100 Jahre Deutscher Landkreistag

Leistungsfähig, einsatzbereit und bürgernah

Die Bundeskanzlerin hat den Gemeinden, Städten und Landkreisen für ihr "außerordentliches Engagement" bei der Aufnahme von Flüchtlingen gedankt. "Sie haben oft weit mehr geleistet, als man von ihnen verlangen konnte", betonte Merkel beim Festakt "100 Jahre Deutscher Landkreistag".

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Festakt "100 Jahre Deutscher Landkreistag".

Die Kanzlerin wirbt für eine bessere digitale Vernetzung von Bund, Ländern und Gemeinden.

Foto: Bundesregierung/Denzel

In ihrer Rede würdigte Kanzlerin Angela Merkel die Leistung der Landkreis-Versammlung in einer historischen Rückschau: vom Wiederaufbau der Bundesrepublik in den Nachkriegsjahren, die politischen Weichenstellungen im Bund und in Europa, bis zu den aktuellen Herausforderungen durch die Flüchtlingskrise.

In ausgezeichneter Weise bewährt

"Als der Zusammenbruch im Jahre 1945 kam, da haben gerade die Gemeinden und die Landkreise sich als Träger des letzten Restes staatlicher Hoheit in so ausgezeichneter Weise bewährt, dass ihnen das niemals vergessen werden darf", erklärte die Bundeskanzlerin. So hätten die Kommunen in Deutschland immer wieder neue Herausforderungen zu meistern. Denn im Lauf der Jahrzehnte änderten sich die Lebensumstände und politischen Verhältnissen. So spiegele sich die wechselvolle Vergangenheit Deutschlands auch in der Geschichte des Deutschen Landkreistags wider.

Der Deutsche Landkreistag (DLT) ist der Zusammenschluss der 295 deutschen Landkreise auf Bundesebene. Seine unmittelbaren Mitglieder sind die Landkreistage der 13 Flächenländer, die sich für die Kommunalbelange in ihrem jeweiligen Bundesland einsetzen. Er vertritt drei Viertel der kommunalen Aufgabenträger, rund 96 Prozent der Fläche und mit 55 Millionen Einwohnern 68 Prozent der Bevölkerung Deutschlands.

Brennpunktthema: Wohnraum

Das Thema Wohnraum sei "eine der brennenden Fragen der nächsten Jahre" sagte die Kanzlerin. Dies gelte insbesondere für einige eng besiedelte Regionen in Deutschland. Die Bundesregierung habe das Problem im Blick und investiere deshalb stärker in den Wohnungsbau. Zusätzlich eingeplant seien jeweils 500 Millionen Euro für 2017 und 2018.

Breitbandausbau voran bringen

Um den Ausbau der Breitbandnetze im ländlichen Raum schneller voran zu bringen, stellt die Bundesregierung insgesamt 2,7 Milliarden Euro bereit. Zusätzliche Mittel, die ganz besonders den Landkreisen zugute kommen sollen. "Ich möchte nicht, dass wir da eines Tages eine Art Entwicklungsland werden", mahnte die Bundeskanzlerin.

Enge Zusammenarbeit bei Integration

Noch immer gebe es viele Aufgaben, um Flüchtlinge erfolgreich zu integrieren, stellte die Kanzlerin fest. Da blieben Spannungen zwischen denen, die schon lange in den Landkreisen leben und denen, die als Flüchtlinge neu hinzugekommen sind, nicht aus. Es müssten noch "viele Detailgespräche geführt werden", damit Integration und Eingliederung in die Mitte der Gesellschaft wirklich klappen kann.

"Ich weiß, dass wir, auch was Integrationskurse anbelangt, noch besser werden müssen" erklärte die Kanzlerin. Sie vertraue aber auf die enge und gute Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und dem Bund.

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