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Biografie über Gerhard Schröder

Merkel: Ein lesenswertes Buch

Es lohne sich, das Buch "Gerhard Schröder - Die Biografie" des Historikers und Publizisten Gregor Schöllgen zu lesen, sagte Bundeskanzlerin Merkel in Berlin. Mit großem Respekt werde der Mensch und Politiker Schröder kenntlich und ein Stück deutscher Geschichte verständlich gemacht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der Vorstellung der Biografie von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Die Kanzlerin mit Autor Gregor Schöllgen (Mitte) und Gerhard Schröder bei der Buchvorstellung.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Dieses Buch, im spannenden historischen Präsens geschrieben, ist es wert, von A bis Z gelesen zu werden", so das Fazit von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Buchvorstellung. Schon der Umfang von 1.038 Seiten, 936 Seiten Text und 102 Seiten Anmerkungen mache deutlich, dass sich hier ein Autor mit wissenschaftlichem Anspruch ans Werk gemacht habe.

Es sei dem Autor gelungen, nicht nur den Lebensweg Schröders zu beschreiben. Durch seine Schilderungen könne man auch alle wichtigen persönlichen als auch politischen Entscheidungen und "Weggabelungen" Schröders einordnen und bewerten.

Der Reformer Schröder

Die sieben Kapitel der Biografie zeigten Schröder stets als handelnden aktiven Menschen, sagte Merkel. In einigen Kapiteln sei der Politiker und Mensch Schröder so beschrieben, "wie ich ihn auch persönlich kennengelernt habe": machtbewusst, pragmatisch und kämpferisch.

Schröder habe sich damit um Deutschland verdient gemacht, sagte die Kanzlerin. Dass unser Land heute wirtschaftlich so gut dastehe, habe ohne jeden Zweifel seinen Ausgang in den Reformen der Agenda 2010. "Wir waren und sind in manchen Punkten, gerade in der Außenpolitik, fundamental anderer Meinung. Aber das ändert nichts an meiner Hochachtung für die Leistung des Reformers Gerhard Schröder", so Merkel.

Vom armen Jungen zum Bundeskanzler

Autor Schöllgen zeichnet in seiner Biografie ein umfassendes Bild Schröders. Fast nichts hat er ausgelassen: angefangen von der Kindheit in einer armen Familie, über den Fußballspieler mit Spitznamen "Acker", den Juso-Vorsitzenden, den Ministerpräsidenten von Niedersachsen bis schließlich zum Amt des Bundeskanzlers.

Für die umfangreiche Biografie durfte Schöllgen die Akten des Bundeskanzleramtes zu außen- und sicherheitspolitischen Themen genauso einsehen wie das gesamte Privatarchiv Schröders. Zudem hat er etliche Wegbegleiter Schröders, sowohl Freunde als auch Rivalen, interviewt. Die Bereitschaft Schröders zur umfassenden Akteneinsicht habe ihn sehr erfreut und sei nicht selbstverständlich, sagte der Autor. So seien einige Dinge, gerade aus der Familiengeschichte, herausgekommen, die Schröder selbst nicht kannte.

Von der eigenen Geschichte überrascht

Ihn selbst habe seine eigene Familiengeschichte überrascht, die "einigermaßen merkwürdig verlaufen" sei, sagte der ehemalige Bundeskanzler. Dafür dankte er dem Autor.

Schröder bedankte sich aber auch bei der Bundeskanzlerin für die Buchvorstellung. "Das ist angesichts der persönlichen Geschichte nicht selbstverständlich." Aber es zeige auch, dass man nach langen Jahren der politischen Auseinandersetzung zu solchen Dingen durchaus fähig sei. "Ich habe mich, liebe Frau Merkel, sehr darüber gefreut, dass Sie das übernommen haben", so Schröder.