G20-Gipfel in Südafrika
Katastrophenvorsorge, gerechte Energiewende, kritische Rohstoffe, Wirtschaftswachstum, Ernährungssicherheit und KI: Zu diesen und anderen Schwerpunkten trafen sich die Staats- und Regierungschefs der G20 in Südafrika – für Deutschland nahm Bundeskanzler Merz teil.
3 Min. Lesedauer
G20-Treffen in Südafrika: Erstmals kamen Staats- und Regierungschefinnen und -chefs dafür auf dem afrikanischen Kontinent zusammen.
Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel
In Johannesburg kamen die Staats- und Regierungschefinnen und-chefs der G20 zu politischen Gesprächen zusammen. Das Motto der südafrikanischen Präsidentschaft lautete: Solidarität, Gleichheit, Nachhaltigkeit.
Die vier inhaltlichen Schwerpunktthemen der südafrikanischen Präsidentschaft waren: Katastrophenvorsorge, Schuldentragfähigkeit der Entwicklungsländer, Energiewende und kritische Rohstoffe. Neben Bundeskanzler Friedrich Merz nahm auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil als Teil der deutschen Delegation teil.
Globale Herausforderungen gemeinsam bewältigen
Ein wichtiges Ergebnis: Der G20-Gipfel sendete ein deutliches Zeichen für Multilateralismus. Es kam zum Ausdruck, dass ein großes Interesse daran besteht, die globalen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Bundeskanzler Merz hob hervor, wie wichtig die Stärkung der internationalen Ordnung ist, die auf Recht, Regeln und Verlässlichkeit beruht.
Weiteres Ergebnis ist, die Partnerschaften mit Afrika langfristig auszubauen – gerade mit Blick auf kritische Rohstoffe, Handel und Energiepolitik.
Außenpolitische Themen im Fokus
Zudem spielten außenpolitische Themen eine wichtige Rolle bei den Beratungen des G20-Gipfels. Auf Einladung des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa und Bundeskanzler Friedrich Merz gab es einen Sondertermin zum Thema Compact with Africa.
Compact with Africa ist eine Initiative, die Deutschland 2017 auf Vorschlag des damaligen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble ins Leben gerufen hat, um einen größeren Fokus der G20 auf Afrika zu ermöglichen. Es ist eine Initiative, die die afrikanischen Länder ermuntert, durch gezielte Reformen bessere Bedingungen für Privatinvestitionen in Afrika zu erreichen. Ägypten, Äthiopien, Angola, Benin, Burkina Faso, Cote d’Ivoire, Demokratische Republik Kongo, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Sambia, Senegal, Togo, Tunesien sind Mitglieder.
Zentrales außenpolitisches Thema des Treffens war außerdem der Krieg in der Ukraine. Bundeskanzler Merz hatte Russland während des G20-Treffens aufgefordert, „diesen Krieg jetzt zu beenden”. In einem gemeinsamen Statement mit weiteren Staaten und der EU heißt es, dass der von der US-Regierung vorgelegte 28-Punkte-Plan eine Basis bilde, die weiterer Arbeit bedürfe. Man wolle sich in den kommenden Tagen weiterhin eng mit der Ukraine und den USA abstimmen.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Koordinierung
Für Deutschland ist G20 ein wichtiges multilaterales Format zur Abstimmung mit führenden Industrie- und Schwellenländern. Die Bundesregierung will die G20 auch als Krisenreaktionsformat erhalten und weiterhin in der G20 gemeinsamen an globalen Lösungen arbeiten.
Dabei spielen insbesondere die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Koordinierung eine wichtige Rolle. Zudem ist es das Ziel, in diesem Rahmen auch wichtige Initiativen zu stärken, wie beispielsweise den G20 Compact with Africa.
Regelbasierte Zusammenarbeit stärken
Der Austausch im Rahmen der G20 bietet aus deutscher Sicht die Chance, Bindekräfte zwischen den G20-Mitgliedern zu fördern, die an regelbasierter Zusammenarbeit orientiert sind. Das gilt gerade jetzt, wenn der Gipfel in einem international sehr schwierigen Umfeld stattfindet.
Der Gruppe der Zwanzig (G20) gehören 19 Staaten, die Europäische Union (EU) sowie die Afrikanische Union (AU) an. Neben Deutschland und Südafrika sind auch Argentinien, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA Teil der G20. Die wichtigsten Fragen zur G20 im Überblick.
Das G20-Treffen in Südafrika in Bildern:
Gipfel zum ersten Mal auf afrikanischem Kontinent
Zum ersten Mal fand ein G20-Gipfel auf dem afrikanischen Kontinent statt – ein klares Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für die Entwicklung in Südafrika und Afrika insgesamt. Deutschland und Europa haben ein strategisches Interesse, mit Afrika enger zusammenzuarbeiten, gerade in der jetzigen geopolitischen und Handelssituation. Als Beispiel sind die kritischen Rohstoffe zu nennen.
Gelegenheit für persönlichen Austausch
Insbesondere in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, im engen Dialog zu bleiben – und wichtige globale Fragen in informellen und freundschaftlichen Rahmen anzusprechen. Hierzu ist G20 – als Zusammenschluss führender Volkswirtschaften und Demokratien – ein zentrales und bewährtes Format.
Die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der G20 tauschten sich beim Treffen in Südafrika in mehreren Arbeitssitzungen zu globalen Fragen aus. Daneben gab es auch die Gelegenheit zu bilateralen Gesprächen. Dieser persönliche Austausch ist besonders wertvoll und steht im Vordergrund.