Die G20 – ein Überblick

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Gruppe der Zwanzig Die G20 – ein Überblick

Die Gruppe der 20 (G20) ist seit 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die führenden Industrie- und Schwellenländer stimmen sich dort über die notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ab.

3 Min. Lesedauer

Die Flaggen der G20-Staaten wehen beim Gipfel 2022 auf Bali, darüber sind Palmen zu sehen.

G20-Flaggen: Die Staaten arbeiten an langfristigen Lösungen für globale Herausforderungen.

Foto: Bundesregierung/Janine Schmitz

Was ist die G20?

Die Gruppe der 20 (G20) ist nach dem Beschluss ihrer Staats- und Regierungschefs beim G20-Gipfel von Pittsburgh im September 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die G20 ist – wie die G7 – ein informelles Forum. Sie ist keine internationale Organisation, sie besitzt weder einen eigenen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder.

Welches Land hat die aktuelle G20-Präsidentschaft inne?

Die USA haben die Präsidentschaft der G20 für das Jahr 2026 übernommen. Aufgrund der informellen Strukturen spielt die jeweilige G20-Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle: In ihren Händen liegen die Organisation, die Agenda des Gipfels sowie die Auswahl der Gäste.

Übersicht über die vergangenen Treffen der G20 auf Ebene der Staats- und Regierungschefs:

JahrPräsidentschaftslandGipfelort
2008USAWashington, D.C.
2009Vereinigtes KönigreichLondon
2009USAPittsburgh, PA
2010KanadaToronto
2010SüdkoreaSeoul
2011FrankreichCannes
2012MexikoLos Cabos
2013RusslandSankt Petersburg
2014AustralienBrisbane
2015TürkeiAntalya
2016ChinaHangzhou
2017DeutschlandHamburg
2018ArgentinienBuenos Aires
2019JapanOsaka
2020Saudi-Arabienvirtuell
2021ItalienRom
2022IndonesienBali
2023IndienNeu Delhi
2024BrasilienRio de Janeiro
2025SüdafrikaJohannesburg

Wer gehört zur G20?

Der G20 gehören 19 Staaten, die EU und seit 2023 auch die Afrikanische Union (AU) an. Die Mitgliedstaaten sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA.

Zudem nehmen an den G20-Gipfeln – auf Einladung der Präsidentschaft – regelmäßig weitere Gäste und / oder internationale Organisationen teil.

Wie entstand die G20?

Ursprünglich, als Reaktion auf die Finanzkrise der 1990er-Jahre in Asien, beschlossen die G7-Finanzminister 1999 G20-Treffen auf Ebene der Finanzminister und Notenbankchefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern. Das Gründungstreffen fand im Dezember 1999 in Berlin unter deutschem Vorsitz statt.

Unter dem Eindruck der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise beschlossen die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder im Herbst 2008, das G20-Format zu einem Austausch auch auf ihrer Ebene zu nutzen. Sie kamen zum ersten Gipfeltreffen 2008 in Washington (USA) zusammen. Sie erstellten einen Maßnahmenkatalog, um in der Krise deutlich gewordene Schwächen des Weltfinanzsystems möglichst rasch mit geeigneten Reformen zu beseitigen und die Folgen der Krise für die Realwirtschaft einzudämmen.

Seit dem G20-Gipfel von Pittsburgh 2009 ist die G20 das zentrale informelle Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Wie arbeitet die G20?

Der sichtbarste Teil des G20-Prozesses sind die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs, deren Organisation und Vorbereitung in den Händen der jeweiligen Präsidentschaft liegen.

Im Vorfeld der Gipfeltreffen entwickelt sich zwischen den Regierungen ein dichter Prozess der politischen Abstimmung auf verschiedenen Arbeitsebenen. So gibt es Arbeitsgruppen zu speziellen Fachthemen und teilweise Ministertreffen. Die Themen für den Gipfel werden durch die „Sherpas“ vorbereitet, die sich mehrmals im Jahr treffen. 

Die Gipfeltreffen bieten die Möglichkeit, Gipfelerklärungen mit den wichtigsten Ergebnissen und teilweise begleitende Erklärungen, Initiativen, Berichte und Arbeitspläne herauszugeben, sowie die Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen den Staats- und Regierungschefs. 

Die Gipfelerklärungen der G20 finden Sie in der Übersicht der Gipfeldokumente der G7/G8 und G20 .

Kontakt mit Interessengruppen und Nicht-G20-Ländern

Der Dialog mit Interessengruppen und Nicht-G20-Ländern ist der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Die Verantwortung dafür liegt bei der jeweiligen G20-Präsidentschaft.

Auch die Bundesregierung bindet die Zivilgesellschaft und weitere Interessensgruppen sowie Nicht-G20-Länder umfassend in die Vorbereitungen zu den G20-Gipfeln ein.

Nach jedem Gipfel informiert die Bundesregierung die Ausschüsse des Deutschen Bundestages sowie die Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Treffens.