Große Nachfrage nach neuen Mitarbeitern

An einer Tafel hängen in Berlin im Gebäude der Bundesagentur für Arbeit offene Stellenangebote.

692.000 offene Arbeitsstellen: Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor hoch.

Foto: picture alliance / dpa / Paul Zinken

Die Erwerbstätigkeit hat weiter kräftig zugenommen – und zwar um 50.000. Insgesamt 43,63 Millionen Menschen sind erwerbstätig. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 608.000 mehr, ein Plus von 2,4 Prozent.

Sichtbar zugelegt haben wieder die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. Nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind von Dezember auf Januar 74.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse entstanden. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 743.000 Menschen mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt – davon 369.000 in Vollzeit und 376.000 in Teilzeit. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles stellt dazu fest: "Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist auf Rekord-Niveau und hat noch einmal zugelegt. Und dieser Trend kann sich fortsetzen, denn es gibt weiter rund eine Million offene Stellen".

Die Februarwerte für die Entwicklung der Erwerbstätigkeit

Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland – Februarwerte in Millionen gerundet (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Foto: Bundesregierung

Die meisten Stellen entstanden in der Pflege und im Sozialbereich, bei Unternehmensdienstleistern und im Handel. Stellen weggefallen sind vor allem bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.

Unternehmen suchen neue Mitarbeiter

Nach wie vor werden neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. 692.000 Arbeitsstellen waren im März bei der BA gemeldet, 57.000 oder zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. 91 Prozent der offenen Stellen konnten sofort besetzt werden.

Auch wer einen Ausbildungsplatz sucht, hat gute Karten. Rein rechnerisch übersteigt im März 2017 die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen die der gemeldeten Bewerber. Fast alle gemeldeten Ausbildungsplatzangebote sind betriebliche Berufsausbildungsstellen.

Allerdings sind nicht immer Berufswunsch und Wohnort mit dem Ausbildungsangebot deckungsgleich. Beispielsweise gibt es ein höheres Angebot im Hotel- und Gaststättenberufen, in Bauberufen und in vielen Handwerksberufen verglichen mit der Nachfrage. Umgekehrt verhält es sich in Büro- und Verwaltungsberufen, in der Tierpflege, in Medienberufen oder in künstlerisch-kreativen Berufen.

Arbeitslosigkeit wieder zurückgegangen

Arbeitslos gemeldet sind derzeit gut 2,66 Millionen. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Arbeitslosigkeit damit um 78.000 oder drei Prozent gesunken; von Februar auf März um 100.000 oder vier Prozent. Damit ist die Arbeitslosigkeit stärker gesunken als üblicherweise um diese Jahreszeit. Im Vergleich zum Vorjahr waren im März 183.000 weniger Arbeitslose registriert (sechs Prozent).

Märzwerte Arbeitslosigkeit

Arbeitslosenzahl im März - In Millionen gerundet (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Foto: Bundesregierung

Mehr Zuwanderer sozialversicherungspflichtig beschäftigt

Immer mehr Zuwanderer sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ihre Zahl ist im Januar um 254.000 oder 14 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat die Zahl der der arbeitslosen Zuwanderer im März um 59.000 oder 15 Prozent zugenommen. Die Arbeitslosigkeit von Menschen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern ist im Vergleich zum Vorjahr um 66.000 oder 54 Prozent gestiegen.

Die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt braucht erfahrungsgemäß Zeit. Ihre Arbeitslosmeldung ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess. Die BA unterstützt Migranten dabei, Sprachkenntnisse zu erwerben und formale Qualifikationen zu erlangen.

Neuer Chef für Bundesagentur für Arbeit

Detlef Scheele wird zum 1. April 2017 Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit. Seit Oktober 2015 ist er bereits Vorstandsmitglied. Wichtig ist ihm die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und ein guter Übergang von der Schule zum Beruf. In Weiterbildung und Qualifizierung sieht er eine entscheidende Rolle – auch im Hinblick auf eine zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt.

Der 60-Jährige ist ausgewiesener Arbeitsmarktexperte. In der Vergangenheit leitete er Beschäftigungsgesellschaften, war Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Zuletzt war er Senator für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg.

Detlef Scheele übernimmt das Amt von Frank-Jürgen Weise, der 15 Jahren im Vorstand der BA war und aus Altersgründen aufhört. Außerdem rückt die von der Arbeitgeberseite kommende Juristin Valerie Holsboer neu in den BA-Vorstand auf.