Flüchtlinge als Museumsguides

Grütters fördert Integrationsprojekt "Multaka"

In mehreren Berliner Museen führen Syrer und Iraker andere Flüchtlinge in arabischer Sprache durch die Sammlungen. Gefördert wird das Projekt "Multaka" von der Kulturstaatsministerin. Grütters traf sich jetzt im Islamischen Museum mit den Initiatoren und Kulturvermittlern.

" 'Multaka' zeigt auf vorbildliche Weise, wie die Integration der Neuankömmlinge unterstützt werden kann", erklärte Kulturstaatsministerin Grütters im Islamischen Museum. Dort übergab sie einen Förderbescheid in Höhe von 85.000 Euro, durch den das Projekt in diesem Jahr finanziell gesichert ist. Außerdem kann es nun konzeptionell weiterentwickelt werden.

Flüchtlinge als Museumsführer in so unterschiedlichen Einrichtungen wie dem Deutschen Historischen Museum, dem Pergamon- und dem Bode-Museum einzusetzen, heiße auch, die Unterschiede ebenso wie das Verbindende anzuerkennen, erklärte Grütters weiter. "So werden die Neuankömmlinge bei uns selber zu Vorbildern, zu buchstäblichen 'Wegweisern', die Mut machen und Hoffnung weitergeben."

Von Flüchtlingen für Flüchtlinge

Das Projekt "Multaka" (arabisch: Treffpunkt) baut auf den kulturellen Erfahrungen der eingesetzten Führer auf. Sie sind als Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak nach Deutschland gekommen.

In Rundgängen führen die eigens dafür trainierten "Guides" andere geflüchtete Menschen in arabischer Sprache durch die Sammlungen. Dabei tauschen sie sich nicht nur über die Kultur ihrer Herkunftsländer aus, sondern stellen auch Verbindungen zu Kultur und Geschichte Deutschlands her.

Die kostenfreien Führungen finden inzwischen regelmäßig im Museum für Islamische Kunst, dem Vorderasiatischen Museum sowie der Skulpturensammlung und dem Museum für Byzantinische Kunst statt. Sie stoßen dort vor allem bei jungen Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse. Das gilt besonders für die Führungen im Deutschen Historischen Museum, in denen die Guides ihr Publikum mit signifikanten Ereignissen der deutschen Geschichte bekannt machen.

Für den Sonderpreis nominiert

"Multaka" ist inzwischen auch für den Sonderpreis der Staatsministerin für Projekte mit geflüchteten Menschen nominiert. Vergeben wird der Preis zum ersten Mal am 21. Mai bei der Auftaktveranstaltung der Initiative "Kultur öffnet Welten". Kulturstaatsministerin Grütters hat sie zusammen mit den Ländern, Kommunen und anderen Akteuren ins Leben gerufen, um den Beitrag von Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden zum interkulturellen Dialog zu würdigen und Impulse für weitere Aktivitäten zu geben.

 

 

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