlichen Einfluss haben (Ballaststoff- und Eiweißgehalt und der Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen).

Wo können sich Verbraucher über das neue Kennzeichen informieren?


Das Bundesernährungsministerium (BMEL) informiert Verbraucher und Unternehmen mit einer umfassenden Kampagne. Unter www.nutri-score.de stehen Informationen, Expertenmeinungen, Antworten auf häufig gestellte Fragen, eine Erklär-Animation sowie Publikationen zur Verfügung.

Was bedeutet die Einführung für Unternehmen?

Die Nutzung des Nutri-Score ist für die Lebensmittelunternehmen kostenfrei. Es ist lediglich eine Anmeldung und die Zustimmung zu den Nutzungsvereinbarungen bei der französischen Markeninhaberin, einer Behörde im Geschäftsbereich des französischen Gesundheitsministeriums, erforderlich.

Um den Nutri-Score direkt zu nutzen, können Unternehmen ihre Marken, die mit dem Nutri-Score gekennzeichnet werden sollen, selbstständig auf dem entsprechenden Onlineportal registrieren. Die Registrierung erfolgt in fünf einfachen Schritten. Auch den Nutri-Score können Unternehmen für ihre einzelnen Produkte selbst berechnen. Auf der Webseite des Bundesernährungsministeriums sind alle notwendigen Informationen und Links zu finden.

In Europa gibt es verschiedene Kennzeichnungsmodelle. Warum hat sich die Bundesregierung für die Einführung des Nutri-Score® entschieden?

Umfangreiche Studien im Auftrag des BMEL haben gezeigt, dass das Nutri-Score® -Kennzeichen wissenschaftlich valide und für die Verbraucher am besten wahrnehmbar und verständlich ist.

Eine Verbraucherbefragung mit mehr als 1.600 Teilnehmern im Sommer 2019 zeigte, dass bei einer Auswahl von vier verschiedenen Kennzeichen 90 Prozent der Befragten den Nutri-Score® als "schnell und intuitiv verständlich" bezeichneten. 85 Prozent fanden, dass er "gut beim Vergleich verschiedener Produkte" hilft. Es wurde deutlich: Die Verbraucher erwarten vor allem eine zusammenfassende Bewertung, die schnelle Orientierung gibt.

Warum ist die Anwendung des Nutri-Score® nicht verpflichtend für alle Lebensmittelhersteller?

Die Nutzung von Nutri-Score® durch Unternehmen in Deutschland kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen, da das geltende EU-Recht eine verpflichtende nationale Anwendung nicht ermöglicht.

Frankreich hat den Nutri-Score® 2017 eingeführt. Er ist eine Gemeinschaftskollektivmarke, für die die französische "Nationale Agentur für öffentliche Gesundheit" als Markeninhaberin eingetragen ist. Für die Benutzung der Marke Nutri-Score® durch Dritte sind daher die markenrechtlichen Anforderungen einschließlich der vom Markeninhaber aufgestellten Bedingungen zu berücksichtigen. Durch eine Öffnungsklausel wurden die rechtlichen Voraussetzungen für die Verwendung des Nutri-Score®-Kennzeichens in Deutschland geschaffen.

Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft setzt sich Deutschland für eine EU-weit einheitliche erweiterte Nährwertkennzeichnung ein. Ziel ist es, bei der Sitzung des EU-Agrarrats im Dezember, gemeinsame Schlussfolgerungen der Mitgliedsstaaten zu erreichen.