"Eine beeindruckende Entwicklung"

Stand der Impfstoff-Forschung "Eine beeindruckende Entwicklung"

Ein Impfstoff muss zwei Kriterien erfüllen: Er muss sowohl wirksam als auch sicher sein. Bei der Zulassung vom Impfstoffen gegen Covid-19 werde es keine Abstriche geben, betonte Bundesforschungsministerin Karliczek. Das Unternehmen Biontech hat zu Wochenbeginn die bedingte Zulassung bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur beantragt.

Foto zeigt Anja Karliczek

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, im Austausch mit Expertinnen und Experten zur Impfstoffentwicklung.

Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die drei von der Bundesregierung geförderten Pharmaunternehmen CureVac, Biontech und IDT Biologika zeigen eine "beeindruckende Entwicklung", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei einer Pressekonferenz zum Stand der Impfstoff-Entwicklung. Nur acht Wochen nach einer ersten Zwischenbilanz zum Forschungsstand haben die Unternehmen atemberaubende Fortschritte gemacht, so die Ministerin.

Biontech beantragt Zulassung in USA und EU

"Wir können hoffen, dass wir von Biontech schon in den nächsten Tagen positive Nachrichten hören werden", sagte Karliczek. Eine Zulassung eines Impfstoffs wäre "ein erster Lichtblick am Ende des Tunnels". Um die Pandemie wirklich unter Kontrolle zu bringen, seien jedoch mehrere gute Impfstoffe notwendig. "Wir hoffen, dass alle drei geförderten Unternehmen ihre Impfstoffe auch zur Zulassung bringen werden."

Am Montag teilte das Unternehmen Biontech mit, dass es gemeinsam mit dem US-Pharmahersteller Pfizer bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung auf eine bedingte Marktzulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt habe.

Die Bundesregierung stellt mit dem Sonderprogramm zur Impfstoff-Entwicklung gegen Covid-19 insgesamt 750 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden die drei Pharmaunternehmen CureVac, Biontech und IDT Biologika.

Schnell und sicher ist kein Widerspruch

Bei aller Dringlichkeit, die Pandemie mit einem Impfstoff zu bekämpfen, sind zwei Kriterien elementar: Wirksamkeit und Sicherheit. Um Impfskeptikern zu begegnen sei Transparenz über die Entwicklung des Impfstoffs und deren Nebenwirkungen wichtig, betonte die Ministerin.

Trotz des atemberaubenden Tempos bei der Entwicklung eines Impfstoffs werden keine Einschränkungen bei der Sicherheit gemacht, erklärte die Leiterin der Sektion Infektiologie des Universitätskrankenhauses Eppendorf (UKE), Professorin Marylyn Addo. Mehrere Faktoren hätten die Forschung positiv beeinflusst. So haben Wissenschaftler die Sequenz des Covid-19-Erregers schneller als erwartet entschlüsselt. "Prozesse wurden parallelisiert, aber es wurden keine Abkürzungen genommen, die in irgendeiner Weise sicherheitsrelevant sind", so die Professorin.

Und letztlich habe auch die breite finanzielle Förderung die Entwicklung beschleunigt. Die Schnelligkeit "sollte uns keine Angst machen, sondern begeistern, wie wir auf so eine Pandemie reagieren können", sagte Addo. "Ein in der EU und Deutschland zugelassener Impfstoff wird den höchsten Standards und Ansprüchen an die Sicherheit genügen."

Das Bundesforschungsministerium fördert den Kampf gegen Covid-19 mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Neben dem Sonderprogramm zur Impfstoff-Entwicklung investiert das Ministerium auch in das Netzwerk Universitätsmedizin, in die Covid-19-Forschung sowie in Förderung der Medizintechnik.