Mehr Hilfe für syrische Nachbarländer

Entwicklungsminister Müller in Nahost Mehr Hilfe für syrische Nachbarländer

Entwicklungsminister Müller hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die Hilfszusagen für die Aufnahmeländer um Syrien umzusetzen, damit nicht noch mehr Menschen flüchten müssen. Die Bundesregierung hat die Hilfe für die Krisenregion in diesem Jahr verdreifacht und bereits konkrete Verbesserungen erreicht.

Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller besucht ein BMZ-Bildungsprojekt im Bereich Wasser/ Energieeffizienz in Jordanien.

Laut Minister Müller, hier in Jordanien, unterstützt Deutschland die Region in und um Syrien "so stark wie nie zuvor".

Foto: Thomas Trutschel/photothek.net

Im Rahmen seiner Reise nach Jordanien, Libanon und in die Türkei betonte Entwicklungsminister Gerd Müller: "Angesichts des nahenden Winters müssen auch die anderen Staaten ihren Zusagen vollständig nachkommen und ihre Hilfen jetzt ganz konkret umsetzen." Die UN-Organisationen beklagen, dass ihre Hilfsaufrufe für Syrien bislang nicht einmal zur Hälfte gedeckt sind. "Wenn wir es nicht schaffen, die Aufnahmeländer um Syrien tatkräftig zu unterstützen und den Menschen dort Perspektiven zu geben, werden sich viele verzweifelt erneut auf die lebensgefährliche Flucht begeben", so Müller weiter.

Deutschland erhöht Hilfszusagen

Die Bundesregierung hat ihre Hilfsleistungen für die Region in und um Syrien in diesem Jahr erheblich erhöht. In den kommenden drei Jahren beteiligt sich Deutschland mit insgesamt 2,3 Milliarden Euro an der Lösung der Flüchtlingskrise. Das hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Geberkonferenz zu Syrien in London am 4. Februar angekündigt.

Müller bekräftigte: "Deutschland unterstützt die Aufnahmeländer rund um Syrien so stark wie nie zuvor. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat seine Mittel im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht und konnte damit gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort ganz konkrete Verbesserungen für die Menschen erreichen."

Auf diese Weise könnten über eine Million Kinder und Jugendliche in der Krisenregion mit deutscher Hilfe zur Schule gehen oder eine Ausbildung bekommen. Außerdem sei es Müller zufolge gelungen, mit einer Beschäftigungsoffensive innerhalb eines halben Jahres 34.000 Jobs zu schaffen - zuletzt 8.000 Stellen für syrische Lehrer in der Türkei.

"Werden bis Jahresende 50.000 Arbeitsplätze schaffen"

"Bis zum Jahresende werden wir 50.000 Arbeitsplätze geschaffen haben, durch die rund 250.000 Familienangehörige besser leben können. Unsere Arbeit zeigt: Vor Ort können wir mit einem Euro ein Vielfaches an Wirkung erzielen. In einer solch langanhaltenden Notsituation geben Schule für Kinder, Ausbildung für Jugendliche und Beschäftigung für die Eltern den Flüchtlingen und denen, die sie aufnehmen, Hoffnung und Perspektive", sagte der Entwicklungsminister.

Das Bundesentwicklungsministerium stellt für die Beschäftigungsoffensive bis Jahresende 200 Millionen Euro bereit. Damit werden zehn Beschäftigungsprogramme, sogenannte Cash-for-work-Vorhaben, gestartet, Lehrer eingestellt, Straßen und Häuser repariert oder die Abfallentsorgung in völlig überlasteten Gemeinden unterstützt.

Die Mehrzahl der Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien lebt nicht in Camps, sondern in Dörfern und Kleinstädten. Die Bundesregierung unterstützt die aufnehmenden Gemeinden deshalb vor allem beim Aufbau der Infrastruktur, bei der Wasser- und Abwasserentsorgung sowie im Bereich Schule und Ausbildung.