Berufsausbildungsbeihilfe

Mehr Unterstützung für Azubis

Gute Nachricht für Berufsanfänger: Zum Beginn des Ausbildungsjahres am 1. August 2019 steigen die Berufsausbildungsbeihilfe für Auszubildende und das Ausbildungsgeld für junge Menschen mit Behinderung. Das Kabinett hat den Gesetzentwurf auf den Weg gebracht.

Ein junger Mann im Rollstuhl bekommt von einem Ausbilder eine Elektroplantine erklärt.

Auch das Ausbildungsgeld für Menschen mit Behinderung steigt zum 1. August 2019.

Foto: Kathrin Harms/laif

Der Staat fördert nicht nur Studierende und Schüler mit dem BAföG. Mit Berufsausbildungsbeihilfe unterstützt er auch junge Menschen, die eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung machen. Ausbildungsgeld erhalten Menschen mit Behinderung, die auf besondere Ausbildungseinrichtungen angewiesen sind.

Die Bedarfssätze und die Einkommensfreibeträge werden in zwei Stufen angehoben. Zum 1. August 2019 steigt der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen deutlich: von derzeit 622 Euro auf 716 Euro monatlich. Zum 1. August 2020 steigt er nochmals auf 723 Euro pro Monat.

Mit Berufsausbildungsbeihilfe auf eigenen Beinen stehen

Berufsausbildungsbeihilfe soll helfen, wirtschaftliche Hürden zu überwinden, die der Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung entgegenstehen. So soll besonders auch die Mobilität von Ausbildungsbewerbern und Auszubildenden gesteigert werden. Denn eine qualifizierte Ausbildung ist das beste Fundament für beruflichen Erfolg und die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

Wenn die Ausbildungsvergütung nicht für Unterkunft und Lebensunterhalt reicht, kann die Arbeitsagentur Berufsausbildungsbeihilfe zahlen: zum Beispiel an minderjährige Auszubildende, deren Ausbildungsstelle weit vom Elternhaus entfernt ist. Bei Auszubildenden über 18 Jahren mit Kind und/oder Partner spielt die Frage der Entfernung des Ausbildungsbetriebes vom Elternhaus keine Rolle.

Berufsausbildungsbeihilfe beantragt man bei den Arbeitsagenturen oder Jobcentern – oder einfach online. Das ist auch noch nach Beginn einer Ausbildung oder einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme möglich. Bei letzterer kann man sich nachträglich auf einen Hauptschulabschluss oder gleichwertigen Schulabschluss vorbereiten. Die Höhe der Ausbildungsbeihilfe richtet sich nach Unterkunft, Ausbildungsvergütung und Jahreseinkommen der Eltern beziehungsweise des Partners oder der Partnerin.

2017 wurden rund 87.000 junge Menschen mit Berufsausbildungsbeihilfe gefördert, darunter circa 60.000 Auszubildende und rund 26.000 Teilnehmer an berufsvorbereitenden Maßnahmen.

Höheres Ausbildungsgeld für junge Menschen mit Behinderung

Das Ausbildungsgeld ist eine vergleichbare Förderung für junge Menschen, die eine Ausbildung in einer Behindertenwerkstatt absolvieren. Ausbildungsgeld gibt es auch bei einer betrieblichen Qualifizierung während einer sogenannten "Unterstützenden Beschäftigung". Im Jahr 2017 wurden rund 62.000 Auszubildende mit Ausbildungsgeld gefördert.

Für junge Menschen mit Behinderung gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, die das Erlernen eines Berufes erleichtern sollen. So werden in bundesweit 51 Berufsbildungswerken über 160 Bildungsgänge mit anerkanntem Abschluss mit rund 13.000 Plätzen angeboten.

Über Angebote und Förderung informieren die Beratungsstellen der Agentur für Arbeit, der Jobcenter sowie der Integrationsämter der Länder. Unterstützung gibt es auch bei einfach teilhaben, dem Internetangebot des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Unter der Rufnummer 030 221 911-006 erhalten Menschen mit Behinderung Auskunft (montags bis donnerstags zwischen 8:00 und 20:00 Uhr).

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