"Wir sind nicht ohnmächtig"

Infektionsgeschehen in Ballungsräumen "Wir sind nicht ohnmächtig"

Kanzlerin Merkel hat mit den Bürgermeistern der elf größten deutschen Städte über die besonderen Herausforderungen der Pandemie-Eindämmung in Großstädten beraten. Sie vereinbarten, bei einer erhöhten Inzidenz die Neuinfektionszahlen durch zusätzliche Beschränkungsmaßnahmen zu senken.

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Video Kanzlerin mahnt zu Achtsamkeit

In einigen Großstädten steigen die Infektionszahlen derzeit besonders deutlich an. In einer Schaltkonferenz haben sich Kanzlerin Merkel und die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern der elf größten deutschen Städte darauf verständigt, durch zielgerichtete Maßnahmen dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Im Ergebnispapier wird festgehalten, dass spätestens ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche umgehend besondere Beschränkungen erforderlich werden. Dazu gehören insbesondere Erweiterungen der Pflicht zum Tragen einer Mundnasenbedeckung, die Einführung von Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum, die Einführung einer Sperrstunde und/oder Alkoholbeschränkungen für Gastronomiebetriebe sowie weitergehende Beschränkungen der Teilnehmerzahlen für Veranstaltungen und insbesondere für Feiern, auch im privaten Rahmen.

Erneute Beratungen in 14 Tagen

Gelingt es trotz dieser Maßnahmen nicht, den Anstieg der Infektionszahlen innerhalb von 10 Tagen zum Stillstand zu bringen, sind weitere gezielte Beschränkungsschritte unvermeidlich, um öffentliche Kontakte weitergehend zu reduzieren. Merkel teilte nach den Beratungen mit, man habe vereinbart, in zwei Wochen eine erneute Schaltkonferenz durchzuführen, um zu schauen, "wohin wir mit den zusätzlichen Maßnahmen gekommen sind und was wir erreicht haben."

Wie der Winter verläuft entscheidet sich jetzt

"Die Infektionszahlen steigen, aber wir sind alles andere als ohnmächtig", betonte Merkel nach den Gesprächen. " Wie Deutschland im Winter in dieser Pandemie dastehen wird, entscheide sich in diesen Tagen und Wochen. Das Ziel sei und bleibe, "die Infektionszahlen in einem Bereich zu halten, in dem möglichst jede einzelne Infektion nachverfolgt werden kann, in dem Kontaktpersonen erreicht und gewarnt werden können und in dem es dann gelingt, Infektionsketten auch wieder zu durchbrechen."

"Jetzt zählen Achtsamkeit und Zusammenhalt"

Die Kanzlerin appellierte gerade auch an jüngere Menschen, sich an die Regeln zu halten. "Alles wird zurückkommen: Feiern, ausgehen, Spaß ohne Coronaregeln", so Merkel. Doch jetzt zähle etwas anderes: "Achtsamkeit und Zusammenhalt, die einfachen Grundregeln von Abstand, Hygiene und Maskentragen, die App nutzen und - neu in der kalten Jahreszeit - die Räume lüften".

Hier finden Sie das Ergebnispapier im Wortlaut. Das Statement der Bundeskanzlerin ist in voller Länge in unserer Mediathek abrufbar. 
 

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