Europäische Impfwoche

Impfen schützt

Krankheiten verhindern, bevor sie entstehen: Nichts ist wirkungsvoller als Impfen. Das Bewusstsein hierfür zu schärfen – das steht im Mittelpunkt der diesjährigen Europäischen Impfwoche. Eine wachsende Impfmüdigkeit könnte zur zentralen Gesundheitsbedrohung werden.

Ein Arzt klebt nach einer Impfung einem Mädchen ein Pflaster an den Oberarm

Vorbeugende Impfungen helfen, ansteckende Krankheiten nahezu auszulöschen.

Foto: Getty Images/Science Photo Libra

Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern hilft auch, Krankheiten auszulöschen. Beispiel: die Pocken. Noch in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erkrankten mehr als zwei Millionen Menschen weltweit an den Pocken. Etwa 30 Prozent von ihnen verstarben. Durch intensive Impfaktivitäten in allen Regionen der Welt konnte diese Erkrankung Ende der 70er Jahre ausgerottet werden.

Auch Polio (Kinderlähmung) konnte durch Impfen weit zurückgedrängt werden. Nur noch Länder wie Pakistan und Afghanistan kennen neue Krankheitsfälle. Solange aber eine Krankheit noch nicht ausgerottet ist, sind Impfungen von zentraler Bedeutung. Andernfalls droht sie zurückzukehren.

Impfmüdigkeit als zentrale Gesundheitsbedrohung

Seit diesem Jahr zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Verzicht auf Impfungen zu den zehn größten globalen Gesundheitsrisiken. Nicht-Impfen wird damit bewertet wie Ebola oder die Zunahme von Antibiotikaresistenzen.

Beispiel: Masern, eine gefährliche Krankheit, die tödlich enden kann. Ziel der WHO war es, dass Masern bis 2020 ausgerottet werden. Leider ist die Entwicklung gegenläufig: 2018 nahm die Zahl der Erkrankungen um 30 Prozent zu. Auch in Deutschland macht sich bemerkbar, dass nicht genug Menschen geimpft sind. 543 Masernfälle gab es hier 2018.

Seit einigen Jahren verharrt die Impfquote bei Kindern bei knapp 93 Prozent. Bei jungen Erwachsenen ist die Quote derjenigen, die über einen ausreichenden Impfschutz verfügen, noch niedriger. Oft fehlt die zweite Impfung, die aber für einen wirksamen Schutz notwendig ist.

Erst bei einer Impfquote von 95 Prozent kann man davon ausgehen, dass es nicht zu Krankheitsausbrüchen kommt.

Ansteckungsketten verhindern

"Protected Together, #Vaccines Work" ("Gemeinsam geschützt. Impfungen wirken") lautet das Motto der diesjährigen Europäischen Impfwoche vom 24. bis zum 30. April.

Impfen lassen kann man sich in jedem Alter. Wer jetzt seine Impflücke schließt, hilft nicht nur sich selbst. Er zeigt auch Verantwortung gegenüber denjenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder noch zu jung für eine Impfung sind. Das betrifft vor allem Babys, gerade die Altersgruppe, bei denen es im Falle einer Erkrankung am häufigsten zu ernsthaften Komplikationen kommt.

Impfungen sind eine der wirksamsten Maßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen, um Krankheiten zu verhindern. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Reihe von Impfungen. Sie helfen vom Säuglingsalter an, schwere Krankheiten wie Diphterie, Masern, Mumps, Röteln zu vermeiden. Gegen manche Krankheiten reichen Impfungen im Kindesalter, einige müssen immer wieder aufgefrischt werden. Die Kosten der von der Impfkommission empfohlenen Schutzimpfungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Mehr Informationen auf  www.impfen-info.de

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