Keine Angst vor Innovationen

Mittelstands-Förderstrategie Keine Angst vor Innovationen

Kleine und mittlere Unternehmen sollten sich stärker um Innovationen bemühen und hier die Förderangebote der Bundesregierung nutzen. Dafür gibt es mehr Geld, vor allem aber eine neue Strategie des Bundesforschungsministeriums.

Industrieroboter im Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

Ministerin Wanka möchte in den nächsten Jahren 50 Innovationsforen organisieren.

Foto: BMBF/Rickel

Kein Teilnehmer des Pressegesprächs kannte zur Verwunderung der Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die kleine Stadt Thale am Rande des Harzes. Sie ist heute der größte Standort der Pulvermetallurgie in Europa, was allerdings auch nicht jedem etwas sagte. Immerhin hat das Bundesforschungsministerium mit einem hier durchgeführten Innovationsforum und dem dann gegründetes Kompetenzzentrum eine wichtige Rolle eingenommen, um zahlreiche kleine und mittlere Betriebe und Forschungseinrichtungen zusammenzubringen.

50 Innovationsforen

50 Innovationsforen möchte die Ministerin in den nächsten Jahren organisieren, um ähnliche Erfolge an anderen Orten und in anderen Branchen zu erreichen. Mittelständische Unternehmen brauchen Partner, unter anderem Forschungseirichtungen, in denen Innovationen entwickelt und erprobt werden können.

Die große Zukunft liegt in den völlig neuen Produktionsmöglichkeiten durch Industrie 4.0. Computergestützte Produktion erlaubt die Herstellung von ganz individuellen Produkten unter den Bedingungen und zu Kosten der Massenproduktion. Die Umsetzung einer entsprechenden Idee kann ein kleines Unternehmen jedoch selten selbst stemmen. Dazu braucht es Partner.

So sehen mittelständische Unternehmen der Medizintechnik große Chancen durch Industrie 4.0, da sich damit ganz individuelle Prothesen oder Knochenersatzteile herstellen lassen. Um Kompetenzen der Wissenschaft und anderer Unternehmen zu nutzen, bietet sich eine Zusammenarbeit etwa mit Fraunhofer-Instituten und anderen Firmen an, um eine innovative Produktionsweise zu entwickeln.

Anträge vereinfacht

Kleine und mittlere Unternehmen möchten häufig neue Ideen umsetzen, haben aber oft nicht die Zeit, umfangreiche Anträge auf Förderung zu stellen. Auch hier bietet die neue Strategie neue Chancen dadurch, dass Betriebe zunächst nur eine Skizze ihres Vorhabens einreichen müssen oder zunächst Gelder nur für eine Machbarkeitsstudie beantragen können. Ein umfassender Antrag wird daher erst dann nötig, wenn dem Projekte gute Chancen eingeräumt werden.

Fachkräfte zu gewinnen wird gerade für kleine Unternehmen immer schwieriger. Aus diesem Grund setzt der Bund zahlreiche Projekte zur Qualifizierung von Kräften um, etwa durch die Schaffung überbetrieblicher Ausbildungsstätten.

10 Punkte

Die Strategie umfasst zehn Punkte und natürlich auch mehr Geld. Das Ministerium erhöht seine Förderung für kleine und mittlere Unternehmen um 30 Prozent auf rund 320 Millionen Euro pro Jahr bis 2017. Das Programm beginnt sofort, vieles läuft bereits.

"Wir brauchen Optimismus auch im Mittelstand – er ist das Rückgrat unseres Wirtschaftssystems", sagte Wanka abschließend. Die neue Strategie soll Ängste bei kleineren Unternehmen abbauen, etwa wenn es darum geht Konzepte wie Industrie 4.0 umzusetzen.

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