Antrittsrede der Bundesfamilienministerin

Kinder und Familien stärken

Gute Kinderbetreuung kann jedem Kind einen guten Start ins Leben ermöglichen. In ihrer ersten Rede vor dem Deutschen Bundestag betonte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey die Bedeutung frühkindlicher Bildung und kündigte einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung an.

Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Soziale Berufe aufwerten - das ist nur eines der Vorhaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

Foto: Dr. Franziska Giffey - Pressefoto CC BY 4.0

"Gute frühkindliche Bildung muss allen Kindern in Deutschland zugutekommen, egal ob sie in einem armen oder reichen Elternhaus geboren sind", erklärte Giffey. Deshalb werde der Bund in den nächsten Jahren zusätzliche Mittel in Höhe von 3,5 Milliarden Euro für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung zur Verfügung stellen.

In enger Abstimmung mit den Ländern werde sie zügig ein Gesetz vorlegen, das die Qualität der Kinderbetreuung verbessern solle. Auch den Ausbau der Ganztagsschulbetreuung wolle sie gemeinsam mit dem Bundesbildungsministerium vorantreiben, sagte Giffey.

Kinderarmut bekämpfen

Um Kinder und Familien zu unterstützen, werde die Bundesregierung das Kindergeld erhöhen, kündigte Giffey an: „Aber das reicht nicht. Deshalb erhöhen wir auch den Kinderzuschlag.“ Es werde mehr Geld für Eltern mit kleinem Einkommen und Alleinerziehende geben. „Mit dem erweiterten Kinderzuschlag werden wir mindestens 500.000 Kinder erreichen“, sagte die Ministerin.

Der beste Schutz vor Armut sei jedoch Arbeit. Arbeit lohne sich jedoch nicht, wenn Mehrverdienst vom Kinderzuschlag abgezogen werde. „Deshalb wollen wir den neuen Kinderzuschlag so gestalten, dass von jedem Euro Mehrverdienst spürbar etwas für die Familie bleibt“, so Giffey.

Soziale Berufe aufwerten

Einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht die Bundesfamilienministerin auch in der Aufwertung sozialer Berufe. Vom Erzieherberuf bis hin zur Altenpflege gelte es, die Berufe attraktiver zu machen: "Mit besserer Aus- und Fortbildung, besseren Arbeitsbedingungen und - das habe ich vor Ort immer wieder erfahren - besserer Bezahlung", sagte Giffey. 80 Prozent der in sozialen Berufen Beschäftigten seien Frauen. "Die Aufwertung der sorgenden Berufe ist deshalb auch eine Frage der Gleichstellung von Frauen und Männern", erklärte die Ministerin.

Schutz von Frauen und Kindern stärken

Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt, die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe und die Festschreibung der Kinderrechte im Grundgesetz seien weitere Schwerpunkte ihrer Politik, erklärte Giffey. "Das ist ein wichtiges Signal für viele Engagierte der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und so notwendig", so die Ministerin. Auch wolle man den Jugendmedienschutz auf die Höhe der Digitalisierung bringen, damit Kinder auch in der digitalen Welt geschützt seien.

Franziska Giffey leitet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Von 2015 bis 2018 war sie Bürgermeisterin des Stadtbezirks Berlin-Neukölln.

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