Vorschnelle Lockerungen würden Omikron-Welle verlängern

Aktuelle Corona-Lage Vorschnelle Lockerungen würden Omikron-Welle verlängern

Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat in der Debatte über Lockerungen in der Corona-Pandemie erneut vor einer schnellen Aufhebung der Maßnahmen gewarnt. „Wir haben die Lage noch nicht wirklich unter der Kontrolle“, sagte er. Dennoch funktionierten die Maßnahmen, so Lauterbach am Dienstag.

PK Lauterbach

Bundesgesundheitsminister Lauterbach warnte am Dienstag vor zu frühen Lockerungen beim Kampf gegen das Coronavirus.

Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Mit dem Höhepunkt der Omikron-Welle rechnet Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach weiterhin Mitte dieses Monats. „Aber wir fahren ungefähr die Maßnahmen, die wir brauchen, um diese Welle so zu steuern, wie wir uns das gedacht hatten“, sagte er. Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, funktionierten, betonte er.

Dennoch sieht er Deutschland weiterhin in einer schwierigen Situation. Er verwies auf die steigenden Fallzahlen und die nicht zufriedenstellende Hospitalisierungsrate. Zudem seien viele Ältere noch ungeimpft. Deutschland habe außerdem eine in Europa vergleichsweise alte Bevölkerung.

Lockerungen würden Welle verlängern

Lauterbach geht davon aus, dass es in Deutschland eine drei- bis viermal so hohe Zahl von Ungeimpften bei den besonders gefährdeten älteren Menschen gebe. „Von daher sind wir noch immer gefährdet, und wir können breite Lockerungen, wie sie derzeit diskutiert werden, zum jetzigen Zeitpunkt nicht vertreten.“  Sollte es jetzt zu schnellen Rücknahme wesentlicher Maßnahmen kommen, würden das die Welle deutlich verlängern. Mit ersten Öffnungsschritten könne aber noch deutlich vor Ostern gerechnet werden.

Neues System für Testungen

Lauterbach kündigte eine Änderung der Testverordnung diese Woche an. Es werde unter anderem weiterhin eine Priorisierung für diejenigen geben, die in Pflegeeinrichtungen und im medizinischen Bereich arbeiteten. Weiterhin sei geplant, dass auch alle Menschen nach einem positiven Corona-Schnelltest Anspruch auf PCR-Nachtestung haben. Man habe so „ein effizientes, aber auch sicheres System“ der Testungen.

Menschen schützen durch einrichtungsbezogene Impfpflicht

Der Minister äußerte sich auch zur Kritik an der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impflicht, die Mitte März in Kraft treten soll. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht sei keine Schikane gegen das Personal, welches in diesen Einrichtungen arbeite. „Uns geht es um den Schutz der dort den Mitarbeitern anvertrauten Menschen“, betonte er.

Impfung Apotheke

Mehr als 6000 Apothekerinnen und Apotheker sind bereits für das Impfen geschult worden

Foto: imago images/photothek

Impfungen in Apotheken möglich

In Deutschland steht genügend Impfstoff für alle bereit. Wer sich impfen lassen möchte, kann einen Termin beim Arzt oder in einem Impfzentrum machen oder eines der niedrigschwelligen Impfangebote der Bundesländer vor Ort wahrnehmen. Darüber hinaus bieten viele Betriebe Impfungen an. Seit dem 8. Februar können auch Apotheken die Impfungen anbieten – entsprechend geschulte Apothekerinnen und Apotheker dürfen dann impfen.

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