Kabinett beschliesst Berichte

Mit der Energiewende in die Zukunft

Die Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien sind gesunken, seit sich private Anbieter für den Bau alternativer Anlagen bewerben können. Das besagen die aktuellen Berichte der Bundesregierung zur Energiepolitik. Ihr Fazit: Die Energiewende kommt voran, doch in einigen Bereichen besteht noch Handlungsbedarf.

Der Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zeigt, seit die Förderung von EEG-Anlagen umgestellt ist, sanken die Förderkosten deutlich. Denn seit 2017 wird die Förderhöhe von EEG-Anlagen nicht mehr staatlich bestimmt, sondern durch Ausschreibungen am Markt. Dadurch stiegen die Energiekosten für Verbraucher - über die EEG-Umlage - und für energieintensive Industrieunternehmen geringer.

EEG-Anlagen bald ohne staatliche Subventionen

Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier werden Ökostrom-Produzenten schon in wenigen Jahren ohne staatliche Subventionen auskommen. "Ich gehe davon aus, dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit, das heißt in den nächsten vier bis fünf Jahren, ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig erreicht haben", sagte der Minister im April bei einer internationalen Energiekonferenz.

Der EEG-Bericht zeichnet auch den Stand des Ausbaus nach, die vermiedenen Treibhausgasemissionen und die Einsparungen von fossilen Energieträgern.

Die Stromversorgung ist sicher

Deutschlands Stromversorgung ist sicher. Die Energienachfrage ist jederzeit gedeckt. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland damit zur Spitzengruppe, so der Monitoring-Bericht "Energie der Zukunft". Der Anstieg der Strompreise wurde abgebremst. Mit einem Anteil von 31,6 Prozent stammte fast jede dritte Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien – Tendenz steigend.

Damit der dezentral produzierte Strom transportiert werden kann, setzt sich die Bundesregierung für einen zügigen Netzausbau ein. "Die Energiewende wird dann gelingen, wenn der Leitungsausbau vorankommt, und deshalb möchte ich ihn beschleunigen", hatte Altmaier im März bei seiner Regierungserklärung gesagt.

Der sechste Monitoring-Bericht dokumentiert den Stand der Energiewende für das Jahr 2016. Er bewertet, inwieweit die Ziele aus dem Energiekonzept der Bundesregierung erreicht werden und wie die Maßnahmen wirken.
Der Monitoring-Prozess liefert die Grundlage dafür, bei Bedarf nachzusteuern. Die Energiepolitik der Bundesregierung orientiert sich dabei an den Zielen Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit.

Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen

Der Energieverbrauch stieg aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung und des kühlen Wetters im Jahr 2016 leicht an – damit verbunden auch die Treibhausgasemissionen. Insgesamt sind die Emissionen gegenüber dem Referenzjahr 1990 jedoch um 27,3 Prozent gesunken. Deutschland will die Treibhausgas-Emissionen so schnell wie möglich um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. Die Bundesregierung prüft nun, welche ergänzenden Maßnahmen dafür notwendig sind.

Denn auch der Energiebedarf in Gebäuden ist kaum gesunken. Um die Zielvorgabe von 20 Prozent bis 2020 doch noch einzuhalten, müsste der Verbrauch in den verbleibenden Jahren fünfmal schneller sinken. Auch der Energieverbrauch im Verkehr entwickelte sich gegenläufig zu den Vorstellungen des Energiekonzepts. Laut Bericht kann das Ziel, den Verbrauch bis 2020 um zehn Prozent zu senken, unter den bisherigen Rahmenbedingungen erst um 2030 erreicht werden.

Beitrag teilen