Für mehr Tierwohl im Hühnerstall

Erforscht: Geschlechtserkennung schon im Ei Für mehr Tierwohl im Hühnerstall

Das Töten von Millionen männlicher Küken soll gestoppt werden. Das ist das Ziel von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt. An der Universität Leipzig informierte sich Schmidt über eine neue Methode, die es ermöglicht, das Geschlecht von Hühnern bereits im Ei festzustellen.

Hühnerküken auf der Grünen Woche in Berlin.

Schmidt: Töten von männlichen Küken soll gestoppt werden.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Etwa 45 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr direkt nach dem Schlüpfen getötet. Für sie gibt es keine ökonomisch tragfähigen Verwendungsmöglichkeiten. Sowohl aus Tierschutz- als auch aus ethischer Sicht sei dies unerträglich, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Forscher der Universität Leipzig haben jetzt eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, das Geschlecht des Tieres frühzeitig zu bestimmen. Bis Ende 2016 soll der Proto-Typ eines entsprechenden Geräts entstehen.

Das neue Gerät soll das Geschlecht im nur drei Tage bebrüteten Ei bestimmen und die Eier nach Geschlecht automatisch sortieren. Weiblich bestimmte Eier können dann weiter ausgebrütet werden. Männlich bestimmte Eier können der Industrie als Rohstoff dienen: als Lecithin-Lieferanten für die Kosmetik- oder als Emulgatoren in der Pharmaindustrie. Das Eiweiß kann als Protein in die Futter- und die Lebensmittelherstellung Verwendung finden.

Auf dem Weg zu praktikablen Alternativen

Wenn ein solches Gerät auf dem Markt erhältlich sei, gebe es für die Brütereien keine Rechtfertigung mehr, männliche Küken auszubrüten und zu töten, so Schmidt.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam in den nächsten eineinhalb Jahren eine Technologie entwickelt haben, die dann flächendeckend vermarktet werden kann und mit der das Kükentöten zur Vergangenheit gehören wird." Allerdings sei die Wirtschaft gefordert, hierbei mit zu wirken.

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